"Punch ist eine Marketing Consultancy, die CMOs dabei unterstützt, die effektivsten Stellschrauben für eine erfolgreiche Marketingstrategie zu definieren – und das disziplinübergreifend und evidenzbasiert. Die in Summe generalistische Teamaufstellung ermöglicht es, Aufgaben ganzheitlich zu betrachten, wenn die Lösung wiederum von Spezialisten implementierbar aufbereitet wird. Da Punch umsetzungsunabhängig ist, können die wirklichen Kundenprobleme nicht nur identifiziert sondern vor allem auch ehrlich benannt werden." So lautet das offizielle Positionierungsstatement zum Leistungsangebot.

Geboren wurde Punch aus der Frage: "Wie kann ich nach hinten raus wirklich erfolgreich werden?" und dem Need nach einer übergreifenden Beratung sagen die beiden Geschäftsführer. Denn die Kunden seien oft zu sehr gefangen im Operativen und könnten sich selbst diese Frage nicht objektiv beantworten. Und obwohl zwar Agenturen oft Ahnung von diesen Dingen haben und Kunden auf deren Meinung auch Wert legen, wollen sie trotzdem noch eine ordentliche Beratung dazu hören. Aber auch diese haben oft immer dieselbe Richtung, die am Ende eingeschlagen wird, sagen Kiefer und Thomsen. Punch sei da anders, da beide in unterschiedlichen Disziplinen gearbeitet haben und alle Optionen gegeneinander abwägen könnten.

Punch steht für durchschlagende Wirkung

Man habe daher ganz bewusst auf einen Verweis auf die Mutteragentur im Namen verzichtet, um sich als unabhängige Beratung präsentieren zu können. "Punch" übrigens in Anlehnung an die Boxersprache. Man wolle wieder durchschlagen im Marketing, eine Wirkung haben. Das Ziel für 2020 sei erst einmal zu wachsen, Mitarbeiter dazu zu gewinnen und sich zu etablieren. Nach der Launch-Phase wolle man dann 2021 so richtig durchstarten.

Den Kompetenzen der beiden Geschäftsführer und der beiden anderen Mitarbeiter entsprechend, liegt der Schwerpunkt auf der strategischen Beratung in kleinen und großen Projekten. Mitte des Jahres soll eine fünfte Person ins Team dazukommen. Wer genau wollten sie nicht verraten, ließen aber durchblicken, dass es ein Name ist, den man innerhalb der Branche kennen könnte.

"Brains, Guts and Heart" als Tagline

Zusätzlich hat man sich die Tagline "Brains, Guts and Heart" gegeben, die die Philosophie widerspiegeln soll. "Brains" für das Verständnis für die Probleme des Kunden, schnelle Auffassung und eben alles, was mit Denken zu tun hat. "Guts" für "Mut haben". Denn manchmal braucht es Courage ein Problem auch als solches zu benennen oder unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Und "Heart" weil es auch ein kleines bisschen Empathie braucht, auf den anderen einzugehen. Denn die beste Strategie nützt nichts, wenn der Kunde sie aus irgendwelchen Gründen nicht umsetzen kann oder sich aus irgendwelchen Gründen nicht damit wohlfühlt.

So sieht das Punch-Logo aus.

So sieht das Punch-Logo aus.

Schnellboot statt Riesendampfer

Die Projekte laufen über eher kürzere Zeiträume von drei bis acht Wochen. Durch das kleine Team sei eine enge und agile Zusammenarbeit mit dem Kunden möglich. Man wolle eher ein kleines wendiges Schnellboot sein, das Probleme löst, statt ein Riesendampfer. Die Arbeitsmethoden werden dementsprechend an die einzelnen Projekte angepasst. Obwohl man sich als agil bezeichnet, wird nicht streng nach Methoden wie Scrum gearbeitet. Außer natürlich ein Kunde wünscht das explizit. Ein klassischer Projektstart ist zum Beispiel das Analysieren von bestehenden Wissenslücken unter anderem zu Zielgruppen, Marktsegmentierungen, Markenwahrnehmung oder Wirkzusammenhängen im Marken- Ökosystem durch KPI-Modelings.

Die ersten Kunden kamen von Grabarz

Obwohl immer wieder Unabhängigkeit von Grabarz & Partner betont wird, teilt sich Punch mit der Agentur die Räumlichkeiten, die Departments Human Ressources und Public Relations sowie den IT-Support. Als dritte Geschäftsführerin ist übrigens Grabarz' Strategiechefin Stefanie Kuhnhen mit im Boot. Allerdings eher als Backup, so Thomsen und Kiefer. Denn man sei eine eigenständige GmbH. Ziel sei es nicht, eine Verlängerung der Grabarz-Wertschöpfungskette zu sein, sondern unabhängige Entscheidungen zu treffen.

Die ersten Kunden kommen über die bisherige Zusammenarbeit mit Grabarz. Namentlich handelt es sich dabei um Burger King, Euronics und den Kosmetikhersteller Cosnova mit den Marken L.O.V., Essence und Catrice. Der erste Kunde, der nicht von der Agentur hinübergeschoben wurde, sondern über einen persönlichen Kontakt gewonnen werden konnte, ist der auf Frauengesundheit spezialisierte Pharmahersteller Dr. Kade.


Autor:

Marina Rößer © privat
Marina Rößer

ist als Redakteurin im Agenturressort der W&V tätig. Die Diplom-Politologin hat viele Jahre in einem Start-Up gearbeitet und ist daher besonders fasziniert von innovativen Digitalthemen und kreativen Marketingstrategien. Ihre eigene kreative Seite lebt sie beim Kochen und Fotografieren aus und bringt sich zudem Designthemen bei.