Grey entdeckt die Customer Journey

André Schieck hatte als Digitalchef der Agentur die Netzexpertise, die bis vor vor drei Jahren noch in einer selbstständigen Unit mit 60 Leuten lag, in die Strukturen integriert. Und er baute mit Grey Adventures eine zuletzt vierköpfige Consulting-Abteilung auf (Kunden: u.a. Eon, DHL; Umsatz: 2 Mio. Euro 2017). Er hatte auch immer darauf gepocht, die Rolle der Berater zu stärken, um die Kunden in der digitalen Transformation an die Hand zu nehmen. Das hat Grey wohl nie recht umgesetzt.

Sein Wissen fehlt Grey jetzt. Das wirkt vor dem Hintergrund problematisch, da die Agentur vor einer Neupositionierung steht. Poppema will die Agentur von einer klassischen Werbeagentur für strategische Markenführung zu einer digital getriebenen Brand-Experience-Agentur umformen, die Markenerlebnisse entlang der Customer Journey schafft - und zwar sowohl in der Kommunikation wie mit ganz neuen Geschäftsmodellen, die es zu entwickeln gilt. Dafür braucht es digitales Knowhow.

Wie Poppema die Herausforderung angeht, ist offen. Der CEO sagt, sein Weggang werde keinen Einfluss auf die Umsetzung des Themas "Brand Experience" haben. "Ein direkter Nachfolger steht noch nicht fest." Grey könnte stattdessen auch auf die Schwarmintelligenz des Teams setzen.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.