Umsatz :
Kolle Rebbe: Die Bilanz eines schwierigen Jahres

Trotz eines Umsatzrückgangs von gut sieben Prozent blickt die Agentur auf ein "mehr als zufriedenstellendes Ergebnis" für das Geschäftsjahr 2017. Es war zugleich das Todesjahr des Gründers Stefan Kolle.

Text: Daniela Strasser

Nach dem überraschenden Tod des Gründers Stefan Kolle hat sich die Hamburger Agentur neu finden müssen. Mit den Geschäftszahlen ist sie zufrieden.

Die Hamburger Agentur Kolle Rebbe schließt das Geschäftsjahr 2017 mit einem laut eigener Aussage "mehr als zufriedenstellenden Ergebnis" ab. Nach einem Umsatzrekord im Jahr 2016 verringerte sich das Gross Income um 6,9 Prozent auf 32,45 Millionen Euro, dies stelle aber immer noch das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen der Agentur dar. Betrachtet man ausschließlich die Netto-Erlöse, beträgt die Veränderung zum Vorjahr 2,7%. Damit sei Kolle Rebbe auf Vorjahresniveau, teilt die Agentur als Erklärung des Umsatzrückgangs mit. Sie kann nach dem Tod des Gründers gute Nachrichten gebrauchen.

„Wir haben 2017 keinen Kunden verloren. Mit Marken wie Auping, Heycar, Cremesso und Apple Music, deren Etats erst in 2018 erlöswirksam werden, konnte das Kundenportfolio weiter ausgebaut werden. Die aktuelle Auftragslage ist stabil und wir können für 2018 mehr als optimistisch in die Zukunft blicken“, kommentiert Kai Müller, Geschäftsführer Finanzen.

2017 war für die Agentur ein schwieriges Jahr, im September verstarb völlig überraschend Gründer Stefan Kolle. Die verbliebene Geschäftsführung bemühte sich im Anschluss um Ruhe innerhalb und außerhalb des Unternehmens und setzte dafür auch einen Trauerberater ein. Die Führung teilen sich sechs geschäftfsführende Gesellschafter, weitere fünf Mitarbeiter gehören ebenfalls zum Führungsstamm.

Zu den größten Kunden der Agentur zählen die Lufthansa, o2, Netflix, Ritter Sport, Audi, Krombacher, die Hypovereinsbank, Leibniz und Hansgrohe. 2017 sei "außerdem das Jahr der großen Investments gewesen", heißt es bei Kolle Rebbe. So habe die Gruppe unter anderem in den Ausbau von Honey investiert - dem Joint Venture von Territory und Kolle Rebbe - und die Kolle Rebbe Studios als hauseigene Produktionsabteilung aufgebaut. Auch die Entwicklung von neuen Produkten und Services soll eine wichtige Säule der Agentur bleiben, beidem galt zuletzt das Hauptaugenmerk von Gründer Stefan Kolle. Kolle Rebbe beschäftigt derzeit rund 280 Mitarbeiter.


Autor:

Daniela Strasser, W&V
Daniela Strasser

Redakteurin bei W&V. Interessiert sich für alles, was mit Marken, Agenturen, Kreation und deren Entwicklung zu tun hat. Außerdem schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung. Neuerdings sorgt sie auch für Audioformate: In ihrem W&V-Podcast "Markenmenschen" spricht sie mit Marketingchefs und Media-Verantwortlichen über deren Karrieren.