Viele Unternehmen reagieren darauf, indem sie Content-Verantwortung näher an die Fachbereiche verlagern. Content-Profis arbeiten direkt mit Vertrieb, Produktmanagement oder einzelnen Business Units zusammen. Die Hoffnung dahinter: Wer näher am Markt arbeitet, entwickelt relevantere Inhalte.

Tatsächlich entstehen dadurch häufig neue Perspektiven und fachlich stärkere Themen – aber auch neue Herausforderungen.

Ein Nebeneinander von Einzelinitiativen

Vertrieb, Produktmanagement, Kundenservice und Marketing verfolgen unterschiedliche Ziele. Jede Einheit betrachtet Themen aus ihrer eigenen Perspektive. Ohne gemeinsame Priorisierung entwickelt sich daraus schnell ein Nebeneinander von Einzelinitiativen. Die Inhalte werden fachlicher, aber nicht automatisch konsistenter.

Genau deshalb greift die Diskussion über zentrale oder dezentrale Content-Organisationen zu kurz. Die meisten relevanten Themen entstehen heute nicht im Marketing, sondern in Kundengesprächen, Projekten, Produktentscheidungen oder Serviceanfragen. Dort wird sichtbar, welche Fragen Märkte tatsächlich beschäftigen und welche Faktoren Kaufentscheidungen beeinflussen.

Für Content-Teams verschiebt sich damit der Schwerpunkt ihrer Arbeit.

Die Herausforderung besteht also immer seltener darin, möglichst viele Inhalte zu produzieren. Wichtiger wird die Fähigkeit, Wissen innerhalb der Organisation sichtbar zu machen und für unterschiedliche Zielgruppen nutzbar zu machen.

Dafür braucht es Menschen, die mit Vertrieb, Produktmanagement, Kundenservice und Fachabteilungen arbeiten können. Menschen, die Experten interviewen, Themen bewerten, Zusammenhänge erkennen und daraus Inhalte entwickeln, die über einzelne Kanäle hinaus relevant sind.

Damit verändert sich auch die Rolle vieler Content-Teams. Sie werden weniger über Produktion definiert und stärker über ihre Fähigkeit, Wissen zu identifizieren, zu strukturieren und in Kommunikation zu übersetzen.

Die eigentliche Organisationsfrage lautet deshalb nicht, ob Content zentral oder dezentral aufgestellt sein sollte. Die wichtigere Frage lautet: Wie gelangt relevantes Wissen aus dem Unternehmen in die Kommunikation? Wer eine überzeugende Antwort auf diese Frage findet, wird mit zentralen, dezentralen oder hybriden Strukturen erfolgreich arbeiten können. 

WAS MACHT GUTE WERBUNG AUS? MEHR ZUM CONTENT MARKETING BEI DER CMCX 2026

CMCX

Wann & Wo: 17. & 18. Juni 2026 | smartvillage Köln

Für wen: Marketing-Entscheider:innen, CMOs, Content- und Social-Media-Verantwortliche

Ticket: ab 699 € 

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Creator Economy in der Praxis: Von KitchenAid bis MediaMarktSaturn — wie Creator-First-Ansätze Marken aufladen und Abverkauf inkrementell steigern
  • Loyale, aber zugleich hoch emotionale Communities wie im Sportbereich richtig ansprechen
  • Markentransformation durch Content: Miss Germany als Fallstudie, Jägermeister als Launch-Case — was Traditionsmarken vom Neuerfinden lernen können
  • CTV als Reichweitenhebel: Wie Marken wie Golden Toast klassische Social-Bubbles verlassen

Speaker:innen u.a.: Jan Flemming (PENNY/REWE Group), Sabrina Oehme (Kloster Kitchen), Steffen Jensen (KitchenAid), Felix Neuberger (Golden Toast/Lieken), Tim Rottländer (iq digital), Lisa Groening (H&M), Tobias Meinhard (MediaMarktSaturn), Daniel Blank & Jette Kilian (We. Communications) uvm.

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Dieser Artikel ist Teil der W&V-Serie zur Zukunft des Content-Marketings, veränderten Kompetenzanforderungen und neuen Rollenbildern in Marketing und Kommunikation.

Diskutiert werden diese Entwicklungen auch auf der CMCX – insbesondere die Frage, wie Content-Organisationen aufgebaut sein müssen, um Fachwissen, Marktverständnis und Kommunikation besser miteinander zu verbinden. Sichert euch euer Ticket und seid live dabei am 17. und 18. Juni in Köln.

Haltung, Mut und die Fähigkeit, auch unter Druck seinem Kurs treu zu bleiben: Das zeichnet die W&V Top 100 aus. >>> Hier findest Du alle W&V Top 100/2026: Menschen, die vorangehen.

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Copyright: Sonja Herpich
Autor: Susanne Gillner

Susanne Gillner ist Director Content & AI bei der Münchner Kommunikationsagentur ELEMENT C. Zuvor arbeitete sie zwölf Jahre lang als Journalistin. Heute beschäftigt sie sich u.a. mit den Auswirkungen von KI und Automatisierung auf Kommunikation und Content-Strategien – ohne dabei den Blick für das zu verlieren, worauf es wirklich ankommt: gute Geschichten, hochwertige Inhalte und präzise Sprache.