Arbeitsmarkt :
Die sieben wichtigsten Karriere- und Recruiting-Trends

Jobbewerbern sind Gehalt und Entscheidungsfreiheit wichtiger als Sicherheit. Das zeigen die aktuellen Job- und Karriere-Trends für den deutschen Arbeitsmarkt. 

Text: Verena Gründel

85 Prozent der Deutschen möchten in ihrem Job möglichst selbstbestimmt arbeiten.
85 Prozent der Deutschen möchten in ihrem Job möglichst selbstbestimmt arbeiten.

2017 war ein gutes Jahr für Jobsuchende: Die deutsche Wirtschaft boomt, es gibt viele freie Stellen, die Verhandlungspositionen sind gut. Umgekehrt wird es für Unternehmen immer schwerer, freie Stellen mit geeigneten und bezahlbaren Fachkräften zu besetzen. Das sind die wichtigsten Job- und Karriere-Trends von Stepstone

1. Fachkräfte werden immer gefragter 

Das Stellenangebot für Fach- und Führungskräfte in Deutschland ist laut Stepstone Fachkräfteatlas 2017 in allen Berufsgruppen angestiegen – beinahe monatlich erreichte die Anzahl der Stellenausschreibungen für Spezialisten neue Rekordwerte. IT-Experten sowie Mitarbeiter im Gesundheits- oder Personalwesen sind besonders gefragt. 

2. Ärzte bekommen die höchsten Gehälter 

Laut Stepstone Gehaltsreport 2017 liegt das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften bei rund 57.100 Euro brutto im Jahr. Die höchsten Gehälter bekommen Ärzte (82.700 Euro), Ingenieure (65.200 Euro), Juristen sowie IT-Experten (je 62.400 Euro). Akademiker verdienen im Schnitt jährlich 17.000 Euro mehr als Berufstätige mit abgeschlossener Ausbildung. 

3. Gehalt schlägt Jobsicherheit 

Acht von zehn Arbeitnehmern bewerteten die Lage 2017 auf dem Arbeitsmarkt als gut. Wird ein Jobwechsel angestrebt, geht es vor allem um ein höheres Gehalt sowie mehr Freiheit und Entscheidungskompetenz bei der Gestaltung des Arbeitstages und des Tätigkeitsprofils. Jobsicherheit spielt eine eher untergeordnete Rolle. 

4. Jobsuchende erwarten Feedback nach zwei Wochen 

Der gesamte Bewerbungsprozess sollte aus Sicht der Bewerber nicht länger als zwei Monate dauern. Eine erste verbindliche Rückmeldung erwartet die Mehrheit nach zwei Wochen. Unattraktive Stellenanzeigen oder fehlende Informationen sind für vier von zehn Fachkräften ein Grund, sich nicht zu bewerben. Fast jeder Vierte (24 Prozent) ist abgeschreckt, wenn er ein Online-Bewerbungsformular des Arbeitgebers nutzen soll. 

5. Bewerber wollen Blick hinter die Kulissen 

Menschen, die den Arbeitgeber wechseln, möchten diese Entscheidung auf einer möglichst breiten Informationsbasis fällen. Sechs von zehn Fachkräften suchen in Stellenanzeigen gezielt nach Informationen zur Unternehmenskultur des Arbeitgebers, vier von zehn wünschen sich authentische Aussagen zum Unternehmen aus Sicht der Mitarbeiter. 

6. Fachkräfte wünschen sich flache Hierarchien

Rund drei Viertel der Fachkräfte in Deutschland (77 Prozent) möchten laut einer Studie von Stepstone und Kienbaum in einem Unternehmen mit flachen Hierarchien arbeiten. 85 Prozent gaben an, dass sie am liebsten möglichst selbstbestimmt arbeiten. Knapp 60 Prozent sind der Ansicht, dass verschlankte Unternehmensstrukturen mehr Innovationen ermöglichen. 

7. Unternehmenskultur ist den meisten wichtig 

Sechs von zehn Fachkräften achten bei der Jobsuche gezielt darauf, dass es nicht nur fachlich, sondern auch menschlich passt. Unternehmen mit einer attraktiven und transparent und ehrlich kommunizierten Unternehmenskultur sind im Vorteil. Immerhin würden nur 14 Prozent jede Unternehmenskultur akzeptieren, solange die Bezahlung stimmt. 56 Prozent haben ein Unternehmen wegen einer unpassenden Kultur schon einmal verlassen.


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.