Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Winnetou-Debatte um Ravensburger reißt nicht ab

Eigentlich wollte der Spielehersteller Ravensburger die Lage beruhigen, indem er umstrittene Winnetou-Bücher vom Markt nimmt. Aber jetzt tobt der Streit ärger denn je.
© W&V

Auch nach der Entscheidung, mehrere Kinderbücher wegen Rassismus-Vorwürfen aus dem Verkauf zu nehmen, sieht sich die Firma Ravensburger großer Kritik ausgesetzt. Hunderte Nutzer der Social-Media-Plattform Instagram äußerten ihr Unverständnis über die Entscheidung und bezichtigten die Firma etwa der Zensur oder des Einknickens vor Kritik. Daneben gab es auch Unterstützung für die Entscheidung.

Die vor allem für ihre Spiele und Puzzle bekannte Firma aus Ravensburg hatte Mitte August angekündigt, die Auslieferung der beiden Bücher "Der junge Häuptling Winnetou" zum gleichnamigen Film zu stoppen und aus dem Programm zu nehmen. In einem Instagram-Post begründete die Firma dies mit dem Feedback der Nutzer, das gezeigt habe, "dass wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben".

Ein Sprecher von Ravensburger teilte am Montag auf Anfrage mit, man habe die Entscheidung, die Titel zum Film "Der junge Häuptling Winnetou" aus dem Programm zu nehmen, sorgfältig abgewogen. "Wir vertreten in unserem Unternehmen und mit unseren Produkten seit langer Zeit Werte, an die wir glauben: unter anderem Gemeinsamkeit und Bildung, wozu auch Fairness und Offenheit gegenüber anderen Kulturen gehören, und dies wollen wir in unserem Programm ausgewogen darstellen."

Bei den genannten Winnetou-Titeln sei man nach Abwägung verschiedener Argumente zu der Überzeugung gelangt, dass angesichts der geschichtlichen Wirklichkeit, der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung, hier ein "romantisierendes Bild mit vielen Klischees" gezeichnet werde. "Auch wenn es sich um einen klassischen Erzählstoff handelt, der viele Menschen begeistert hat: Der Stoff ist weit entfernt von dem, wie es der indigenen Bevölkerung tatsächlich erging." Vor diesem Hintergrund wolle man als Verlag keine verharmlosenden Klischees wiederholen und verbreiten, auch wenn man den Grundgedanken der Freundschaft - wie bei Winnetou vorhanden - hoch schätze. Neben den beiden Büchern seien auch ein Puzzle und ein Stickerbuch zu dem Film aus dem Programm genommen worden.

Die Kritik hatte sich zunächst allem an der gleichnamigen Verfilmung entbrannt, weil der Film rassistische Vorurteile bediene und eine kolonialistische Erzählweise nutze. Der Film kam am 11. August in die Kinos.

Ravensburger Instagram-Entgegnung:

Neueste Beiträge

Gastbeitrag
WuV Community Icon So gelingt mittelständischen Marken der erfolgreiche Einstieg in CTV (nicht)
Die Investitionen in CTV-Werbung steigen und auch immer mehr Mittelständler wagen sich auf den großen Screen. Viele bringen dabei Strategien aus dem Performance-Marketing mit, die auf dem Fernseher scheitern. Im Gastbeitrag spricht Joe Pawlas von Everscreen.AI über falsche Erwartungen, typische Fehler, realistische Budgets und Tipps, um den Einstieg in CTV erfolgreich zu meistern.
6 Minuten
Agentic Advertising
WuV Community Icon Kann Agentic AI die Werbebudgets neu verteilen?
Auch auf der Dmexco ist es zu spüren. Ein Wabern zieht durch die Gänge, ehrfürchtig spricht man von „Agentic AI“. Der Begriff fällt auf Bühnen, an Ständen und wahrscheinlich auch bei dem einen oder anderen Kölsch am Abend. Was genau mit der Werbeindustrie passiert, wenn KI-Agenten größere Teile der Arbeit übernehmen, ist vielerorts noch offen. Doch an Anbieter-Ambitionen mangelt es nicht. 
7 Minuten
Doppelrolle
WuV Community Icon Warum Brevos CMO sich selbst als "Mini-CEO" bezeichnet
Inken Kuhlmann-Rhinow hat bei Brevo zwei Jobs, die in vielen Unternehmen deutlich voneinander getrennt wären. Sie verantwortet das weltweite Marketing des CRM-Anbieters und gleichzeitig als General Manager das Self-Serve-Geschäft.
6 Minuten
28. Sep 2026

Das könnte dich auch interessieren

Interview
WuV Community Icon „Bezahlt wird das Ganze nicht mit Geld, sondern mit Kontrollverlust“
Zwei Millionen Views sind schnell vergessen, sagt Julius Kahleis, Mitgründer von koelnistkool und der Agentur Kranz. Im Interview erklärt er, was Talkability von reiner Reichweite unterscheidet und warum Marken sich das nicht kaufen können.
9 Minuten
Interview
WuV Community Icon Ulrich Klenke: "Wer Marke nur als Summe seiner Produkte begreift, denkt zu kurz"
Die Telekom ist erneut auf Platz eins beim BrandZ-Ranking. Wir sprachen mit Ulrich Klenke, Chief Brand Officer der Deutschen Telekom, was er aus der Analyse mitnimmt, welche Marken ihn positiv überraschen – und wie man eine Marke aus dem Tal führt.
9 Minuten
12. Mär 2026
Live vom W&V-Summit
WuV Community Icon Die Zukunft des Marketings entscheidet sich nicht am Tool
Sechs Kurzvorträge, sechs Perspektiven, ein gemeinsamer Befund: Das Marketing von morgen wird nicht allein durch KI, Daten und Automatisierung geprägt. Entscheidend wird, ob Unternehmen wieder mutiger innovieren, Marken strategisch führen und Verantwortung neu verteilen.
6 Minuten
12. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige