Neue W&V-Serie :
Blockchain: Kettenreaktion in der Online-Werbung

Das Interesse am Thema Blockchain steigt exponential. Ebenso die Erwartungen und Ängste, dass die Technologie die Wirtschaft umkrempelt und das große Thema der Industrie 4.0 wird. Was dahinter steckt.

Text: Franziska Mozart

Unilever, einer der größten Werbungtreibenden weltweit, will mit IBM eine Blockchain für seine Mediaspendings aufbauen.
Unilever, einer der größten Werbungtreibenden weltweit, will mit IBM eine Blockchain für seine Mediaspendings aufbauen.

Blockchain als technische Basis des Bitcoins kann dieses Jahr bereits ihr Zehn-Jahres-Jubiläum feiern, doch das Interesse daran kommt erst jetzt so richtig in Gang. "Blockchain wird das große Thema der Indus­trie 4.0", sagt Stefan Hopf, Senior Consultant bei The Nunatak Group, eine auf Digitalstrategien spezialisierte Unternehmensberatung.

Und er ist nicht alleine mit dieser Einschätzung. "Blockchain-Anwendungen können dabei helfen, Asymmetrien aufzulösen, und dazu beitragen, eine größere Marktdiversifizierung herzustellen", sagt Marco Liesenjohann. Er beschäftigt sich beim Branchverband Bitkom mit Blockchains.

Das Zauberwort, mit dem die Blockchain-Technologie den Sprung von den Kryptowährungen in das bestehende Wirtschaftssystem schaffen kann, lautet "Vertrauen". Denn das kann die Blockchain mit ihrer hohen Fälschungssicherheit herstellen und so Mittler, die daran verdienen, dieses Vertrauen herzustellen, ablösen.

Kleinere Prototypen für Blockchain-Anwendungen gibt es bereits einige. In fast allen Branchen wird über das Thema nachgedacht. Jetzt will Unilever, einer der größten Werbungtreibenden weltweit, mit IBM eine Blockchain für seine Mediaspendings aufbauen.

Ziel ist es, mehr Transparenz darüber zu erhalten, wo Anzeigen eingekauft und ausgespielt werden. Adfraud, also künstlich erzeugte Online-Reichweiten will Unilever damit entgegenwirken. Hier zeigt sich, wie viel Kraft in dem Thema Blockchain steckt. Dieser technische Ansatz ist Teil einer Fundamentalkritik von Unilevers Marketingchef Keith Weed an der gängigen Praxis in der Online-Werbung.