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"Können wir uns einfach nur unterhalten", lautet eine der ersten Fragen im Thriller "Disconnect". Denn Cindy (Paula Patton) und Derek Hull (Alexander Skarsgård) reden eigentlich gar nicht mehr miteinander seit ihr Baby gestorben ist. Stattdessen verirren sie sich jetzt in Internet-Chatrooms und Online-Games. Noch schlimmer kommt es, als die Daten des Paares geklaut werden. Nachdem ihr Konto leegeräumt ist, engagieren sie den Privatdetektiv Mike Dixon (Frank Grillo). Dessen Sohnemann Jason (Colin Ford) hantiert jedoch selbst mit Fake-Profilen, um einen Mitschüler zu mobben. Nach und nach treten im Verlauf der Story weitere Personen auf, die alle ein bisschen zu sehr im sozialen Netz festhängen. Die ständige Verfügbarkeit von Informationen, die permanente Selbstvermarktung sowie die visuellen Reize, die durchs World Wide Web schwirren und unseren Geist vernebeln, werden in "Disconnect" fein seziert. Denn obwohl wir ständig miteinander verbunden sind, bleibt die Kommunikation meist auf der Strecke. Der Geschwindigkeits-Philosoph Paul Virilio hat vor einiger Zeit mit seinem Essay "Rasender Stillstand" einen Ausblick auf dieses Szenario gegeben: Wir sind digital zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt, versacken derweil aber regungslos vor unseren flackernden Bildschirmen. Kommt, wie im Fall von Alex Rubins "Disconnect", auch noch Cyberkriminalität ins Spiel - dann gute Nacht.

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Ingrid Goes West

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Auch in diesem Film ist der Ausgangspunkt für das soziale Schlamassel der Tod eines geliebten Menschen. Nachdem Ingrid ihre Mutter verloren hat, setzt sich die junge Frau in den Kopf, ihre Instagram-Göttin Taylor Sloane (Elizabeth Olsen) im echten Leben aufzusuchen. Fast schon dogmatisch möchte sie Taylor als neue beste Freundin gewinnen. In allerbester Stalker-Manier wanzt sich Ingrid tatsächlich peu à peu in das Leben ihrer Angebeteten. Neben dem expliziten Kampf um Anerkennung hält das Drama auch noch so manche komödiantische Pointe bereit. Wie zum Beispiel Ingrids übertriebenes Lachen, um einer Influencer-Bande zu gefallen. Von Ingrids Odyssee lernen wir, dass das reale Bild eines Menschen oft stark von dem abweichen kann, was uns auf den sozialen Kanälen präsentiert wird. So bekommen wir dort doch immer nur deren glattgebügelte Abbilder zu sehen.

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The Circle

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Mae Holland (Emma Watson) ist Versicherungsangestellte in Kalifornien. Als sie von ihrer besten Freundin Annie (Karen Gillan) einen Einstiegsjob bei dem großen Internetunternehmen Circle vermittelt bekommt, scheint Mae endlich ihrem tristen Dasein entfliehen zu können. Beim Circle wird mittels neuer Überwachungstechniken alles transparent gemacht. Jede Interaktivität zwischen Usern findet sich hier wieder, kuratiert unter dem leuchtenden Circle-Logo. Mae bietet sich sogar dafür an, 24 Stunden mit einer Kamera ausgestattet zu werden. Mit der Zeit arbeitet sie sich so vom Kundenservice in die Führungskreise hoch. Nur einige wenige Mitstreiter Maes warnen sie davor, dass beim Circle nicht alles so schön glänzt wie die überall aufpoppenden Screens und Displays.

"The Circle" spinnt die Handlungsphilosophien von Facebook, Google, Apple und Microsoft weiter. Der Staat wird hier durch ein totalitäres System ersetzt. Alles natürlich zum Wohle der User. Trotz mancher erzählerischer Schwächen zeigt uns der Film, mit welcher Sorglosigkeit wir unser Leben an große Tech-Monopole koppeln. Social Media als Motor für einen künftigen Überwachungsstaat? Ein Blick nach China verrät uns, dass die Dystopie gar nicht so weit entfernt scheint.

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Cambridge Analyticas großer Hack

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Dass der Datenfang auch mal schnell zum Bumerang mutieren kann, dürfte vor allem Facebook-CEO Mark Zuckerberg mittlerweile bewusst sein. So erinnert diese Netflix-Doku daran, wie im Frühjahr 2018 die persönlichen Daten von Millionen von Facebook-Nutzern gespeichert und verhökert wurden. So soll die Datenfirma Cambridge Analytica beim Wahlsieg Donald Trumps dem nun amtierenden US-Präsidenten mächtig unter die Arme gegriffen haben. Die Dokumentation erzählt uns nicht, wie groß und entscheidend der Einfluss von Cambridge Analytica letztlich für das Wahlergebnis war, führt uns jedoch mit eindrücklichen Zeitzeugengesprächen die Sammelwut sozialer Plattformen vor Augen.

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The Hater

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Um das Mädchen Gabi (Vanessa Aleksander) zu beeindrucken, nimmt Jura-Student Tomek (Maciej Musialowski) einen Job bei einer PR-Agentur an. Dort wird er zum Produzenten diverser Hetzkampagnen. Für den wirtschaftlichen oder politischen Profit wird gegen alles gewettert. Ob Randgruppen oder bekannte Staatsgesichter: weder LGBTQ, Geflüchtete, Prominente noch Politiker sind vor Tomeks gezielten Fake-Postings in den sozialen Medien sicher.

"The Hater" beleuchtet gleich mehrere Negativ-Phänomene des Internets. Cyber-Mobbing, Hasskommentare und Desinformationskampagnen knallen hier zu einem toxischen Gemisch aufeinander. Die erschreckende Erkenntnis: Mit nur einem Klick lässt sich das Schaffen und Sein eines Menschen oder ganzer Menschengruppen diskreditieren.

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Autor: Benjamin Freund

Benjamin Freund hat Medienwissenschaft und Kulturjournalismus studiert und arbeitet als freier Journalist für diverse Print- und Onlineformate. Er wirft ein Auge auf die großen und kleinen Phänomene unserer Pop- und Netzkultur.



Autor: W&V Leserautor

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