Künstliche Intelligenz :
Sony bringt seinen Roboterhund Aibo zurück

Der neue Aibo ist mit einem Abo-Geschäftsmodell verknüpft: Ohne dieses Abo lernt er nicht dazu. Ein Testlauf für das künftige Geschäft mit künstlicher Intelligenz.

Text: Manuela Pauker

Aibo ist wieder da. Und er hat dazugelernt.
Aibo ist wieder da. Und er hat dazugelernt.

Vor zehn Jahren verschwand er in seiner digitalen Hundehütte, jetzt ist er wieder da: Der japanische Elektronikkonzern Sony bringt seinen Roboterhund Aibo im Januar 2018 wieder auf den Markt. Wohl auch ein weiterer Testlauf für das künftige Geschäft mit intelligenten Robotern.

Der neue Aibo hat mit dem Ur-Modell, das 1999 das Licht der Welt erblickte, aber nur noch wenig gemeinsam. Der Robo-Hund, der den offiziellen Modellnamen ERS-1000 trägt, sieht nun etwas mehr aus wie ein echter Hund – die Optik erinnert ein wenig an einen Dalmatiner-Welpen, allerdings ohne die schwarzen Punkte.

Auch Aibos Innenleben wurde weiterentwickelt: Laut Sony ist er nun fähig, "eine emotionale Verbindung zu seinem Besitzer" aufzubauen. Das heißt: Aibo kann erkennen, womit er seinem Herrchen oder Frauchen Freude macht, und er reagiert auf die Geschehnisse in seiner Umwelt. Und er kann, dank einer verfeinerten Technik, nun auch selbst verschiedene Ausdrücke zeigen. Um zu lernen, greift er außerdem über die Cloud auf die Lern-Daten anderer Hunde zu – sozusagen die Hundeschule der Zukunft.

Ohne Abo lernt Aibo nicht dazu

Das Geschäftsmodell ist ebenfalls neu: Aibo ist nun mit einem Abo-Modell verknüpft. Dieses Aibo-Abo, dessen Mindestlaufzeit drei Jahre beträgt, kostet im Monat umgerechnet knapp 24 Euro. Dafür kann der Roboterhund über die App My Aibo gewartet werden; es lassen sich auch seine Einstellungen justieren. Zudem können damit Fotos aus der Sicht des Hundes gemacht werden; und er lernt Tricks via Download. Weiteres Zubehör kann der stolze Besitzer ebenfalls erstehen: Den Spezial-Knochen "Aibone" – wie sollte er sonst auch heißen – gibt es für rund 23 Euro.

Besonders fit ist Aibo allerdings noch nicht: Seine Batterielaufzeit beträgt rund zwei Stunden, das Wiederaufladen dauert etwa drei Stunden. Längere Spaziergänge fallen damit wohl erstmal aus. Wer sich das Tierchen dennoch zulegen will, muss dafür knapp 1500 Euro ausgeben. Bestellt werden muss Aibo direkt in Japan, denn Sony plant vorerst keinen Verkauf außerhalb des eigenen Landes. Vorbestellungen sind jetzt bereits möglich, ab 11. Januar werden die Hunde dann voraussichtlich in den Verkauf gehen.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde