Das aktuelle Dmexco-Management will sich nicht äußern und verweist auf die Koelnmesse. Sie hatte Muche und Schneider im vergangenen Herbst überraschend vor die Tür gesetzt - angeblich, weil die beiden ein Wettbewerbsverbot missachtet und eine Konkurrenzveranstaltung in der Schweiz organisiert hatten. Weder das Landgericht noch das Oberlandesgericht Köln konnten dieser Argumentation folgen - zumal sich das Wettbewerbsverbot auf die EU bezog, der die Schweiz aber gar nicht angehört.

Die Messegesellschaft beharrt auf ihrem Standpunkt. Sie wendet ein, "seit Jahrzehnten" mit einer Vertretung in der Schweiz präsent zu sein und jährlich über 22.000 Schweizer Messebesucher zu empfangen, darunter 5.000 auf der Dmexco. Die von Muche und Schneider initiierte "Dpulse" in Zürich sei darum eine Wettbewerbsversanstaltung.

Messesprecher Guido Gudat verweist außerdem auf die juristischen Feinheiten: Das OLG-Urteil betreffe nur die Gründe der fristlosen Kündigung, nicht aber die fristlose Kündigung selbst. Über sie werde in einem gesonderten Verfahren vor dem Landgericht Köln entschieden, dem man "nach wie vor mit großer Zuversicht" entgegensehe.


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor ("Der Social-Media-Rausch") und Blogger ("Mittelrheingold"). Interessiert sich für Content Marketing und digitale Transformation. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.