Virtual Reality ermöglicht es nicht nur, reale Situationen und Szenarien zu simulieren, es handelt sich dabei außerdem um ein weiteres leistungsstarkes Tool, mit dem Bewerber ihr potenzielles Arbeitsumfeld und die Stelle an sich entdecken können. Gerade hier steigt die Anzahl interessierter Bewerber häufig sprunghaft an.

Gamifizierte Ansätze

Technologiebasierte Maßnahmen bieten viele Vorteile, wenn es aber darum geht, spezifische Kompetenzen, Soft Skills und Persönlichkeitsmerkmale zu bewerten, sind gamifizierte Ansätze die bessere Wahl. Sie optimieren die Bewerbererfahrung und sorgen für ein bereicherndes und entspanntes Bewerbungsverfahren.

Besonders beliebt sind Online-Spiele.  So können Bewerber ein Unternehmen beispielsweise über verschiedene Rätsel und Aufgaben besser kennenlernen. Hier lässt sich das Spiel in mehrere Welten untergliedern, um den Bewerbern die Unternehmenskultur und die Arbeitsweise über die unterschiedlichen Level näher zu bringen.

Auch Präsenzwettbewerbe sind eine weitere Möglichkeit, die Kompetenzen und das Verhalten der Kandidaten direkt persönlich zu beurteilen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Escape Game, in dem Bewerber in einer bestimmten Zeit verschiedene Rätsel lösen müssen? Recruiter erkennen auf diese Weise schnell die Fähigkeiten im Bereich Problembewältigung und kreatives Denken.

Hier gilt jedoch: Ist ein Unternehmen sehr innovativ ausgelegt, erwarten Bewerber im Umkehrschluss auch eine moderne Arbeitsweise und entsprechende Recruiting-Methoden. Bei einer eher traditionellen Unternehmenskultur sollten auch die Einstellungsverfahren dazu passen. Derartige Maßnahmen sind außerdem Großprojekte, die viel Planung, Koordination und Budget erfordern. Für einzelne Stellen und Personalabteilungen mit kleinen Budgets lohnt sich der Aufwand daher nicht.

Mitarbeiterempfehlungen

Mitarbeiter sind die besten Botschafter, die ein Unternehmen haben kann. Über ihre persönlichen und beruflichen Netzwerke können sie Recruitern dabei helfen, passende Talente zu finden. Denn häufig kennen gute Leute eben andere gute Leute. Mitarbeiterempfehlungen haben sich deshalb als schnelles, wirksames und kosteneffizientes Mittel erwiesen, neue Talente an Land zu ziehen. Auch der Bewerber profitiert, da er Informationen zur Unternehmenskultur aus erster Hand und von einer vertrauenswürdigen Quelle erhält. 

Unternehmen sind damit in der Lage, nicht nur ihren Talentpool auszubauen und geeignete Mitarbeiter zu finden, sie verfügen noch dazu über ein Tool zur Mitarbeiterbindung. Denn Empfehlungsprogramme verleihen Mitarbeitern eine wichtige Rolle in der Personalbeschaffung. Ein Bonus, sollte ein empfohlener Kontakt tatsächlich eingestellt werden, tut sein Übriges.

Die Spielregeln beachten

Die neue Recruiting-Welt bietet ohne Zweifel viele Vorteile. Dennoch heißt es für Unternehmen, die klassischen Spielregeln zu beachten. Das bedeutet im Klartext:

  • Keine Recruiting-Maßnahmen ohne Zielsetzung! Macht eine alternative Methode wirklich den Unterschied oder funktionieren klassische Verfahren genauso gut?
  • Die Bewerbererfahrung beginnt mit dem Tag, an dem sich ein Kandidat bewirbt. Für Personaler bedeutet das, sicherzustellen, dass er an den wichtigsten Kontaktpunkten optimal abgeholt wird.
  • Eine geeignete Recruiting-Software ist nicht nur ein gutes Tool, um sämtliche Einstellungsprozesse zu organisieren und zu verwalten, sie unterstützt außerdem bei der Optimierung dieser Prozesse und automatisiert repetitive Aufgaben.
  • Recruiting ist keine "One-Man-Show": Personaler sollten daher eng mit den jeweiligen Fachabteilungen zusammenarbeiten und ihnen Einblicke in Ziele und Fortschritte geben.
  • Viele Unternehmen haben gerade bei alternativen Recruiting-Methoden das Gefühl, im Dunkeln zu tappen. Hier heißt es: Flexibel bleiben und ausprobieren. Personaler sollten zudem ein robustes Verfahren zur Messung der Ergebnisse entwickeln und Erfahrungen für kontinuierliche Verbesserungen nutzen.
  • Der Mensch sollte trotz allem stets im Mittelpunkt stehen – auch bei der Verwendung von Technologien wie künstliche Intelligenz. Bewerber haben hier stets Vorrang, Personaler sollten diese Beziehung dementsprechend von Anfang an pflegen.

Fazit

Von wegen Modeerscheinung: Alternative Recruiting-Methoden – egal, ob technologiebasierte Maßnahmen, gamifizierte Personalbeschaffung oder Mitarbeiterempfehlungen – sorgen dafür, dass sich Unternehmen von der Konkurrenz abheben und so ihre Recruiting-Ziele erreichen. Die Personalbeschaffung entwickelt sich mit neuen Technologien und Tools stetig weiter, aber wie so oft gilt: Die Grundlagen bleiben gleich. Was am Ende des Tages daher den entscheidenden Unterschied macht, ist, wie Unternehmen ihre Recruiting-Strategie planen und umsetzen.

 Autor:

Elton Schwerzel blickt auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung im Software-Sektor, u.a. in Management-Positionen bei SAP, OpenText und Workday, zurück. Der ausgebildete Fachinformatiker und Betriebswirt leitet das Talentsoft DACH-Team von Köln aus und verantwortet die strategische Entwicklung innovativer Software-Lösungen.



Autor: W&V Leserautor

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