Das Markenzeichen funktioniert meist wunderbar flexibel bis zum reinen Quadrat-Kreis – einzig das Stottern des Akronyms stört: man liest entgegen der Aussprache Dm-Expo, aber das ist inhaltlich begründbar. Die Anwendung im Web ist spielerisch und gut differenziert. Ich bin allerdings gespannt auf die wahre Herausforderung: wie kann durch den visuellen Rahmen die naturgemäß grabbelig-wuselige Expo besser ausschauen? Hoffentlich werden dort die Stände visuell strenger kuratiert, um auch dort Niveau zu halten." Christian Hanke, Partner Edenspiekermann

Felix Damerius: "Man musste an das Design ran"

Felix Dameruis ist Creative Director der Peter Schmidt Group in Frankfurt.

Felix Dameruis ist Creative Director der Peter Schmidt Group in Frankfurt.

"Zweifelsfrei: An das Corporate Design der Dmexco musste man ran – und wenn man die inhaltliche Neuausrichtung berücksichtigt, ist ein neuer Auftritt der richtige Hebel. Das überarbeitete Corporate Design wirkt jetzt auch moderner, jünger und dynamischer. Der responsive Ansatz ist gut und kann durch die reduzierte Farb- und Formensprache einfach variiert und an vielen Touchpoints charakteristisch eingesetzt werden. Noch stärker würde es überzeugen, wenn man diesen Ansatz in den kommenden Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und er seine Wandelbarkeit jedes Jahr neu belegen kann. Was nicht so ganz klar wird ist, warum das Quadrat und der Kreis als Symbole verwendet werden. Das lässt sich vielleicht formal begründen, inhaltlich herleiten aber nicht. Und was noch auffällt: Auch weiterhin wird man D-mexco und nicht Dm-exco sagen. Das ist gelernt." Felix Damerius, Creative Director Peter Schmidt Group

Annika Kaltenthaler: "Ein wirklich gelungener Case"

Annika Kaltenthaler ist Creative Director bei Zeichen & Wunder.

Annika Kaltenthaler ist Creative Director bei Zeichen & Wunder.

 

"Für den neuen Dmexco Auftritt vergebe ich Bestnoten. In unserem Branding-Alltag erleben wir ja leider oft, dass in die Jahre gekommene Konzepte und Erscheinungsbilder notdürftig an der Oberfläche schönheitsoperiert werden – was der Marke im Kern aber wenig weiterhilft. In diesem Fall wurde der gesamte Auftritt aber konsequent neu gedacht, entwickelt und für die Digitalisierung fit gemacht. Das Logo-Design entspricht zu 100% dem, was sich die Zielgruppe heute wünscht: es ist minimalistisch, smart, digital und animiert.

Die Vereinfachung der Bildmarke auf zwei simple Formen – Kreis und Quadrat – ist zwar keine neue Form-Erfindung, entspricht aber dem Simplify-Gedanken des State-of-The-Art im Design; und funktioniert als Kurzform mobil auch noch sehr gut. Die Farbigkeit des Designs wurde perfekt ins Jetzt übersetzt, mit dem leuchtenden RGB Blau im digitalen Hauptmedium toll in Szene gesetzt.

Der puristische Schwarz-Weiß-Gesamtlook ist auch im Raum stimmig und wirkungsvoll. Besonders spannend: auf den ersten Blick ist zu erkennen, wieviel sich inhaltlich getan hat. Ein Storytelling-Ansatz und aktivierende Headlines erwecken das vormals starr wirkende Format zu neuem Leben – und laden dazu ein, Teil der Dmexco zu werden. Das Thema Customer Centricity ist gerade DAS große Branding-Thema, wurde hier aber ernst genommen – und zwar eben nicht "nur mal so grundsätzlich als nette Idee", sondern bis zur tatsächlichen Umsetzung an den unterschiedlichen Touch Points. Insgesamt ein ganzheitlich wirklich gelungener Case."  Annika Kaltenthaler, Creative Director bei Zeichen & Wunder

Christian Büning: "Adios, Mexico"

"Eine Wortmarke zu gestalten, die das 'Mexico' aus dem Kopf verschwinden lässt, ist keine leichte Aufgabe, die aber tatsächlich gelungen ist. Sperrigkeit als Umparkhilfe im Kopf ist nicht ganz ohne Risiko, funktioniert hier jedoch ziemlich gut." Christian Büning, Büro Büning / Vizepräsident Deutscher Designertag

