Studie von Adobe :
KI hilft bei der Personalisierung von Marken

Die Personalisierung von Marken wird für den Geschäftserfolg zunehmend wichtiger. Künstliche Intelligenz kann helfen, ihn schneller zu erreichen, so eine Adobe-Studie.

Text: Manuela Pauker

KI als Mitarbeiter der Zukunft: Unternehmen setzen zunehmend auf diese Strategie
KI als Mitarbeiter der Zukunft: Unternehmen setzen zunehmend auf diese Strategie

Die Personalisierung von Marken wird von Unternehmen längst als zentraler Faktor für den Geschäftserfolg gesehen. Das sehen laut des aktuellen Adobe-Reports "Context ist Everything" zumindest die Markenverantwortlichen in den großen Konzernen ab 5000 Mitarbeitern so: 89 Prozent sind der Überzeugung, dass größtmögliche Personalisierung für den Erfolg ihres Unternehmens wichtig ist.

Allerdings sehen sich aktuell nur 42 Prozent der Befragten in der Lage, den angestrebten Grad der Personalisierung auch anzubieten. Zwar steht Deutschland im Vergleich zu den anderen europäischen Märkten noch ganz gut da: In  der Schweiz und Frankreich sind es nur 35 Prozent, 30 Prozent in Großbritannien, 23 Prozent in den nordischen Ländern und nur 22 Prozent in den BeNeLux-Ländern. Dennoch besteht Nachholbedarf.

Die hierzulande dafür genannten Gründe sind vielfältig:

  • Das Problem, vorliegende Daten nicht schnell und effektiv genug verarbeiten zu können, wird von 52 Prozent als Hauptgrund genannt.
  • Das sinnvolle Sammeln, Strukturieren und Integrieren der Daten ist für 44 Prozent eine Herausforderung.
  • Fast die Hälfte der deutschen Großunternehmen, 49 Prozent, sieht außerdem nicht zuletzt die neue Datenschutzverordnung (DSGVO) als einen Faktor, der ihre Personalisierungspläne temporär zurückhält.

Hier kommt die Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel: Knapp ein Drittel der deutschen Marken (31 Prozent) setzt die Technologie bereits ein. Bis Ende 2019 werden es laut der Studie 48 Prozent sein, spätestens bis Ende 2020 soll der Wert dann bei 93 Prozent liegen.

Schnelle Analyse

Genutzt werden soll KI in erster Linie, um große Datenmengen schnell zu analysieren und daraus umsetzbare Erkenntnisse für ebenso personalisierte wie DSGVO-konforme Werbung, Kommunikation und Kundenerlebnisse abzuleiten.

Hindernisse der Personalisierung

"KI ermöglicht es den Marken heute, ihre Daten besser zu verwalten und den nötigen Kontext für ihre Entscheidungen schaffen zu können", so Julian Kramer, Chief Experience Ambassador Central Europe bei Adobe. KI sei "der Schlüssel zur Personalisierung in großem Stil"; sie werde den Prozess in Deutschland weiter beschleunigen.

Im Rahmen der Strategie setzen deutsche Marken einen klaren Fokus auf die Rekrutierung neuer Talente und die Weiterbildung ihrer bestehenden Mitarbeiter, so die Untersuchung:

  • 65 Prozent stellen neue Mitarbeiter ein, um sicherzustellen, dass das Unternehmen über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt, KI gewinnbringend einzusetzen
  • 69 Prozent bilden ihre derzeitigen Mitarbeiter im Einsatz von KI aus
  • IT-Kenntnisse (60 Prozent), ethisches Bewusstsein und technologisches Verständnis (54 Prozent) sowie Kundenservice (53 Prozent) sind die drei wichtigsten Kompetenzen, unter deren Berücksichtigung deutsche Unternehmen derzeit neue Mitarbeiter einstellen
  • Ethisches Bewusstsein und technologisches Verständnis (65 Prozent) haben oberste Priorität bei der Schulung der derzeitigen Mitarbeiter, gefolgt von Marketingkompetenz (60 Prozent) und Kundenservice (58 Prozent)

Zur Studie: Das Forschungsunternehmen Coleman Parkes befragte im Auftrag von von Adobe 600 hochrangige Entscheidungsträger aus der Wirtschaft, darunter jeweils 100 Teilnehmer aus BeNeLux, Frankreich, Deutschland, den Nordische Ländern, der Schweiz und Großbritannien.

Die Interviews fanden zwischen dem 21. August und dem 12. September 2018 statt. Die vollständigen Umfrageergebnisse erscheinen im Bericht "Context is Everything", den Adobe im November 2018 veröffentlicht.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde