Vorstandswahlen :
Benjamin Minack soll neuer GWA-Präsident werden

Michael Trautmann stellt sich nicht wie geplant zur Wahl. Minack leitet das Ressort Politik im GWA-Vorstand. Er ist Geschäftsführer der Agentur Ressourcenmangel in Berlin.

Text: Conrad Breyer

Den Gesamtverband Kommunikationsagenturen könnte bald Benjamin Minack anführen.
Den Gesamtverband Kommunikationsagenturen könnte bald Benjamin Minack anführen.

Benjamin Minack, Geschäftsführer der Agentur Ressourcenmangel in Berlin (Hirschen-Gruppe), soll neuer GWA-Präsident werden. Jedenfalls stellt er sich zur Wahl. Das hat der amtierende Präsident Wolf-Ingomar Faecks der Presse Montagabend in einem Rundschreiben mitgeteilt. Minack betreut im Gesamtverband Kommunikationsagenturen das Vorstandsressort Politik. Er habe sich, so Faecks, "mit großer Freude und Elan dazu bereit erklärt, als Kandidat für meine Nachfolge im Amt des GWA-Präsidenten im November auf der Mitgliederversammlung antreten zu wollen". Gewählt wird am 9. November.

Ursprünglich sollte Michael Trautmann den Posten übernehmen, er wollte sich der Abstimmung stellen. Jetzt hat er seine Pläne aber geändert.

Ein großer Teil des aktuellen Vorstands habe zudem Interesse bekundet, sich eine weitere Amtszeit für den Verband einsetzen zu wollen! Dazu gehören laut Faecks Nina Rieke, auch Michael Trautmann, Thomas Eickhoff, Wolfgang Pachali, Michael Maschke, Jörg Dambacher, Tobias Spörer und Lukas Dudek.

Ausscheiden werden Marianne Heiss, Julia von Winterfeldt, Christan Rätsch, Raphael Brinkert und Ulrich Klenke. Man habe bereits mit einigen potentiellen Neueinsteigern gesprochen und sei zuversichtlich, die ausscheidenden Vorstandsmitglieder mit würdigen Nachfolgern ersetzen zu können.

Positive Bilanz

Faecks blickt zufrieden auf die vergangenen vier Jahre seiner Amtszeit zurück. Tatsächlich ist der Verband politischer, auch wieder relevanter als Branchenstimme geworden. Der GWA hat für seine Mitglieder etliche neue Angebote entwickelt wie die Werbemessen Adday/Adnight oder Bildungsreisen. Demnächst kommt das neue Magazin ON auf den Markt. Wichtige Studien sind erschienen.

Die Kooperation mit anderen Agenturverbänden lief unter Faecks Ägide prima, allen voran die Kampagne "Komm in die Agentur". Der GWA hat einen Code of Conduct verabschiedet, der die Beziehungen zwischen Agenturen regelt. Und sie haben den Effie reformiert. Das allerdings, gibt Faecks zu, war mit dem Skandal um Effiegate nötig geworden, eine Krise, "die mich durchaus an den Rand der ehrenamtlichen Erträglichkeit gebracht haben", wie Faecks sagt.

Digital rules

Mit Minack übernimmt wieder ein Digitaler und noch dazu Datenspezialist die Führung des Werberverbands in Berlin. Faecks führt als Managing Director DACH, Italy SapientRazorfish in München, Minack hat die Digitalagentur Ressourcenmangel gegründet. Er gehört zu den wichtigsten Managern der Hirschen-Gruppe, führt 150 Mitarbeiter an vier Standorten und betreibt nebenbei noch zwei Start-ups. Ihn zum Präsidenten zu wählen, wäre eine wegweisende Entscheidung.

Benjamin Minack, 1978 geboren, hat früh verstanden, dass Big Data das Marketing radikal verändert und er weiß, damit umzugehen. Er hat keine klassische Werberlaufbahn absolviert. Der Mann aus Frankfurt/Oder studierte Rechtswissenschaften, stieg dann aber lieber als Projektmanager bei Holtzbrinck ein, wurde Leiter Marketing und Business Development bei Zeit Online und wechselte 2009 in die Selbstständigkeit. Für den GWA, dessen Vorstand er bereits angehörte, könnte er wichtige Impulse setzen. (cob/fz)


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.