E-Commerce :
Gabor startet Online-Marktplatz für Schuhe

Gabor stellt seinen E-Commerce neu auf: In Zukunft bindet der Damenschuh-Hersteller seine lokalen Händler vor Ort in Onlineverkauf und Logistik mit ein. 

Text: Verena Gründel

Gabor-Kunden können im Onlineshop auf das Sortiment aus dem Lager und aus allen angebundenen Filialen zugreifen.
Gabor-Kunden können im Onlineshop auf das Sortiment aus dem Lager und aus allen angebundenen Filialen zugreifen.

Der Schuhhersteller Gabor hat ein neues E-Commerce-Konzept umgesetzt, bei dem die Handelspartner vor Ort mit einbezogen werden. Bestellt der Kunde ein paar Schuhe unter www.gabor.de, werden diese nicht zwangsläufig aus dem zentralen Gabor-Lager heraus geliefert. Stattdessen werden Bestellungen mithilfe von Algorithmen an den zum Kunden nächstgelegenen Händler, der die Ware vorrätig hat, geroutet. 

Durch die dezentralen Lagerbestände der Händler kann der Endverbraucher aus einem noch größeren Produktangebot wählen. Nur wenn die lokalen Händler die Bestellung nicht erfüllen können oder wollen, liefert Gabor aus dem Zentrallager. Der Webtechnologiedienstleister TechDivision hat das Marktplatz-Konzept auf Basis der Shopsoftware von Magento umgesetzt. 

Die ersten Gabor-Filialen und Händler sind angebunden

Die technische Lösung lässt sich in die vorhandene IT-Infrastruktur der Händler einbinden, sodass online die Information über den Warenbestand in Echtzeit möglich ist. Die ersten Gabor-Filialen und Händler sind bereits angebunden. Startschuss war im Februar 2018. Nach und nach kommen weitere hinzu.

Indem Gabor die Händler im E-Commerce mit ins Boot holt, umgeht das Unternehmen einen Konflikt. Händler fühlen sich von Herstellern oft umgangen, wenn diese einen Markenonlineshop eröffnen. Schließlich greifen diese Webshops den lokalen Läden die Umsätze ab. Gabor dagegen setzt nicht auf Konkurrenz zu, sondern auf Zusammenarbeit mit den Händlern. 

Teil der Digitalisierungsstrategie

Sowie die Onlinekunden von Gabor auf das Ladensortiment zugreifen, können auch immer mehr Kunden am POS das Onlinesortiment nutzen. Dafür stattet der Hersteller die Filialen sukzessive mit einem Kundenterminal namens Gabor Sales Generator (GSG) aus. Dort können die Kunden das Filialsortiment und alle Schuhe im Zentrallager ansehen. 

Gabor produziert und verkauft pro Jahr rund 9 Mio. Paar Schuhe. Das 1949 in Hamburg gegründete Unternehmen sitzt inzwischen in Rosenheim und liefert von dort aus in 60 Länder weltweit. Das neue Marktplatzkonzept soll in Zukunft auch international ausgerollt werden und außerdem mit neuen Funktionen erweitert werden.

Es ist ein wichtiger Schritt in der Digitalisierungsstrategie von Gabor. Um diese weiter voranzutreiben, baut der Hersteller einen Gebäudekomplex namens "Gabor Digital Cube", der zukünftig die Digitalabteilung des Unternehmens beherbergen soll.

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Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.