Verändern Sie jetzt die bisherigen Vereinbarungen zum Thema Homeoffice?

Remote zu arbeiten, war bei uns schon immer möglich, da wir als Digital-Agentur hier sehr gut aufgestellt sind und schon immer sehr zukunftsorientiert gearbeitet haben. Wir haben und hatten Mitarbeiter, die beispielsweise vom Bodensee, aus Portugal oder dem Allgäu aus gearbeitet haben, während unser Sitz ja in München ist. Bisher musste Homeoffice theoretisch nur angefragt und mit allen Beteiligten abgesprochen werden und es war auf nicht mehr als zwei Tage pro Woche beschränkt. Hier wollen wir zukünftig das Arbeitsmodell etwas anpassen und die Anzahl der Tage erweitern. Um den persönlichen Kontakt aber nicht zu verlieren, soll es fixe Office-Tage geben. An den weiteren Tagen können die Mitarbeiter selbst entscheiden, von wo aus sie arbeiten möchten.

Wie sind Ihre Mitarbeiter fürs Homeoffice technisch gerüstet und müssen Sie da evtl. nachjustieren?

Dadurch, dass wir Remote-Arbeiten bei uns bereits vor der Pandemie möglich gemacht haben, sind wir technisch bereits optimal aufgestellt. Auch mit Tools wie beispielsweise Teams, One Drive oder den VPN-Client haben wir schon früher gearbeitet, die Nutzung ist nun nur noch intensiver geworden. Während Corona haben wir außerdem versucht, technisch noch mehr aufzurüsten und allen Mitarbeitern im Office wie auch Zuhause optimale Arbeitsbedingungen zu bieten. Auf lange Sicht wollen wir im Büro außerdem auf flexible Arbeitsplätze und die Clean-Desk-Policy setzen. Denn der Trend geht ganz klar auch weiterhin zum Homeoffice und die Mitarbeiter werden nicht mehr an so vielen fixen Tagen im Büro sein.

Welche Zwischenbilanz ziehen Sie beim Thema Homeoffice für Ihr Unternehmen? Wo hat es gut geklappt, wo lagen Schwierigkeiten?

Grundsätzlich wurden wir darin bestärkt, wie gut wir aufgestellt sind und wie reibungslos wir von überall aus arbeiten können. Ob wir aus der Agentur oder dem Homeoffice arbeiten, die Qualität ist dieselbe und das ist natürlich das Ziel. Für uns als Agentur, in der das Miteinander mit am wichtigsten ist, waren die fehlenden sozialen Kontakte zunächst eine Umstellung und auch unsere Sorge. Nicht ohne Grund lautet einer unserer Core Vales #onetwoteam. Das Teamgefühl aufrecht zu erhalten, obwohl man sich nur noch selten persönlich sieht, war mit die größte Herausforderung. Doch auch hier haben wir Wege gefunden. Anfänglich mit einem wöchentlichen Feierabend-Bier über Teams und mittlerweile finden auch wieder Teamevents statt ­– mit etwas Abstand und nicht im Ausland, wie wir es sonst einmal im Jahr gemacht haben, aber das Teamgefühl bleibt gestärkt. Zusätzlich haben wir einmal in der Woche ein Agenturmeeting mit allen, wo wir über aktuelle Themen sprechen und man sich zumindest über Video-Chat auch einfach mal wieder sieht.

Eine kleine Herausforderung war tatsächlich das Onboarding neuer Mitarbeiter während aus dem Homeoffice. Hier hat es uns geholfen, Buddys einzuführen, die die Mitarbeiter zu Beginn ein wenig begleiten und mit denen sie dann direkt auch ein paar Gesichter aus dem Team kennenlernen. Zukünftig wollen wir hier eine Art Speed-Dates einführen, die neue Mitarbeiter mit allen aus den unterschiedlichen Abteilungen haben.

An welchen Stellen sehen Sie Verbesserungspotenzial?

Hier sind wir aktuell noch in der Planung und Optimierung unseres Homeoffice-Modells und können deshalb zu den Verbesserungspotenzialen noch nichts genaues sagen – es gibt aber bestimmt welches.

Was heißt das für Ihr Gebäudemanagement? Brauchen Sie mehr/weniger Raum? Oder anders gestaltete Flächen?

Die Anzahl der Arbeitsplätze hat sich halbiert, da die Büroräume nur noch zur Hälfte besetzt werden können. Das entspricht aber aktuell auch der Nachfrage an Mitarbeitern, die gern aus dem Büro arbeiten möchten. Deshalb ist auch die Idee mit den flexiblen Arbeitsplätzen und der Clean-Desk-Policy entstanden. Das Konzept sehen wir als großen Vorteil, insbesondere in Sachen Teamgefühl. So sitzen im Büro immer wieder unterschiedliche Kollegen zusammen – dadurch lernt man sich nicht nur besser kennen, sondern kann auch frische und neue Ideen austauschen. Ob und wie viel übrigen Raum wir am Ende haben werden, können wir noch nicht genau abschätzen und hängt auch davon ab, wie viele Mitarbeiter sich nun regelmäßig über unser Buchungssystem anmelden.

Welche Initiativen zur psychischen Gesundheit oder zur Beratung in schwierigen Lebenssituationen bieten Sie an?

Spezielle Initiativen gibt es nicht. Unsere Geschäftsführung wie auch die jeweiligen Team-Leads haben aber immer eine offene Türe bzw. ein offenes Ohr für alle Themen und Mitarbeiter – wie natürlich auch schon vor Corona. Egal ob es einen Mitarbeiter wieder in die Heimat zieht oder andere Lebensumstände ein flexibles Arbeitsmodell notwendig gemacht haben, wir haben hier in der Vergangenheit immer versucht den Mitarbeitern und ihren individuellen Wünschen nachzukommen und werden das auch künftig so handhaben.

Die neue W&V-Serie: Home oder Office? Hier sehen Sie alle bisher erschienen Teile:

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Annette Mattgey, Redakteurin
Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".