Dann fährt der neue SUV auf die Bühne, der ab 2020 produziert werden soll und laut Musk alles übertreffen wird, was es je an Nachfrage nach Tesla-Autos gegeben hat: "Wir werden wahrscheinlich mehr Model Y bauen als Model S, X und drei zusammen". Bereits im Januar hatte der Tesla-Chef gesagt, dass die Nachfrage nach dem neuen Wagen doppelt so hoch sein könnte wie die beim Model 3. So gesehen wäre das Model Y sogar Teslas bislang wichtigstes Fahrzeug.

Nicht der erste SUV von Tesla

Dabei gibt es mit dem Model X eigentlich schon einen Tesla-SUV. Doch dabei handelt es sich um ein teures Luxusgefährt mit Flügeltüren, ein Statussymbol für reiche Kundschaft, bei dem Musk seinen ausgefallenen Ideen mehr oder weniger freien Lauf ließ und nicht besonders auf die Kosten achtete. Mit dem Model Y soll nun quasi die Jedermannversion folgen. Der neue Wagen wird laut Musk im Herbst 2020 auf die Straße kommen. Er soll eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern pro Batterieladung schaffen und zum Einstiegspreis von 39.000 Dollar vor Steuern und E-Autoprämien bis zu sieben Insassen Platz bieten.

Es ist durchaus ein cleverer Plan, eine SUV-Variante auf Basis des Model 3 anzubieten. Denn bereits mit diesem Wagen hatte Tesla einen so großen Hype ausgelöst, dass schon vom "iPhone auf Rädern" gesprochen wurde, weil manch Analyst dem Wagen ähnlich revolutionäre Innovationskraft wie Apples erster Smartphone-Generation zutraute. Dabei liegen Fahrzeuge wie das Model 3 eigentlich noch nicht mal im Trend. Statt Mittelklasse-Limousinen boomen Stadtgeländewagen - und das nicht nur in den USA, wo SUVs und Pick-ups den Großteil der Neuwagenkäufe ausmachen. Das Model Y käme also gerade recht.

Hinzu kommt, dass es weitgehend aus den gleichen Teilen wie das Model 3 gefertigt werden soll, was die Produktion erleichtert und die Kosten - anders als beim extravaganten Model X - unter Kontrolle hält. Allerdings sind die Zeiten vorbei, in denen die Autobranche Tesla als Pionier im Markt das Feld bei E-Autos überließ. Die alteingesessenen Hersteller blasen angesichts von Teslas Erfolgen zur Jagd, auch etablierte Schwergewichte BMW, Audi, Daimler wollen Elektro-SUVs auf den Markt bringen, wenngleich eher im Luxus-Segment.

So vielversprechend Musks große Vorhaben klingen, so sorgen sie auch oft für Befürchtungen, dass Tesla sich übernehmen könnte. Das Model 3 brachte das Unternehmen bereits ans Limit, Musk sprach wiederholt von einer "Produktionshölle" und räumte ein, dass die Firma zwischenzeitlich kurz vor der Pleite stand. Die Fertigung hat zwar endlich Fahrt aufgenommen, doch der Druck wird kaum geringer. Um Geld zu sparen, gab es binnen einiger Monate zwei große Kündigungsrunden, zuletzt beschloss Musk, zahlreiche Tesla-Läden zu schließen und die Verkäufe komplett ins Internet zu verlagern. Wenig später hieß es dann, es sollen doch mehr Geschäfte bleiben als zunächst geplant.

"The Verge" bringt eine Zusammenfassung der Veranstaltung: 

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am/mit dpa


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W&V Redaktion
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