Visibility-Diskussion :
Sichtbarkeit von digitalen Werbemitteln sackt ab

Die Sichtbarkeit von Werbeanzeigen ging im vierten Quartal zurück. Vor allem die Werte für die Videowerbung verändern sich deutlich. 

Text: Leif Pellikan

Video Ads werden immer kürzer beachtet ...
Video Ads werden immer kürzer beachtet ...

Knapp die Hälfte der digitalen Werbung schafft es überhaupt nicht ins Blickfeld der Nutzer. Das ist nicht weiter tragisch, denn der Wert für die Visibility von 58 Prozent ist vergleichsweise gut. Positiv ist auch, dass er sich im vierten Quartal 2017 laut den Daten des Werbedienstleisters Meetrics auch nicht im Vergleich zum Vorjahr verändert hat.

Definiert wird "sichtbar" nach dem IAB-Standard, wonach eine Anzeige mindestens zu 50 Prozent für eine Sekunde auf einem Bildschirm erscheinen muss. 

Allerdings sackte der Wert für die Display-Kampagnen im Vergleich zum dritten Quartal um drei Prozentpunkte auf 55 Prozent ab. Meetrics sieht aber keinen Grund zur Sorge: "Fallende Sichtbarkeitswerte sind für uns ein Hinweis, dass bei großer Nachfrage das Inventar für sichtbare Werbung knapp wird", sagt Philipp von Hilgers, Managing Director von Meetrics. Und das gilt bekanntlich grundsätzlich für das letzte Jahresviertel, das traditionell stärker geworben wird. Also: "Mehr sichtbares Inventar zu schaffen bleibt damit das Gebot der Stunde", sagt Hilgers, der für Werbekunden Sichtbarkeiten misst und Anti-Adfraud-Tools bereitstellt. 

Wo Deutschland steht

Im Vergleich der größten europäischen Märkte liegt Deutschland (55 Prozent) bei den Sichtbarkeitsraten für Displaywerbung momentan unter dem internationalen Mittelwert von 62 Prozent. Spitzenreiter bei der Visibility ist Österreich mit 67 Prozent. Ganz am Ende liegt Großbritannien - ein Markt, in dem allerdings auch deutlich mehr Geld in Digitalwerbung investiert wird. 

Eine Zahl gibt allerdings durchaus Anlass zur Sorge. Zwar befindet sich die Viewability-Rate für Video Ads in Deutschland mit 75 Prozent erneut auf höherem Niveau als Display Ads. Dennoch verzeichnen auch Videos Ads im Vergleich zum dritten Quartal einen fünfprozentigen Rückgang. Bei einem Spot muss laut IAB-Standard die Hälfte der Fläche für mindestens zwei Sekunden zu sehen sein.  


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.