Die üblen Gerüchte um Frau Wulff hatte man ja schon eigentlich vergessen. War es klug, das alles auf die Titelseiten zu bringen?

Hier wird leider extrem viel geheuchelt - auch von den Medien. Einerseits wird von Leuten, die auch gerne mal im Hintergrund geflüstert, haben gesagt "hätte sie mal früher um ihre Ehre gekämpft" und andererseits ist jedem klar, dass Frau Wulff damit dem Amt und ihrem Mann sehr geschadet hätte. Das ist sozusagen fast ausweglos. Sie hat sich für diesen Weg entschieden um auch künftig eine öffentliche Rolle spielen zu können. Am Ende wird immer etwas hängen bleiben, so ist das in unserer Mediengesellschaft.

Sie sind im politischen Berlin sehr gut verdrahtet. Wie schätzt man die Medien-Offensive von Bettina Wulff dort ein?

Wie gesagt, ich halte das nicht für eine gezielte Medienoffensive. Das Thema wird in Berlin sehr differenziert betrachtet und ich kann nur hoffen, dass der Fehler "mit dem Aufzug rauf und mit dem Aufzug runter" nicht ein weiteres Mal passiert. Das Amt des Bundespräsidenten und der First Lady werden immer differenzierter und strenger beurteilt als andere politischen Ämter. Das macht es nicht einfacher.

Wie sieht es eigentlich mit einem Comeback von Christian Wulff aus? Welche Kommunikationsstrategie empfehlen Sie ihm?

Das Thema Comeback ist für einen ehemaligen Bundespräsidenten immer schwierig. Ein ehemaliger Bundespräsident muss nicht zurück kommen, er ist immer noch da und wird in dieser Funktion auch gesehen. Zumindest nach einem gewissen Abstand. Christian Wulff sollte sein Thema finden, beispielsweise Integration und dies zu seiner nationalen Aufgabe machen unter Einbeziehung von wichtigen Organisationen und klugen Köpfen. Das wird noch einige Zeit dauern, aber er ist ja noch relativ jung für einen Bundespräsidenten.


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W&V Redaktion
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