Und Voice Marketing?

"Wenn Unternehmen jetzt ins Voice Marketing einsteigen, ist ein entscheidendes Bedürfnis von Konsumenten erkannt. Jede Erfahrung, die heute mit Voice und Audio gesammelt wird, ist für Werbetreibende wertvoll und bedeutend im zukünftigen strategischen Umgang mit den Audiomedien. Smart Speaker haben beispielsweise eine höhere Adoptionsrate als das Smartphone. Seitdem der Trend in jüngster Vergangenheit vom Second Screen zum Third Screen wechselt, verspüren viele Konsumenten wieder ein Bedürfnis nach Aktivitäten mit geringerer Bildschirmnutzung. Suchanfragen über die Stimme werden als bequemer empfunden und Konsumenten sind offener für Markeninhalte, wenn die Suche über Voice durchgeführt wird. Zudem haben Unternehmen mit Voice Marketing die Chance ihr Markenerlebnis ganzheitlich zu gestalten und dabei weiter auf klassische KPI, wie beispielsweise Conversions, einzuzahlen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig mit der Lernkurve zu beginnen und diese Entwicklung nicht zu verschlafen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass hier eines der wichtigsten Massenmedien überhaupt entsteht."

Der Audio-Markt boomt, das war schon vor Corona ein Trend. Wie hat sich die Nutzung von Audio und Voice seitdem geändert?

"Die Audionutzung passt sich der gegenwärtigen Situation der Menschen an. Wir können beobachten, dass sich die Konsumenten während der Ausgangsbeschränkungen intensiver mit Audioformaten auseinandersetzen und diese Medien aktiv nutzen. Nachrichtensendungen genießen einen hohen Stellenwert, da diese über die aktuelle Situation informieren. Darüber hinaus lassen sich Nutzungsanstiege von Inhalten und Themen beobachten, die Konsumenten während der Corona-Zeit beschäftigen. Insbesondere bei inhaltlichen Formaten, die die Menschen in ihrer individuellen Situation unterstützen können. Solch frequentierte Formate sind beispielsweise Rezeptvorschläge oder Formate für Kinder, die intensiv beschäftigt werden müssen."

Diese Inhalte stehen leider nicht mehr zur Verfügung.

Was gibt es jetzt, in Zeiten von Corona, zu beachten, auch in Sachen Kreation?

"In der gegenwärtigen Situation sind klassische Aktionen zum Abverkauf von Produkten kontraproduktiv, wenn Konsumenten in derzeit geschlossene Geschäfte geführt werden oder die Kapazitäten für einen Ansturm auf Online Stores nicht ausreichend sein sollte. Auch über Audio gespielte Szenarien, in denen Aktivitäten angesprochen werden, die derzeit nicht möglich sind, wie etwa große Familienzusammenkünfte oder Grillabende mit Freunden, sind natürlich nicht angebracht. Die Kommunikation und auch Kreation muss sich den Gegebenheiten anpassen und die Gefühlswelten der Konsumenten im Blick haben. Allerdings bietet die Zunahme der Mediennutzung, samt starkem Anstieg der Nettoreichweiten, auch Chancen für Werbetreibende. Marken können diesen Moment für Awareness-Kampagnen nutzen, ohne jedoch die Krise für sich auszunutzen zu wollen, sondern der Situation angepasst mit den Menschen zu kommunizieren. Einige Unternehmen haben sich bereits positioniert, um mit Ihrer Marke den Menschen helfen zu wollen. Diese Kampagnen verdeutlichen, wie sinnvoll die hohen Reichweiten über alle Zielgruppen hinweg für unterstützende Botschaften genutzt werden können."

 


Autor: Julia Gundelach

ist freie Autorin mit Schwerpunkt Specials. Daher schreibt sie Woche für Woche über neue spannende Marketing- und Medien-Themen. Dem Verlag W&V ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002, später als Redakteurin der W&V.