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Sport-Streamer Dazn strebt nach Kanada

Der Sport-Streamingdienst Dazn ist weiter auf Expansionskurs. In Kürze will er ein Angebot in Kanada starten. Das Programm soll weiter werbefrei bleiben.

DAZN will weiter wachsen
DAZN will weiter wachsen

Der Sportstreaming-Dienst Dazn plant einen Ableger in Kanada. Dies erfuhr W&V aus Branchenkreisen. Der Start des kanadischen Angebots steht offenbar kurz bevor.

Mit dem Schritt in den angelsächsischen Sprachraum forciert der Streaming-Sender seine Internationalisierung. Dem Vernehmen nach plant Dazn (ausgesprochen: „The Zone“) bis 2020 Angebote in zwölf weiteren Ländern. Bislang gibt es die Plattform in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Japan. Beide Angebote starteten etwa zeitgleich im August 2016.

DAZN und die Perform Media Group

DAZN sorgte vor wenigen Wochen mit dem Erwerb der Streaming-Rechte der Uefa-Champions-League für Furore. Der Streaming-Dienst wird ab der kommenden Saison ausgewählte Partien der K.O.-Runde zeigen. Der Großteil der Spiele wird beim Bezahl-Kanal Sky zu sehen sein. Damit läuft die Fußball-Königsklasse erstmals in Deutschland nicht mehr im frei empfangenen Fernsehen.

„Der Erwerb der Champions-League-Rechte wird uns auf eine ganz andere Wahrnehmungsebene katapultieren“, sagt Marketingchef Benjamin Reininger gegenüber W&V. „Für viele waren wir bislang eine Plattform mit Sport-Inhalten für ein Special Interest-Publikum. Die Champions League macht uns breiter“. Und sie werde das Wachstum in Deutschland weiter forcieren. „Die Champions League wird auch dazu führen, dass wir bei allen Ressourcen aufstocken werden“, kündigt Reininger an.

Im Gespräch mit W&V bekräftigt Reiniger die ehrgeizigen Pläne des Unternehmens. Man habe „keinen kurzfristigen Rentablitätsdruck“, erklärt er. „Und wir sind überzeugt, dass sich das schneller rechnen wird, als viele denken“.

DAZN-Marketingchef Benjamin Reininger

Eine klare Absage erteilt Reiniger möglichen Werbe-Plänen. Der Streaming-Dienst soll werbefrei bleiben. Unterbrecherwerbung schließt der DAZN-Manager „kategorisch aus“. Denkbar seien „eventuell Kooperationen mit Sponsoren im Bereich Branded Content“. Konkrete Pläne dafür gebe es aber nicht. „Wir sind dabei nicht die treibende Kraft. Werbung ist für uns keine Erlösquelle“.

Dazn ist eine Tochter der Londoner Perform-Media-Gruppe. Zu ihr gehören zahlreiche Sport- und Medienunternehmen: unter anderem die Onlinedienste Spox.com, Goal.com, Sportal.de und der Sportdatenanbieter Opta. Hinter Perform steht der russischstämmige Milliardär Leonard Blavatnik und seine Beteiliungsfirma Access Industries. Über sie hält der US-Amerikaner zahlreiche Finanzbeteiligungen, unter anderem an Facebook, Amazon, Zalando, Deezer, Spotify und Rocket Internet. Zum Konzern gehört außerdem Warner Music.

Welche Pläne Dazn in Deutschland hat und wie sich der Streaming-Dienst von der klassischen TV-Konkurrenz absetzt, lesen Sie am Montag in der kommenden Ausgabe von W&V.


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.



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