Mo Toutoungi: "Alles richtig gemacht - mit einer kleinen Ausnahme"

"Aus meiner Sicht ist die "DM-Exco" ein sehr gutes Beispiel, wie eine Transformation durch eine kluge Markenstrategie und durch ein neues Design erlebbar gemacht wird. Den Auftritt im Web und Mobile finde ich sehr zeitgemäß, plakativ und mutig. Alles richtig gemacht. Mit einer kleinen Ausnahme: Leider ist der Boomerang Effekt etwas zu viel des Guten - etwas mehr Ruhe aus Usersicht hätte dem Auftritt gut getan." Mo Toutoungi, Creative Director, The Hamptons Bay Design Company

Christine Lischka: "5 Sterne"

Christine Lischka ist Managing Director Serviceplan Design.

Christine Lischka ist Managing Director Serviceplan Design.

"Dass eine Digitalmesse beim Redesign ihres Auftritts auf optimale Funktion im Web setzt, ist nachvollziehbar. Der neue Dmexco Auftritt involviert, bietet Content und setzt Maßstäbe wie eine Messe, die als innovativ und kommunikativ positioniert ist, sich neu erfindet. Allein das Wort Messe wirkt eigenartig altertümlich in Verbindung mit diesem Auftritt.

Das Vorgängerlogo wirkte in der Tat schon etwas ältlich.

Das neue Logo gehört zum Gesamtkonzept eines responsiven Auftritts. Logos müssen heute in verschiedensten Anwendungen funktionieren, auf dem Smartphone wie auf dem Citylight Poster. Darum liegt das neue, responsive Logo der Dmexco voll im Trend: die Typografie ist serifenbetont und bold, formal sehr reduziert. Die Formsprache zusätzlicher Logo-Elemente beschränkt sich mit Kreis und Quadrat auf geometrischer Grundformen. Der rote Kreis und das blaue Quadrat tauchen als Navigationselemnte im Leitsystem wieder auf. Insgesamt ist die Beschränkung auf 2 Farben sehr wohltuend.

Zum Glück ist der Trend vobei, wonach sich digitale Kompetenz in wabernden, dreidimensionalen, das ganze Farbspektrum abdeckender Formen präsentieren muß.

Die Dmexco zeigt ein neues und entspanntes Selbstverständnis mit ihrem souveränen Auftritt. 5 Sterne."  Christine Lischka, Managing Director Serviceplan Design

Das zukünftige grafische Leitsystem in der Messehalle kommt erstmals im September zum Einsatz.

Das zukünftige grafische Leitsystem in der Messehalle kommt erstmals im September zum Einsatz.

Tim Böker: "Ein Hipster Design ohne Identitiät"

Tim Böker ist Gründer und Geschäftsführer von Kommerz.

Tim Böker ist Gründer und Geschäftsführer von Kommerz.

"Moderner ist der Auftritt gestalterisch meines Erachtens nicht. Man merkt, dass der Markenauftritt in so kurzer Zeit aus dem Boden gestampft wurde.

Das Ganze erinnert stark an an Bauhaus in 2018 übersetzt. Eine mehr als langweilig übersetzte Typologie, die nichts mit Innovation, Customer Centricity oder "Fast Forward" zu tun hat.

Ein Hipster Design ohne Identitiät. Langweilige Typo, die schon vor drei Jahren in jedem modernen urbanen Blog zum Einsatz gekommen ist.

Speziell bei der Website gilt leider das Prinzip "Function follows form". Nutzerführung und Informationsaufbereitung sind alles andere als nutzerfreundlich. Das zeigt zum Beispiel die Conference-Seite. Einfach nur ein Design mit Selbstzweck statt nutzerfreundlicher Bedienung.

SXSW, Websummit oder Fifteen Secons machen das leider alle besser.

Natürlich war das alte Dmexco-Design schlimmer, das ist keine Frage. Umso trauriger, dass man nicht mehr rausgeholt hat." Tim Böker, Gründer und Geschäftsführer Kommerz


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor ("Der Social-Media-Rausch") und Blogger ("Mittelrheingold"). Interessiert sich für Content Marketing und digitale Transformation. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.