Weitere Ergebnisse der Trendumfrage: 69 Prozent der befragten Verlage erwarten, dass in fünf Jahren die Digitalerlöse die Rückgänge der Print-Umsätze kompensieren können. Für 2025 gehen erst 31 Prozent davon aus. Und für dieses Jahr sind es 15 Prozent.

Digital wird zum wichtigsten Treiber der Unternehmensergebnisse.

  

Als Trend wird die Personalisierung bei Bezahl-Inhalten genannt. Verlage bauen demnach Algorithmen für personalisierte Angebote auf. Dabei liege der Fokus auf Artikelempfehlungen und Newslettern. Darüber hinaus bedienen die Verlage unterschiedliche Kanäle für identische Inhalte, um die verschiedenen Altersgruppen perfekt zu bedienen. Die Altersstruktur bei den E-Papers liegt im Durchschnitt etwa 20 Jahre unter dem der Print-Leser, während die Online-Abonnenten nochmals deutlich jünger sind. Jünger als die Online-Leser sind wiederum die Hörer von Podcasts. Digitalkompetenz Inhouse aufzubauen, ist in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung. Daher planen 62 Prozent der befragten Verlage auch den Aufbau neuer Kompetenzfelder um Themen wie Data Science und Data Analytics.  

"Redaktionelle Inhalte der Zeitungen sind für alle Menschen interessant, egal welcher Altersstufe", sagt BDZV-Geschäftsführerin Katrin Tischer. "Die Altersstruktur bestimmt den passenden Ausgabekanal. Was die ältere Zielgruppe bevorzugt als gedruckte Nachricht konsumiert, bekommen junge Menschen am liebsten als Podcast auf die Ohren. Für die Zeitungsverlage ist das eine gute Nachricht. Denn es zeigt, dass sie mit ihren Angeboten gedruckt und digital auf dem richtigen Weg sind."  

Chancen und Gefahren

Die größten Risiken sehen die Medienhäuser derzeit in steigenden Kosten bei der Zustellung von gedruckten Zeitungen. Auch der verschärfte Auflagenrückgang wurde als Risiko genannt, ebenso ein weiterer Rückgang des Werbemarktes. Als größte Chancen wurde dies aufgezählt: Wachstum durch digitale Abo-Erlöse, der Aufbau von Geschäftsfeldern abseits des Kerngeschäfts und Wachstum durch digitale Werbeumsätze. 

Als relevante Probleme sehen die Printverlage den Datenschutz und den Fachkräftemangel an. Ersten sehen 94 Prozent der befragten Verlage als Thema mit hoher oder gar existentieller Relevanz, letzteren bewerten 68 Prozent als ganz erhebliches Problem. Und auch Nachhaltigkeit wird immer wichtiger: 84 Prozent gehen für die nächsten Jahre von einer hohen Relevanz dieser Thematik aus. (dpa/st)


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Autor: W&V Redaktion

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