Die Zahl der abgeschlossene Ausbildungsverträge bleibe auch in diesem Jahr voraussichtlich stabil, sagte Dercks. Der deutschen Wirtschaft falle es aber weiterhin schwer, alle offenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Die Herausforderung für die Unternehmen, den dringend benötigten Nachwuchs an Fachkräften zu entwickeln, bleibe riesig, sagte Dercks. Diese Entwicklung werde sich in Zukunft noch weiter verstärken, denn die sogenannte Baby-Boomer-Generation nähere sich der Rente.

"Perspektivisch müssen in den nächsten Jahren viele erfahrene Mitarbeiter in den Betrieben ersetzt werden. Wir dürfen deshalb nicht nachlassen, einen höheren Anteil der Schulabgänger für die berufliche Bildung zu gewinnen." Dercks sagte zugleich, viele Berufsschulen müssten dringend modernisiert werden, gerade mit Blick auf die digitale Berufswelt. Der DIHK sehe allein für Investitionen in den Berufsschulen einen Finanzierungsbedarf in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Das sei die Hälfte der vereinbarten fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung aller Schulen in Deutschland.

Weiter hieß es, der Wettbewerb der Betriebe habe sich verschärft: Während sich viele Unternehmen noch vor einigen Jahren Azubis auswählen konnten, seien es heute vielfach die Azubis, die sich die passende Firma aussuchten. Ein immer wichtigeres Einstellungskriterium sind laut Umfrage IT-Kenntnisse der Jugendlichen - dies gaben 77 Prozent der Betriebe an.

Wie die Bundesagentur für Arbeit Ende Juli mitgeteilt hatte, waren im Juli noch rund 207 200 unbesetzte Ausbildungsstellen zu vermitteln. Rein rechnerisch gab es 35.200 mehr Lehrstellen als Bewerber. Das Ausbildungsjahr hat am 1. August begonnen. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack sagte, unbesetzte Ausbildungsplätze seien das eine. "Auf der anderen Seite steigt aber auch die Zahl der jungen Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung kontinuierlich." Die Bundesregierung müsse dringend die Ausbildungslosigkeit junger Menschen angehen. Wir brauchen eine Ausbildungsgarantie, denn sonst wird sich dieser Trend durch die Digitalisierung noch verschärfen."

dpa


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W&V Redaktion
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