Gute Übersicht der Navigationspunkte durch ein Mega-Menü. Quelle: www.misterspex.de

Gute Übersicht der Navigationspunkte durch ein Mega-Menü. Quelle: www.misterspex.de

 

Gute Noten gibt es auch in der Fehlertoleranz. Mister Spex macht es dem Nutzer leicht Formulare auszufüllen. Pflichtfelder sind mit den Asterisken "*" als solche gekennzeichnet. Kennt der unerfahrene Websitebesucher dieses Zeichen nicht, sucht er vergeblich nach einer Erklärung. Positiv fällt auf, dass auf misterspex.de auf unnötige Felder verzichtet wird und der Nutzer sich somit nicht durch endlose Formulare quälen muss. Hat der User seine Eingabe getätigt, werden Formularfehler direkt auf Vollständigkeit und Korrektheit geprüft. Gibt es etwas zu bemängeln, erscheint ein Hinweis am entsprechenden Feld. Der User kann dadurch gezielt und schnell nachbessern.

In der Desktop-Version würden wir zum schnelleren Erfassen der Felder empfehlen, die Feldnamen über dem eigentlichen Eingabefeld zu platzieren. In der mobilen Variante hat misterspex.de dies durch die Verwendung der Eingabefelder im Stil des Google Material Design hervorragend gelöst.

Der Nutzer wird direkt auf Fehler hingewiesen. Quelle: www.misterspex.d

Der Nutzer wird direkt auf Fehler hingewiesen. Quelle: www.misterspex.d

 

Das Auswählen von Brillengläsern mit Stärke löst Mister Spex, mittels mehrstufigen und verständlichen Prozesses, sehr gut. Auch hier werden falsche Eingaben sofort abgefangen, in dem die vorherige Auswahl bestimmt, was im Folgeschritt ausgewählt werden kann. Geht eine Auswahl nicht, erhält der User zudem eine Erklärung, warum die Option nicht gewählt werden kann. Eine interaktive Grafik erleichtert das Überführen der Brillenwerte in die Felder, was zur Fehlerreduktion beiträgt. Ein weiteres Lob erhält misterspex.de in Sachen Hilfestellungen: Weichen die eingetragenen Werte für das linke und rechte Auge stark voneinander ab, erhält der User einen Hinweis und die Möglichkeit, eine Beratung durchführen zu können.

Gute Texte bei multimedialer Vielfalt

Ebenfalls vier Punkte vergeben wir für die Qualität des Contents auf misterspex.de. Der User findet relevante Informationen zu Themen wie Produkte und Services. Die Texte verfügen, entsprechend ihrem zu übermittelndem Inhalt, über eine angemessene Länge. In den Editorials und auf den Erklärseiten sind die Texte gut formatiert. Auf den Produktseiten hingegen würde den Beschreibungen ein wenig mehr Format guttun.

Dem Besucher bietet misterspex.de eine multimediale Vielfalt: Etliche Bilder, Piktogramme und Infografiken machen die Seite zu einem echten Erlebnis. Videos werden zwar nur selten eingesetzt, wenn doch, dann sind diese qualitativ sehr hochwertig (Beispielvideo: "Der Weg zur perfekten Brille."). Ein besonderes Extra bietet sich dem User durch die Online-Anprobe. Hier kann der potenzielle Kunde Brillenmodelle virtuell – foto- oder videobasiert – anprobieren. Das ist im Vergleich zu Wettbewerbern bereits sehr fortschrittlich und doch ist die Technik schon einen Schritt weiter: Augmented Reality zur virtuellen Anprobe wäre hier State of the art und wünschenswert.

Intelligente Suchfunktion

Trotz beachtlicher 4,7 Punkte in der Bewertung der Utility: Ein großes Manko der Seite ist die Geschwindigkeit über das Smartphone. Zwar ermittelte unser Google Page Speed bei der Desktopvariante 88 von 100 Punkten und misterspex.de lädt damit im Vergleich zu anderen Webseiten durchschnittlich schnell, aber: Sehr schlecht sieht es bei der mobilen Variante aus. Magere 44 von 100 Punkten erreicht misterspex.de im Speedtest und damit besteht dringender Handlungsbedarf. Erste Verbesserungen könnten erreicht werden, indem beispielsweise Ressourcen beseitigt werden, die das Rendering blockieren, Bilder richtig dimensioniert oder nicht verwendete CSS entfernt werden.

Sehr hilfreich und nützlich für den User ist die Suche auf misterspex.de. Schon beim Tippen erhält der Nutzer intelligente Vorschläge, basierend auf den bereits eingegebenen Zeichen. In der Vorschlagsliste finden sich sowohl Produkte als auch Suchbegriffe und Markenvorschläge, wodurch der Nutzer schnell zum Ziel gelangt. Positiv aufgefallen ist, dass bei Produktvorschlägen meist schon ein Preis angezeigt wird und jeder Vorschlag ein Produktbild oder eine Illustration in Form eines Thumbnails aufweist. Durch den Einsatz verschiedener Query Builder-Methoden ist die Suchfunktion noch effektiver, da z.B. aus der Suchanfrage "Reybenn" abgeleitet wird, dass der User eigentlich nach der Marke "Ray-Ban" sucht.

