Auf der Kundenliste von Grey Global stehen namhafte Brands wie Coca-Cola, Pfizer, HSBC, Bose, GSK, Hasbro, Marriott oder Nestlé. AKQA zählt Unternehmen wie Gap, Heineken, Nike, MTV, Fiat oder Volkswagen zu seinem Kundenportfolio.

Deutschland: Kooperationen auf dem Prüfstand

Überraschend kam der Schritt nicht. Dass Grey mit einer anderen WPP-Agentur zusammengehen soll, wurde seit Langem diskutiert. Dass es nun AKQA wird, ergibt Sinn. Die Agentur ist führend im Bereich Experience, Innovation, Tech und ergänzt das Portfolio von Grey, die sich gut auf Markenführung und Kreation verstehen.

Die deutschen Agenturchefs von Grey und AKQA haben allerdings auch erst sehr kurzfristig von der Entscheidungs aus dem WPP-Headquarter erfahren. Jan-Philipp Jahn, CEO von Grey Germany in Düsseldorf und Hamburg, wird am Freitag sein erstes Telefonat mit Ulrich Säuberlich, Managing Director von AKQA, führen. Es gehe jetzt darum, ein sauberes Konstrukt aufzusetzen. Wie das aussieht, könne er noch nicht sagen. Klar ist: Die Marken Grey und AKQA bleiben zunächst erhalten.

Grey hat trotz Corona ein gutes Jahr hinter sich. Neugeschäft im Wert von 7,5 Mio. Euro hat die Agentur eingefahren, darunter Kunden wie Idealo, die Stepstone ersetzten, und Livingguard. Die Agentur steht allerdings noch immer in Teilen in Kurzarbeit.

Jan-Philipp Jahn und Francsica Maas hatten die Führung von Grey vor einem Jahr und acht Monaten übernommen, und seitdem auch die Digitalisierung vorangetrieben. Auf europäische Initiative hin entstand Grey Content für Bewegtbild. Dann begründeten sie über die WPP-Agentur Wildfire die Abteilung Grey Social Media und für Grey Performance holten sie Datenexperten aus der Group M. Desweiteren kooperiert Grey mit JUK von Zitzewitz (UX). Das Consulting-Angebot von "Adventures" indes verschwand; man wollte sich aufs Kerngeschäft konzentrieren.

"Kooperationen sparen Zeit und Geld", sagte Jahn damals. Denn organisch zu wachsen, würde viel zu lange dauern. Deshalb ging auch Grey Shopper eine solche ein: Die Retail-Agentur Muse Content soll das analoge Know-how der Düsseldorfer auf der PoS-Fläche um innovative, digitale Anwendungen erweiterten. Und die Designer von KW 43 unterstützen ihre WPP-Schwester Zum goldenen Hirschen, nachdem die Grey C&A abgenommen und am Platz der Ideen ein Gebäude bezogen haben.

Mit AKQA geht das nun alles noch viel schneller, mutmaßt der CEO. Inwieweit die eingegangenen Kooperationen dann noch sinnvoll sind, gesteht er, müsse man aber erst noch sehen. (red/cob)



Conrad Breyer, W&V
Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.