Thjnk und Ogilvy hatten schon abgesagt

Auf der anderen Seite haben die Agenturen selbst bereits vorgesorgt. Thjnk zum Beispiel hat schon früh für sich erklärt, 2020 keine Awards zu beschicken - außer den Effie, der dieses Jahr keine Gebühren erhebt. "In Zeiten der größten Krise gibt es klare Prioritäten: die Sicherung unseres Geschäfts und der Erhalt von Arbeitsplätzen", sagt Armin Jochen, Kreativorstand von Thjnk.

Auch Björn Bremer, Kreativchef von Ogilvy sagt: In einem Jahr, in dem die deutsche Wirtschaft ums Überleben kämpfen, sind Kosten für Awards schlichtweg verantwortungslos. Klar, ist es ein großer Einschnitt. Aber ein sehr vernünftiger."

Minus wegen Corona

Die Corona-Krise hat bereits Folgen für WPP. Das Geschäft im März sei eingebrochen, meldet die Holding, ohne detaillierte Zahlen zu nennen. In China (-16,1 Prozent) habe sich die Situation wieder etwas gebessert, dort arbeiten die Angestellten wieder in den Büros. In den USA (-0,9 Prozent) stehe das Schlimmste aber noch bevor.

Insgesamt spricht WPP von einem Umsatzrückgang von 0,6 Prozent in den ersten beiden Monaten des Jahres; dabei war das Jahr eigentlich gut angegangen mit Etatgewinnen von Intel, Hasbro and Discover. Weltweit arbeiten derzeit 95 Prozent aller 107.000 Angestellten im Homeoffice.

WPP hatte an der Londoner Börse zuletzt an Wert verloren, der Kurs fiel zwischenzeitlich unter 500 Pence. Ende 2019 war er noch fast doppelt so hoch.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.