Reybenn wird zu Ray-Ban. Die Suche hilft und verzeiht kleine Fehler. Quelle: www.misterspex.de

Reybenn wird zu Ray-Ban. Die Suche hilft und verzeiht kleine Fehler. Quelle: www.misterspex.de

Diese fehlervermeidenden Maßnahmen unterstützen den User und gewährleisten ein positives Einkaufserlebnis. Der Nutzer hat ein gutes Gefühl und Spaß beim Surfen auf der Webseite. Er freut sich seine Gläser auszuwählen, denn es ist ihm ein Leichtes, die Schritte bis zum Kaufabschluss zu durchlaufen. Überforderung? Fehlanzeige. Mangelnde Informationen? Keine. Vorbildlich, Mister Spex.

Marke und Website im Einklang

Die Website gibt die Marke Mister Spex konsistent wieder. Wir vergeben daher gute 4,3 Punkte in der Kategorie Brand Perception. Das Branding ist auf jeder Seite zu erkennen und die Bildmotivauswahl verstärkt das Statement "Bei uns hat die Qualität der Produkte oberste Priorität." Mister Spex bietet dem Besucher einen offenen, einfachen, aber zielführenden Webauftritt. Der Nutzer erlebt die Marke Mister Spex als transparent und unterstützend.

Zwischenfazit: Unter anderem deshalb sticht Mister Spex klar aus dem Feld der Online-Brillen-Shops heraus. Die angebotenen Funktionen, Services und das Erscheinungsbild überzeugen und heben sich klar von Wettbewerbern ab.

Mister Spex macht Spaß

Brillen online anzuprobieren ist ein tolles Feature, welches Mister Spex gut nutzt. Als Nutzer erspart man sich den Weg zum Optiker und kann sich einen soliden Eindruck darüber verschaffen, ob das Lieblingsbrillenmodell passt oder nicht. Beim Joy of Use erhält Mister Spex daher vier Punkte.

Der User hat die Wahl das gewünschte Brillenmodell mittels Foto oder basierend auf einem Video virtuell anzuprobieren. Bei der Fotovariante mit Gesichtskalibrierung bleibt das gemachte Foto erhalten und der Nutzer hat die Möglichkeit sich durch verschiedene Brillenmodelle durchzuprobieren. Negativ fällt auf, dass die Brillen bei diesem Vorgehen sehr nach Retusche aussehen. Für einen ersten Eindruck ist diese Variante aber ausreichend.

Die zweite Möglichkeit soll dem User ein besonderes Anprobe-Erlebnis ermöglichen. Mit Hilfe einer Webcam wird ein kleines "Selfie-Video" erstellt. Vorteil der Videovariante ist, dass neben der biometrischen Frontalansicht auch die Profilansicht möglich ist. Leider funktionierte die Kalibrierung in unserem Test nicht immer richtig, so dass die Brille oft deplatziert und verzogen wirkte.

Das Fazit

Chapeau! Stolze 4,2 Punkte erreicht Mister Spex im UX-Check und kann somit in allen fünf Kriterien überzeugen. Misterspex.de begleitet den User während des Webseitenbesuchs, reagiert auf sein Verhalten und interagiert mit ihm – via Online Anprobe, passenden Services und umfänglichen Filtermöglichkeiten. Positiv bezüglich eines angestrebten Kaufabschlusses ist das Auffinden kooperierender Optiker in User-Nähe mittels interaktiver Karte. Wer da noch Zweifel hat, erhält den kostenlosen Sehtest vor Ort. Mister Spex macht viel richtig, dennoch: Verbesserungspotential gibt es immer. Der sicherlich positivste und spürbarste Effekt auf die User Experience hätte die Umsetzung der Anprobe auf Basis von Augmented Reality.

*Markus Lucht ist Managing Partner der UDG United Digital Group, eine der führenden Agenturen in Deutschland im Bereich der digitalen Transformation. Der 44-jährige verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in Digitalagenturen und über umfangreiches Wissen in den Bereichen digitale Markenführung, User Experience, strategische Kundenführung und digitale Transformation.

Zur Methodik: Untersucht wurde im August 2019 die User Experience anhand der fünf Hauptkriterien Usability, Content Quality, Utility, Brand Perception und Joy of Use in jeweils drei Unterkriterien. In den Unterkriterien werden jeweils bis zu fünf Punkte vergeben, deren Mittel dann die Punktzahl des Hauptkriteriums bildet. Deren Durchschnitt wiederum ergibt das Gesamtergebnis von maximal fünf Punkten.



W&V Redaktion
Autor: W&V Redaktion

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