Lesetipp :
Warum Twitter Live besser ist als Facebook Live

Twitter ist für Livestreams besser als Facebook. Das zumindest sagen renommierte britische Verlage. Der Grund: Twitter Livestreams bringen viele Vorteile.

Text: Verena Gründel

Joko und Klaas für Eckes-Granini war eines der Facebook-Live-Leuchtturmprojekte in Deutschland.
Joko und Klaas für Eckes-Granini war eines der Facebook-Live-Leuchtturmprojekte in Deutschland.

Live-Streaming in sozialen Medien wird für Werbungtreibende und Publisher ein immer wichtigerer Kommunikationskanal. Vor allem 2017 hat das Thema in Deutschland mit Facebook Live und einigen Leuchtturmprojekten von Marken wie Eckes-Granini oder Dm Drogerie Fahrt aufgenommen.

Aber gerade für Publisher scheint Facebook Live nicht das optimale Tool für die Echtzeitkommunikation sein. Das schreibt "Digiday UK" im Beitrag "As Facebook Live video dreams fade, publishers look again to Twitter". Die Autorin interviewte dazu Experten von den britischen Medien "The Verge" und "Bloomberg", denen zufolge sich Twitter deutlich besser eignet. Das sind die fünf Gründe, warum Medienhäuser Twitter-Livestreams vorziehen:

  1. Publisher können gestreamte Videos im Nachhinein in kleinere Episoden teilen und diese einzeln auf Twitter veröffentlichen. Diese kürzeren Videos können mit Pre-Roll-Anzeigen monetarisiert werden - was bei Facebook so nicht möglich ist. 
  2. Allgemein sei Twitters Monetarisierungsansatz günstiger für Medien als der von anderen Plattformen. Twitter biete ihnen mehr Möglichkeiten, die Videos zu vermarkten.
  3. Auf Twitter behalten die Publisher 70 Prozent der Werbeeinnahmen, Youtube und Facebook dagegen geben nur 55 Prozent ab.  
  4. Facebook Live ist wesentlich etablierter, während Twitter noch daran abreitet, Livestreams groß zu machen. Deshalb biete Twitter Publishern mehr Unterstützung für die Streams an. Facebook dagegen haben seinen Fokus inzwischen verlagert. Zum Beispiel hat Facebook Medienhäuser im vergangene Jahr noch incetiviert - diese Unterstützung inzwischen aber eingestellt.
  5. Auch weil Twitter wesentlich kleiner ist als Facebook oder Youtube und die Nutzerzahlen zudem stagnieren, muss das Portal seine Publisher stärker umwerben und ihnen das Live-Tool schmackhaft machen. 

Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.