Kommentar :
DDB Tribal: Warum "Back to the roots" ein guter Weg ist

DDB Germany holt die einstmals abgeschaffte Marke Tribal wieder aus der Versenkung und startet damit in Hamburg neu durch. Warum die Rolle rückwärts ein kluger Schachzug ist.

Text: Peter Hammer

Peter Hammer ist Redaktionsleiter beim W&V-Schwesterblatt Kontakter.
Peter Hammer ist Redaktionsleiter beim W&V-Schwesterblatt Kontakter.

Stimmt, es ist auf den ersten Blick irritierend: 2010 legt DDB die beiden Marken DDB und Tribal DDB zu DDB Tribal zusammen. Vier Jahre später wird das "Tribal" im Namen gestrichen. Und jetzt revitalisiert DDB Deutschland die Marke DDB Tribal am Standort Hamburg. Weshalb die vermeintliche Rolle rückwärts?

Die Omnicom-Networker reagieren damit - wie in den Jahren zuvor - auf veränderte Marktbedingungen. 2010 war es nun mal eine der größten Herausforderungen für Agenturen, digitales Wissen und klassisches Kommunikations-Knowhow zusammenzubringen. Ergo packte man DDB und die für Digitales stehende Tribal zusammen.

Wenige Jahre später wollte das Network signalisieren, dass digitale Kommunikation fester Bestandteil des eigenen Leistungsportfolios ist. An jedem Standort. Denn genau das wurde von den Auftraggebern auch erwartet. Wozu dann also einen zweiten Namen?

Heute aber geht es nicht mehr nur um kanalübergreifende Kommunikation. Große Agenturen wie DDB bauen komplexe Infrastrukturen und digitale Ökosysteme für ihre Kunden auf und stehen mit diesem Angebot in direktem Wettbewerb zu Anbietern wie SinnerSchrader, Accenture Interactive oder auch IBM Interactive Experience. Doch das assoziieren weder Kunden noch Bewerber mit der Marke DDB.

Insofern ist es ein kluger Schachzug, dieses Spezialangebot separat auszuweisen und mit Blick auf die eigene Historie entsprechend zu branden. Dass damit ein engerer Schulterschluss mit der internationalen Tribal Group, einem Netzwerk innerhalb von DDB Worldwide, einhergeht - kein Fehler.