Massive Umbauten :
Neuer WPP-CEO Mark Read treibt Konsolidierung voran

Young & Rubicam soll mit der Digitalagentur VML fusionieren – eine Reaktion auf die Veränderungen der Agenturlandschaft durch die Digitalisierung.

Text: Franz Scheele

Kenner des Verbunds: Sorrell-Nachfolger Mark Read hat seit vielen Jahren diverse WPP-Führungsrollen inne.
Kenner des Verbunds: Sorrell-Nachfolger Mark Read hat seit vielen Jahren diverse WPP-Führungsrollen inne.

Die weltgrößte Werbeholding WPP will offenbar die Werbeagentur Young & Rubicam mit der Digitalagentur VML verschmelzen. Mit diesem Schritt versucht der neue WPP-CEO Mark Read, auf die Veränderungen der Agenturlandschaft durch die fortschreitende Digitalisierung zu reagieren, wie das Wall Street Journal (Paywall) schreibt.

Künftiger Chef der fusionierten Agenturen soll danach VML-CEO Jon Cook werden. Spekulationen über eine derartige Fusion gibt es in der Branche bereits seit einiger Zeit. Offiziell hat sich WPP hierzu allerdings noch nicht geäußert.

Laut WSJ ist zudem geplant, dass das Direktmarketing-Netzwerk Wunderman stärker mit den WPP-Kreativagenturen zusammenarbeitet, um ihnen für ihre Arbeiten mehr Konsumentendaten zur Verfügung zu stellen.

Großer Handlungsbedarf

Wie bereits berichtet, hatte der US-Marktforscher Forrester erst vor Kurzem in seiner Studie "Agency Holding Companies Need a Brave New Business Model" empfohlen, dass sich WPP von Hunderten Agenturmarken verabschiedet und sich auf wenige Dutzend beschränkt, um den Bedürfnissen der Marketingchefs von werbungtreibenden Unternehmen gerecht werden zu können.

Um zu überleben, so heißt es in der Studie, müssten WPP und die anderen großen Werbeholdings sich radikal umstrukturieren. Nach Ansicht der Autoren Jay Pattisall und Ted Schadler besteht aber bei WPP der größte Handlungsbedarf. Entweder konsolidiere sich WPP oder das Werbenetzwerk werde "von jemandem übernommen, der dann diese Aufgabe übernimmt".


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.