Mobile-Werbung bei Google boomt :
Alphabet meldet "sagenhaftes Quartal"

Googles Werbeerlöse kletterten um über 21 Prozent. Der Grund: Die mobile Suche boomt. Das Display-Geschäft mit Partnern hingegen schwächelt.

Text: Leif Pellikan

Google macht Alphabet glücklich.
Google macht Alphabet glücklich.

Das boomende Werbegeschäft mit Suchanzeigen füllt dem Internet-Riesen Google die Kassen. Der Grund ist der zunehmende Nutzung von Mobile-Telefonen. Mutterkonzern Alphabet wies jetzt einen Umsatzsprung von rund 24 Prozent auf 27,8 Milliarden Dollar im dritten Quartal aus. Der Nettogewinn schoss um 33 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar in die Höhe. "Wir hatten ein sagenhaftes Quartal", freute sich Finanzchefin Ruth Porat.

Die Details: Googles Werbeerlöse kletterten um über 21 Prozent auf 24,1 Milliarden Dollar und spielten wie im Vorquartal 87 Prozent des Konzernumsatzes ein. Hier zeigt sich klar, dass Google von der Tatsache profitiert, dass das Anzeigengeschäft zunehmend von klassischen PC's zu Mobilgeräten abwandert.

Ausschlaggebend sind hier die Suchanzeigen, die für den Löwenanteil der Umsätze verantwortlich sind. Der Anteil dürfte bei zwei Dritteln und mehr liegen. Es zahlt sich aus, dass Google auf Smartphones inzwischen um die vier Anzeigen als erstes über Suchergebnissen platziert und weitere unter den regulären Suchtreffern. Zudem sind die Anzeigen im englischen Sprachraum nur mehr mit einem winzigen grünen "Ad"-Hinweis gekennzeichnet.  

Wie es bei Youtube läuft

Die Werbeerlöse auf Youtube wachsen dagegen weiter, dürften aber nach der Suche eine untergeordnete Rolle spielen. Google gibt hierzu keine Zahlen bekannt. Schätzungen für das Gesamtjahr 2017 von Emarketer nennen kommen auf 2,6 Milliarden Dollar Umsatz für die USA. In etwa die Hälfte dürften aus den internationalen Märkten noch hinzukommen. In Summe wuchsen die Einnahmen je Klick auf Googles Inhalte (Suche und Youtube) im Jahresvergleich um 21 Prozent. Google schafft es also höhere Preise zu erzielen. 

Das Display-Geschäft hingegen - sprich das Werbenetzwerk - dürfte genauso unter dem Schwund leiden, wie im Rest der Branche. Auf Smartphones lässt sich schlicht nicht so viel Werbung platzieren wie im stationären Web. Trotzdem schafft es Google hier in Summe immer noch ein Wachstum von 16,3 Prozent vorzulegen. Allerdings stiegen die durchschnittlichen Einnahmen pro Klick im Jahresvergleich nur um fünf Prozent.

Für Google nicht weiter tragisch, die in Summe 4,3 Milliarden Dollar im dritten Quartal liefern nur einen geringen Beitrag zum Ergebnis hinzu. Denn 3,1 Milliarden Dollar dieser Umsätze gingen an die Sitebetreiber, bei denen die Werbung zu sehen ist. Oder anders: Das Display-Geschäft dient in erster Linie dazu, die Suche mit Inhalten zu füllen. Finanziell macht sich der Umsatz, der bei Google verbleibt, kaum noch bemerkbar. 

In Alphabets "andere Wetten" genannten restlichen Geschäftsbereichen, zu denen etwa der Hausvernetzer Nest und die Roboterwagen-Firma Waymo gehören, kletterten die Erlöse um gut 50 Prozent auf 302 Millionen Dollar. Der operative Verlust ging leicht zurück von 861 Millionen auf 812 Millionen Dollar. In der Sparte bündelt der Konzern Zukunftsinitiativen, die teilweise sehr viel Geld kosten.

lp/dpa


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.