BitsaboutMe nutzt DSGVO :
Schweizer erfinden Daten-Bankgeheimnis

Das Schweizer Startup BitsaboutMe schafft im Verhältnis zwischen Mensch und datenverarbeitenden Unternehmen eine neue Basis.

Text: Rolf Schröter

So sieht der Nutzer seine Daten: Dashboard von BitsaboutMe
So sieht der Nutzer seine Daten: Dashboard von BitsaboutMe

Auf politischer Bühne läuft seit längerem eine Diskussion um Begriffe wie Datenhoheit, Dateneigentum und Datensparsamkeit. Im Prinzip geht es darum, ob und wie der Staat Datenzugriffe regeln soll.

Eine ganz neue Lösung bringt nun das Schweizer Startup BitsaboutMe ins Gespräch, das beiden Seiten nützen soll. Das Unternehmen bietet jedem Nutzer einen nur ihm zugänglichen persönlichen Datenspeicher (PDS), sicher wie ein Bankkonto, auf dem man statt Geld seine Daten verwahrt. Über ein Dashboard hat der Kontoinhaber seinen Datenstand sowie den Fluss der Daten im Blick.

Social-Media-Accounts wie zum Beispiel für Facebook, Twitter und Instagram und auch E-Mail-Zugänge wie bei Google bis hin zu Kundenbindungsprogrammen können einfach hochgeladen und verwaltet werden.

"Ähnlich wie eBay vor 20 Jahren den Online-Handel neu erfunden hat, wollen wir mit unserem Daten-Marktplatz einen neuen, fairen Datenaustausch für Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen ermöglichen", sagt CEO und Co-Gründer Christian Kunz, der bereits als CEO für ricardo.ch gearbeitet hat und für die weltweite Werbevermarktung bei eBay verantwortlich war.

Christian Kunz, CEO von BitsaboutMe

Christian Kunz, CEO von BitsaboutMe

Besonders wegen der aktuellen Diskussion um die Datenweitergaben durch Facebook gebe es ein sehr großes Interesse der Verbraucher am Markt, glaubt Kunz. BitsaboutMe eröffne seinen Nutzern "erstmals die Möglichkeit, sich an der Wertschöpfung der von ihnen erschaffenen Daten unmittelbar zu beteiligen und deren Verfügbarkeit selbst zu steuern".

Der Daten-Deal zwischen Nutzern und Unternehmen kann zum Beispiel gegen Bezahlung erfolgen - oder auch im Austausch mit einem besseren, personalisierten Service. Jedenfalls, so Kunz, finde der Austausch von Daten immer mit einem klar definierten Gegenwert statt.

Wie funktioniert das genau?

BitsaboutMe fungiert als Frontend und Verteiler für die Daten. Entscheidet sich ein Nutzer, sein Datenprofil zum Tausch oder Verkauf anzubieten und erhält von einem interessierten Unternehmen ein Angebot, muss er explizit seine Zustimmung (Consent) zur Nutzung erteilen. BitsaboutMe bereitet die Profildaten für die Abwicklung auf, die auf Basis klar festgelegter und transparenter Nutzungsbedingungen erfolgt.

Unternehmen erhalten Zugang zum Nutzerprofil via API-Schnittstellen, wobei immer nur solche Daten weitergegeben werden, zu denen der Nutzer explizit seine Einwilligung erteilt hat. Alle anderen Daten bleiben sicher verschlüsselt im persönlichen Datenspeicher.

Was haben Unternehmen davon?

Damit bildet BitsaboutMe die Erfordernisse der neuen, ab 25. Mai 2018 in der EU geltenden Datenschutzgrundverordnung (DGSVO) ab und kann als Dienstleister für Unternehmen zur Compliance mit der neuen Rechtslage beitragen.

Die DGSVO hat schließlich ein Haftungsrisiko für Nicht-Compliance von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Umsatzes eingeführt. 

Praxis-Check für Ihre Daten nötig? Hier geht's zum neuen W&V Report. 


Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.