Ein Filmteam hat sich den altehrwürdigen Adelssitz der Crawleys als Kulisse auserkoren und will großzügig dafür zahlen. Geld, das dringend gebraucht wird, um das marode Schlossdach zu flicken. Und so fallen die Filmleute in Downton Abbey ein, samt dem kapriziösen Filmstar Myrna Dalgleish (Laura Haddock). Für Mary, ihre Kammerzofe Anna und andere ein aufregendes Erlebnis, für den traditionsbewussten Butler Carson und die Dowager Countess dagegen ein Horror. «Miss Dalgleish hat den Charme einer Warze», ätzt Violet. Sie entflieht mit einem Teil der Familie nach Südfrankreich, um dort ihre Villa am Meer in Augenschein zu nehmen, während die restlichen Crawleys und ihre Bediensteten mit dem Chaos zu Hause klarkommen müssen.

Höhepunkte sind wieder einmal die Aussprüche der scharfzüngigen und schlagfertigen Dowager Countess, die Maggie Smith trocken und meisterhaft vorträgt. «Ich dachte, das Beste am Film wäre, dass man nichts hört», sagt sie etwa zum Stummfilm, der von vertonten Streifen zunehmend verdrängt wird. «Noch besser wäre es, man würde nichts sehen.» Oder ihr Rat an ihre Enkelin Mary, damit sich diese Respekt verschaffen kann: «Sorge dafür, dass sie in Dir einen Drachen sehen.»

Gedreht wurde wieder einmal in Highclere Castle und seiner lieblichen Parklandschaft südwestlich von London. Nicht minder idyllisch: Die französische Villa am Meer, ein farbenprächtiger, mediterraner Traum im Mittelmeerstädtchen Toulon.

Doch das prunkvolle Leben der Crawleys nähert sich dem Ende.

Herrschaftliche Anwesen mit riesiger Dienerschar passen nicht mehr in die Moderne. Fellowes zeigt die Brüche auf, die sich daraus ergeben, etwa wenn Carson daran verzweifelt, dass alte Traditionen über den Haufen geworfen werden. Und Mary und ihre Schwester Edith stehen für moderne Frauen, die sich nicht mehr in enge Korsetts zwängen wollen, um den Männern zu gefallen, sondern ihr Leben aktiv und selbstbewusst gestalten wollen.

Große Träume und Hoffnungen auf eine gute Zukunft - doch auch Wehmut durchzieht diesen Film, der auf ein hochemotionales Finale zusteuert.

Auch Violet zeigt sich ungewohnt gefühlvoll, großartig gespielt von Maggie Smith. Das findet auch Drehbuchautor Fellowes: «Maggie hat viele Talente und eines davon ist, dass sie in einem Moment wahnsinnig witzig ist und dich im nächsten zum Weinen bringt.»

Der neueste Trailer zu Downton Abbey

 Cordula Dieckmann, dpa