Die wichtigsten Resultate:

  • Mit Retail Media wird die Kaufwahrscheinlichkeit um 125 Prozent erhöht
  •  Die Werbemittel werden durchschnittlich 1,5 Sekunden lang betrachtet. Dabei zeigt die Bekanntheit der Marke keinen Einfluss auf die Wahrnehmung der Werbung
  •  Teaser-Flächen mit Werbeinhalt werden im Schnitt 1,1 Sekunden lang fixiert – und damit 60 Prozent länger als Content-Flächen ohne Werbung
  •  Der Einfluss von Werbung auf die gestützte Markenbekanntheit ist enorm: Eine bis dato unbekannte Marke erzielte nach Durchführung der Studie einen Wert von 17,5 Prozent
  •  Beim Abverkauf kann Retail Media den Markenvorschuss ausgleichen: Die Kaufwahrscheinlichkeit der unbekannten Marke ist nahezu genauso hoch wie die der bekannten Marke (jeweils knapp 20 Prozent)

Wer im Shopping-Modus ist, nimmt Labels eher wahr

Julian Schmolz, Head of Retail Media bei Heyconnect, zieht das Fazit aus diesen Ergebnissen: "Marken, die nicht im Relevant-Set der Kunden sind, gehen auf den großen E-Commerce-Plattformen unter." Retail Media sei daher eine große Chance für Labels, sich aktiv in den Fokus einer kaufbereiten Zielgruppe zu rücken.

Dabei sind allerdings einige Punkte zu beachten:

  • Retail-Media-Kampagnen sollten für den letzten Werbeimpuls eingesetzt werden
  • Kampagnen eignen sich, um Umsatzsteigerungen auf E-Commerce-Plattformen zu realisieren und um Marketing-Ziele – wie Bekanntheitssteigerungen – zu erreichen
  • Auch unbekannte Marken können mit gezieltem Werbeeinsatz ihre Sichtbarkeit erhöhen und sich gegen bekannte Marken behaupten

"Plattformen wie Amazon, Otto und Zalando verfügen über enorme Reichweiten und großes Kundenwissen", so Jan-Paul Lüdtke, Studiengangsleitung Fachbereich E-Commerce bei der FH Wedel. "Die Studie zeigt, dass Werbung auf E-Commerce-Plattformen ein enormes Potenzial hat. In den USA sehen wir bereits den Trend, dass Retail Media etablierten Werbegrößen wie Google und Facebook ernsthaft Konkurrenz macht."


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde