Datenschutz :
Deutsche Unternehmen nehmen die DSGVO auf die leichte Schulter

Obwohl in wenigen Wochen die DSGVO in Kraft tritt, ist nur jedes zehnte Unternehmen darauf vorbereitet, so eine Studie der E-Mail-Marketing-Beratung Absolit und des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft.

Text: Franziska Mozart

Inzwischen dürfte es keine Überraschung mehr sein, dass in wenigen Wochen die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft tritt und strengere Regeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten mit sich bringt. Trotzdem hinken viele Unternehmen bei der Vorbereitung darauf hinterher. Nur jedes zehnte Unternehmen ist darauf vorbereitet, so eine Studie der E-Mail-Marketing-Beratung Absolit und des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft.

Von 606 befragten mittleren und großen Unternehmen befinden sich 56 Prozent inmitten der Anpassung der Prozesse. 27 Prozent haben noch überhaupt nicht angefangen. In der Pharmabranche liegt dieser Wert sogar bei 48 Prozent. "Viele Unternehmen haben die Vorgaben der DSGVO bislang offenbar nur halbherzig umgesetzt", bemängelt Studienautor Torsten Schwarz. "Angesichts der kurzen Zeit, die bis zum 25. Mai noch verbleibt, gehört das Thema in der Agenda nun nach ganz oben."

Es ist noch viel zu tun bis am 25. Mai die DSGVO in Kraft tritt

Eine große Herausforderung ist die Erstellung von Nutzerprofilen. Nur 42 Prozent der Befragten haben die automatische Verarbeitung von personenbezogenen Daten entsprechend den Richtlinien angepasst. Selbst im Handel, wo das Erstellen von Nutzerprofilen oder Buyer-Personas gang und gäbe ist, erfüllen nur 55 Prozent die Anforderungen der DSGVO.

Ein großes Risiko gehen einige Unternehmen auch offenbar ganz bewusst beim E-Mail-Marketing ein. Obwohl sich 81 Prozent der Befragten über die Rechtsfolgen eines Verstoßes gegen die Vorschriften der DSGVO bewusst sind, haben zwölf Prozent weiterhin vor, Werbe-E-Mails ohne zugehörige Einwilligung zu verschicken. Dagegen gehen 45 Prozent der Befragten auf Nummer sicher und schreiben nur diejenigen an, welche auch explizit ihre Einwilligung dafür gegeben haben.

Insgesamt 22 Prozent der Webe-Mails werden verschickt, ohne dass die nötige Einwilligung vorliegt.

Auf die Transparenzpflichten dagegen sind die Befragten relativ gut vorbereitet. 73 Prozent klären den Kunden darüber auf, welche personenbezogenen Daten für welche Zwecke gesammelt werden. Ähnlich gut sieht es bei der Datensparsamkeit aus: Im Schnitt verlangen nur elf Prozent zu viele Daten bei der Leadgenerierung. Negativ fällt hier allerdings die Pharmabranche auf, wo 52 Prozent zu viele Daten erheben.