Wie lassen sich Wetterdaten konkret für die Werbung nutzen?

Die eine Möglichkeit ist Wetter-Targeting mit unseren Produkt-Wetter-Indizes. Basierend auf den Absatzdaten des GfK Consumer Panels und unseren Wetterdaten zeigt der Index an, ob es sich lohnt an dem einen Ort mehr und dafür an anderen Orten weniger zu werben. Das funktioniert programmatisch, aber auch auf allen anderen Kanälen. Zudem kann man je nach Wetter verschiedene Werbemittel ausspielen und wetterabhängig anpassen. Eine Tourismus-Region kann etwa bei schlechtem Wetter mit ihren Museen, bei gutem Wetter mit ihren Parks werben, Baumärkte können ihr Garten-Sortiment bewerben oder eher ihre Produkte zum Renovieren.

Die Wettervorhersage beinhaltet ja immer auch Ungenauigkeiten. Wenn die Konsum-Vorhersage darauf basiert – wie groß ist denn dabei die Trefferquote?

Die haben eine sehr hohe Treffgenauigkeit von 95 Prozent für den nächsten Tag. Ungenauer werden Prognosen meist erst nach einigen Tagen, daher arbeiten wir immer mit tagesaktuellen Werten und speisen unsere Daten jede Nacht in die programmatischen Plattformen ein.

Wetter-Targeting ist ein situatives Targeting, das bei den Verbrauchern bestimmte Interessen zu bestimmten Situationen annimmt. Ähnlich funktioniert das kontextuelle Targeting auf inhaltlicher Ebene. Freut Ihr Euch schon auf den Tod der Cookies? Wenn Alternativen dazu noch stärker gefragt sein werden?

Das bevorstehende Ende der Third-Party-Cookies stellt eine Zäsur in der Adtech-Welt dar. Wenn Cookies oder Ad-IDs nicht mehr existieren, werden Informationen ohne ID gefragt sein. Situatives Targeting auf Wetter, Kalender, Geo und Absatz kann dann gerade für reichweitenstarke Produkte hilfreich sein. Wir arbeiten mit der GfK zusammen, aber auch international gibt es diesen Trend.

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Franziska Mozart
Autor: Franziska Mozart

arbeitet als freie Journalistin für die W&V. Sie hat hier angefangen im Digital-Ressort, als es so etwas noch gab, weil Digital eigenständig gedacht wurde. Heute, wo irgendwie jedes Thema eine digitale Komponente hat, interessiert sie sich für neue Technologien und wie diese in ein Gesamtkonzept passen.