Content-Werbung :
Nach Outbrain macht jetzt auch Ströer Native Advertising automatisiert buchbar

Ströer und die Tochter Seeding Alliance automatisieren jetzt Native-Advertising-Formate. Den gleichen Schritt ging kürzlich Outbrain.

Text: Leif Pellikan

Cevahir Ejder, Gründer und Geschäftsführer von Ströers jüngster Tochter Seeding Alliance.
Cevahir Ejder, Gründer und Geschäftsführer von Ströers jüngster Tochter Seeding Alliance.

Der Vermarkter Ströer Digital und seine Tochter Seeding Alliance automatisieren jetzt auch Native-Advertising-Formate. Kunden können ab sofort auch das Werbemittel Native AdOut, eine Text-Bild-Anzeige, programmatisch und datenbasiert über sämtliche digitale Kanäle buchen. In einem nächsten Schritt soll das AdIn-Format, sprich gebrandeter Content, auch in die programmatische Vermarktung aufgenommen werden.

Damit folgt Ströer internationalen Playern wie Outbrain, der vor ein paar Wochen angekündigt hat, seine Content-Empfehlungen in Form von Text-Bild-Formaten ebenfalls programmatisch buchbar zu machen. Damit werden die kleinen Anzeigen, die sich oft unter redaktionellen Texten finden, wie Bannerwerbung in großen Teilen des Marktes zu einer beliebig skalierbaren und gezielt aussteuerbaren Werbeform. "Mit der programmatischen Vermarktung von Native Ads heben wir das Modell zukünftig auf ein höheres Level", erklärt Cevahir Ejder, Gründer und Geschäftsführer von Seeding Alliance. Und er fügt hinzu, dass diese Formate sich so natürlich besser monetarisieren lassen. Ströer hatten den Native Advertising-Spezialisten erst im vergangenen März übernommen.

Bei Outbrain können künftig Agenturen und Kunden über eine DSP-Plattform programmatisch auf die enormen Reichweiten der Content-Empfehlungsplattform zurückgreifen. Allein in Deutschland erreicht Outbrain laut Agof 43 Millionen Nutzer im Monat. Davor liegt mit etwa 50 Millionen nur noch der Vermarkter Ströer Digital. Der US-Riese geht jedoch einen Schritt weiter und öffnet sich auch anderen Plattformen: Neben der eigenen Reichweite lässt sich nun auch die von Yahoo, Facebook und anderen ansteuern. Dafür übernahm Outbrain vor zwei Wochen die DSP-Plattform Zemanta. Der erste Schritt zur kompletten Öffnung wurde im Mai mit der Anbindung der Werbeplattform von Appnexus vollzogen, was für eine höhere Werbenachfrage sorgt.

Im stationären Web sind die kleinen Text-/Bildanzeigen heute schon ein veritables Zugeschäft für Vermarkter. Aber auf mobilen Endgeräten, mit deutlich weniger Platz für Werbung, bekommen die Empfehlungsformate eine enorme Bedeutung. 60 Prozent der Werbeimpressions von Outbrain und etwas mehr als die Hälfte der Umsätze stammen bereits aus dem Mobile-Business, wie Alexander Erlmeier, Managing Director Zentraleuropa von Outbrain, im aktuellen Kontakter erklärt. Manche mobile Website erzielt so bereits einen Umsatzanteil von 40 Prozent. 


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.