Starbuzz-Accelerator :
Aldi und Lidl investieren in Startup-Programm

Digitale Trendwende bei Aldi und Lidl: Die Discounter schließen sich dem Startup-Programm Starbuzz an - mit der Option, Kapitalgeber für die Gründer zu werden. 

Text: Verena Gründel

Kaufsafari pitcht für die Teilnahme am Starbuzz-Accelerator, den nun auch Aldi und Lidl unterstützen
Kaufsafari pitcht für die Teilnahme am Starbuzz-Accelerator, den nun auch Aldi und Lidl unterstützen

Mit ihren Digitalisierungsstrategien sind die größten deutschen Lebensmitteldiscounter Aldi und Lidl bekanntermaßen zögerlich. Zum Beispiel beim Onlinehandel von Lebensmitteln zeigen sie sich eher konservativ:

  • Lidl verkauft zwar online, aber vor allem Aktionsware und sonstige Nonfood-Produkte. Der Bereich "Lebensmittel" geht im Onlineshop fast unter. Dort gibt es ausschließlich ungekühlte Dauerwaren. Frisches, Gekühltes oder TK-Ware sind Fehlanzeige. Auch die Kochzauber-Kochboxen, die der Händler vor zwei Jahren übernommen hat, sind nicht besonders prominent beworben. Der Lebensmittel-Onlinehandel scheint keine besonders große Priorität bei Lidl zu haben.
  • Noch weniger bietet Aldi online an. Denn weder der nördliche noch der südliche Ableger hat überhaupt einen Onlineshop in Deutschland. Nur in einigen ausländischen Märkten verkauft Aldi im Netz. Zum Beispiel Wein in Großbritannien.  

Aber auch die beiden Discounter wissen, dass digitale Innovationen wichtig für ein zukunftsfähiges Geschäft sind. Deswegen haben sich Aldi Süd und die Schwarz-Gruppe jetzt gemeinschaftlich Starbuzz, einem Accelerator für E-Commerce und Logistik mit Sitz in Mülheim an der Ruhr, angeschlossen. Dort unterstützen sie junge Unternehmen als Mentoren mit Knowhow und Beratung. 

Aldi und Lidl könnten Kapitalgeber werden

Starbuzz bietet den Startups kein Investitionskapital für eine Beteiligung. Aber er bringt die Gründer mit den unterstützenden Unternehmen zusammen mit dem Ziel, dass diese im Laufe des Programms zum Kapitalgeber werden. Auch bei Aldi und Lidl dürfte also Interesse bestehen, in Zukunft bei einem oder mehreren der Nachwuchsunternehmen einzusteigen. 

Neben den beiden Discountern sind aus dem LEH-Umfeld unter anderem Fressnapf, der Frühphasen-Investor Tengelmann Ventures und Edeka Paschmann Teil von Starbuzz. Insgesamt unterstützen rund 50 Partner den Accelerator. Die ersten vier Startups, die das dreimonatige Accelerator-Programm von Starbuzz mit Start im Oktober durchlaufen, sind Kaufsafari und Replex aus Duisburg, Mindtainr aus Dortmund sowie Paketchef und München. 


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.