Kampagnen zur Europawahl:
So wollen Unternehmen und Agenturen die Jung-Wähler erreichen

Kurz vor der Europawahl verstärken Unternehmen, Medien und Agenturen ihre Anstrengungen, die junge Zielgruppe zum Wählen zu animieren.

Text: Manuela Pauker

Für Europa (v.l.): das About You-Team Tarek Müller, Nilam Farooq und Henrik Vibskov.
Für Europa (v.l.): das About You-Team Tarek Müller, Nilam Farooq und Henrik Vibskov.

Die Europawahl geht in die Zielgerade: Vom 23. bis 26. Mai 2019 wird in den Mitgliedstaaten der EU das neue Europa-Parlament gewählt. Ein Thema, das nicht nur die Politik beschäftigt, sondern zunehmend auch Unternehmen, Medien und Kreative antreibt. Insbesondere junge Zielgruppen sollen mit den Kampagnen und Aktionen zum Wählen motiviert werden.

So haben etwa die Shopping-Plattform About You und die Agentur Kolle Rebbe eine gemeinsame Kampagne für mehr politische Teilhabe bei der Europawahl 2019 entwickelt: "About You(r) Choice" soll "die starke Markenhaltung und das Werteverständnis des Fashion Online Shops" verbinden und sich für die demokratischen Werte der Europäischen Union starkmachen.

Als Testimonials treten About You-Mitgründer und Co-CEO Tarek Müller, Schauspielerin Nilam Farooq und Designer Henrik Vibskov sowie weitere nationale und internationale Influencer auf. Vibskov hat außerdem ein eigens T-Shirt zu der Aktion designt. Shopper, aufgepasst: Dieses "The Choice Shirt" wird am 14. Mai der einzige Artikel sein, der auf About You gekauft werden kann. Wer eines davon erwirbt, erhält zusätzlich einen Gutschein in Höhe der diesjährigen Wahlbeteiligung.

Mit Queen auf Europa-Kurs

Ein Queen-Song stand Pate für eine Aktion der Alliance4Europe, die unter anderem von der Serviceplan Gruppe, der Deutsche Post Stiftung, der BMW Foundation Herbert Quandt und Pulse of Europe unterstützt wird.

A4E

Der Hit "Friends will be Friends" wird im Rahmen der Kampagne #vote4friendship von 30 Künstlern aus 28 Mitgliedsländern dargeboten; das gemeinsame Musikvideo wird europaweit veröffentlicht. Erreichen soll es in erster Linie junge Europäer, die für klassische Kampagnen kaum noch erreichbar sind.

Hinter der Alliance4Europe steht die Unternehmerin Sonja Stuchtey, die den Verbund im November 2018 zusammen mit 25 Europäern gegründet hat. Sie vertritt ein agiles Netzwerk von Gruppen der Zivilgesellschaft und Bürgern in Europa, die sich für den Schutz der Europäischen Union und ihrer Werte einsetzen.

Unglaubliche Stimmen für RTL

Auch die Mediengruppe RTL Deutschland will mit ihrer Kampagne junge Wähler ansprechen. Die Kampagne läuft unter dem Motto "Weil eine Stimme Unglaubliches vollbringen kann. Auch Deine!".

Dafür wurden gemeinsam mit Screenworks drei Spots entwickelt und produziert, die ab sofort bis zum Wahltag auf den Sendern RTL, Vox, n-tv und Nitro sowie in angepasster Form auch auf verschiedenen Social-Media-Plattformen zu sehen sind.

Kreative Götterfunken

Die Operation Götterfunken hat sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, mit ihrer Aktion junge Europäer an die Wahlurnen zu bringen. In der Initiative haben sich 35 Kreative und Aktivisten aus Berlin und Paris vereint. Ihr Anliegen wird von der Initiative Offene Gesellschaft, den Berliner Agenturen TLGG und Diffferent, der Campaign Academy Berlin, dem Pariser Thinktank Argo und Project Together unterstützt.

Götter

Die Digitalkampagne, die auf Instagram, Snapchat und Twitter läuft, setzt auf Shareability: Mit humorvollen Memes sollen die potenziellen Jung-Wähler erreicht werden. Sprüche wie "Leben ohne EU ist wie Demo ohne Schuleschwänzen" ist etwa auf jungen Fridays-For-Future-Aktivisten zugeschnitten, "Leben ohne EU ist wie Pumpen ohne Spiegelselfie" auf Fitness-Fans.

Als Partner sind hier unter anderem Fridays for Future und die Dating-Plattform Tinder mit von der Partie. Neben dem Digitalauftritt soll es in Berlin kurz vor der Wahl auch noch Plakate gehen. Na dann, liebe Jungwähler: Ran an die Urnen.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde


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