Bestes Beispiel hierfür: Die "Microinteraction-Sounds" von Twitter, Facebook, der Tagesschau-App oder TikTok. Ohne auf das Smartphone blicken zu müssen, hören wir direkt und unmittelbar, wer der Absender ist. Wir treffen innerhalb von Sekunden eine Entscheidung über die Relevanz. Nämlich darüber, ob wir eine Nachricht öffnen und lesen oder nicht. Spielerei? Keineswegs! Die markenprägenden Soundelemente geben uns Orientierung, Sicherheit und Vertrauen.

Notifications Sounds sind die neuen Audio-Logos*

Die Relevanz von UX-Sounds wird demnach deutlich zunehmen. Davon bin ich überzeugt. Und zwar schneller als wir derzeit denken. Die Gründe sind simpel: Einmal ist da die vielbeschworene "Generation Kopfhörer". Sie wächst wie selbstverständlich mit Audio in allen Facetten und an vielen Touchpoints auf. Zum einen der klare Trend zum Smartphone als Dreh und Angelpunkt unseres Daseins mit Apps für alle Lebenslagen. Aber zum anderen auch der Trend weg vom Display, hin zu Voice und Audio.

Zukünftig entscheidet das Ohr darüber, ob wir die Nachricht bzw. Information weiterverfolgen oder nicht und - ob wir den Absender als wichtig einstufen oder nicht. Wer jetzt allerdings denkt, UX-Sounds sind der alleinige Heilsbringer, der irrt gewaltig. Auch sie sind ein Stück der Audio- und Kommunikationsstrategie. "Kleinteile" sind dabei ebenso wichtig, wie das große Ganze. Und am Ende muss alles auf ein Ziel einzahlen.

*Quelle: Rainer Hirt / Audity GmbH



Autor: Stephan Schreyer

Stephan Schreyer berät Unternehmen zum Thema Audio & Podcast. Für den Audioapostel sind Strategie und Konzept das Maß aller Dinge.