Youtube-Video :
Feuerwehr-Protest-Rap bewegt die Netzgemeinde

Mit Rap geht was im Netz. Aktuell sorgt ein Protest-Video der Feuerwehr Berlin für Aufsehen.

Text: W&V Redaktion

Feuerwehrmann Christian Köller (M.) und seine Berliner Kollegen protestierten mit Tonne vor dem Rathaus - und formulieren ihre Probleme als Rap.
Feuerwehrmann Christian Köller (M.) und seine Berliner Kollegen protestierten mit Tonne vor dem Rathaus - und formulieren ihre Probleme als Rap.

Rap hat Viralpotenzial. Das hat die Rap-Oma mit Enkelschreck (2,6 Mio. Aufrufe bei YOutube) ebenso bewiesen wie Polizistensohn Jan Böhmermann (29 Mio. Aufrufe).

Der Berliner Feuerwehrmann Christian Köller hat mit einem Rap-Video über die Sorgen und Nöte der Feuerwehr beim Videoportal Youtube einen im Vergleich dazu bislang nur kleinen Hit gelandet. Innerhalb einer Woche wurde der Clip von Köller innerhalb einer Woche  84.000-mal angeklickt. Auf das Anliegen, das er und die Berliner Feuerwehr haben, werden viele aufmerksam.

Der Clip kritisiert die Politik der Stadt Berlin scharf. Wirksam ist das nicht nur der gewählten Form wegen - sondern weil die Feuerwehreinsatzkräfte diejenigen sind, die buchstäblich dort tätig sind, wo es brennt.

Köller beschäftige sich schon seit Jahren mit Rapmusik, sagte Stefan Ehricht, der bei der Gewerkschaft Verdi die Interessen der Feuerwehr vertritt. Die Idee zu dem Rap "Berlin brennt" sei während der gleichnamigen Mahnwache vor dem Roten Rathaus entstanden. Dort wurde das Musikvideo privat gefilmt.

Es ist ein eindringlicher Appell und ein Schrei nach Hilfe, nicht nur für die Feuerwehreinsatzkräfte, sondern für Rentner, Obdachlose, Krankenhauspersonal - für eine Menge Berliner.

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Der Text passe perfekt zu den Forderungen der Berliner Feuerwehrleute, sagt Ehricht. "Es platzt wie aus einem Vulkan heraus." In dem Clip geht es unter anderem um die finanzielle Ausstattung der Feuerwehr: "Das Motto: Effizienz - kaputtsparen ist der Trend. Berlin brennt, der Senat hat gepennt. 112 ist die Nummer, die jeder Bürger kennt."

Berlins Feuerwehrleute hatten unter dem Motto "Berlin brennt" einen Monat lang eine Mahnwache mit einer brennenden Feuertonne vor dem Roten Rathaus aufgestellt. Damit wehrten sie sich gegen die Sparpolitik von Rot-Rot-Grün in der Hauptstadt. Mehr Personal, bessere Bezahlung und mehr Investitionen in Ausbildung, Fahrzeuge und die Feuerwachen waren die Hauptanliegen.

"Die Tonne steht jetzt im Feuerwehrmuseum. Aber wir holen sie notfalls zurück", sagte Ehricht am Sonntag. In der Facebook-Gruppe Berlin brennt tauschen sich die Aktivisten mit Interessierten und Unterstützern aus. Erreicht wurden - als Zwischenschritt, heißt es von Bürgermeister Michael Müller - eine 44-Stunden-Woche (statt 48), 5 Millionen Euro für Überstunden, eine um 6 Euro höhere monatliche Zulage. Bereits im Haushalt 2018/19 geplant seien 350 Extra-Stellen, 376 Beförderungen, 94 neue Fahrzeuge. Ein Gespräch mit dem 29-jährigen Feuerwehrmann Christian Köller führten die Postdamer Neuesten Nachrichten. (sh/dpa)


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