10 Prozent der Verbraucher in Deutschland (14 Prozent weltweit) haben ihren Social Media Account deaktiviert, weitere 36 Prozent (weltweit: 44) haben etwas unternommen, um weniger Daten online zu teilen.

23 Prozent in Deutschland sind der Meinung, dass sich die Verwendung von digitaler Technik negativ auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden auswirkt. Von allen 24 analysierten Märkten verzeichnet Deutschland sogar den höchsten Prozentsatz an Personen, die sagen, dass Social Media einen negativen Einfluss auf den politischen Diskurs hat (62 Prozent in Deutschland gegenüber 41 Prozent weltweit).

Digital sorgt für Wohlbefinden

Deutschland schneidet bei den psychologischen Bedürfnissen (gemeint ist die Auswirkung der Digitalisierung auf das Wohlbefinden) etwas besser ab als der globale Durchschnitt.

Hingegen positioniert sich Deutschland bei den digitalen Basisbedürfnissen (Grundversorgung mit Internet und mobilen Netzwerken) und der Selbstverwirklichung durch digitale Kenntnisse unter dem globalen Durchschnitt.

Am deutlichsten liegt Deutschland bei den gesellschaftlichen Bedürfnissen hinter den globalen Ergebnissen. Gemeint ist der Optimismus, dass Technologie unsere Gesellschaft verbessert und globale Herausforderungen lösen kann.

Besonders skeptisch zeigt sich die deutsche Bevölkerung, wenn es um die Schaffung von Arbeitsplätzen durch digitale Technologien geht. Nur 18 Prozent in Deutschland sind der Meinung, dass durch neue Technologien in den nächsten fünf bis zehn Jahren Karrierechancen für sie geschaffen werden. Weltweit wird diese Meinung hingegen von 36 Prozent der Umfrageteilnehmer geteilt.

Gleichzeitig fühlen sich viele Deutsche in ihren digitalen Fähigkeiten nicht hinreichend gefördert. Nur 29 Prozent sind der Auffassung, dass ihre Basisbildung ihnen die notwendigen technischen Fähigkeiten und Kenntnisse gibt, die sie am Arbeitsplatz benötigen - global stimmen dem immerhin 43 Prozent zu. Im Vergleich zur letzten Repräsentativbefragung zum DSI 2018 hat der Anteil der Menschen, die sich durch ihre Basisbildung sowie ihr Arbeitsumfeld mit den richtigen technischen Fähigkeiten ausgestattet fühlen, aber zugenommen.

35 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihr Arbeitgeber ihnen die Nutzung digitaler Fähigkeiten ermöglicht. Allerdings können sich laut DSI nur 49 Prozent an ihre letzte Schulung für digitale Themen erinnern. Dentsu Aegis betont daher die Notwendigkeit für Organisationen und Unternehmen, das Angebot an Ausbildungen oder Fortbildungen in digitalen Themenbereichen auszubauen und zu intensivieren.

Transparenz und Datenschutz im Fokus

Die Bevölkerung hierzulande äußert sich sowohl gegenüber der Regierung als auch gegenüber Unternehmen und Organisationen skeptisch, vor allem in Bezug auf einen transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten. Nur 40 Prozent der deutschen Befragten - gegenüber 47 Prozent weltweit - vertrauen darauf, dass die Regierung notwendige Schritte unternimmt, um ihre personenbezogenen Daten zu schützen.

39 Prozent in Deutschland wiederum sehen diese Verantwortung bei Unternehmen und Organisationen. Die Forderung nach einem transparenten Umgang mit digitalen personenbezogenen Daten, fordern die Studienautoren, müsse ernstgenommen werden, um das Vertrauen in die Digitalisierung wieder zu stärken. Immerhin stimmen 52 Prozent der deutschen Befragungsteilnehmer zu, dass die digitale Technologie unsere Gesellschaft in den nächsten 5 bis 10 Jahren doch positiv beeinflusst.

Ulrike Handel, CEO Dentsu Aegis Network Germany: "Die digitale Transformation kann sich nur unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Menschen nachhaltig entwickeln. Es geht nicht nur um die wirtschaftlichen, sondern auch um den gesellschaftlichen Nutzen dieses Wandels." Unternehmen und Marken hätten die Chance, digital Mehrwerte zu schaffen. "Dafür müssen sie aber vor allem langfristiges Vertrauen aufbauen," sagt Handel.

Bedürfnisse im Ländervergleich.

Bedürfnisse im Ländervergleich.


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W&V Redaktion
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