Was bringen entsprechende "Siegel"?

"Siegel erfüllen per Definition zwei Funktionen: Sie dienen als Güte- und Prüfsiegel, um Produkte hinsichtlich ihrer Tauglichkeit zu kennzeichnen. Im Falle der UX/CX geht es dabei vorrangig um Produkt-Nutzbarkeit und Erlebnis. Im Sinne eines Erwartungsmanagements wird sichergestellt, dass ein Produkt unter Berücksichtigung ausreichender Qualitätssicherung (z.B. durch User Testing) nach UX-Standards erstellt wurde. Das nützt allen beteiligten Stakeholdern: Dienstleister, Auftraggeber und Nutzer. Product Owner und Development Team arbeiten zielgerichtet mit der gleichen Vision im Prozess, was Zeit und Kosten spart und nebenbei sicherstellt, dass die Nutzerbedürfnisse im Zentrum der Überlegungen bleiben. Ergo: das Produkt verkauft sich am Ende auch!"

Aber das funktioniert ja nur, wenn ein Siegel auch einheitlich ist und von allen genutzt wird...

"Um eine Einheitlichkeit zu gewährleisten, kann man sich an generellen Vergaberegeln orientieren: 'Die Genehmigung zur Verwendung eines Siegels wird vom Herausgeber reglementiert und ist an die Einhaltung von Standards geknüpft.' Umgemünzt auf das UX-Siegel bedeutet dies: Wir benötigen standardisierte Parameter, die Güte und Qualität sicherstellen (Methodik), Dokumentationspflicht (Prozess) und Qualitätskontrolle (User-Testing) entlang von Nutzer-Bedürfnissen. Für mich persönlich wichtig: Das UX-Siegel darf keinen monetären Interessen nachgehen, sondern einzig der User Experience dienen. Und wie jedes Siegel-taugliche Produkt muss auch ein UX-Siegel nach Standards entwickelt, getestet und iteriert werden. So wird am Ende auch wirklich ein Siegel daraus, das im Sinne einer guten CX/UX den Namen 'aus kontrolliert verbraucherfreundlichem Design' verdient.


Autor: Julia Gundelach

ist freie Autorin mit Schwerpunkt Specials. Daher schreibt sie Woche für Woche über neue spannende Marketing- und Medien-Themen. Dem Verlag W&V ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002, später als Redakteurin der W&V.