Joblift-Analyse :
Digitalisierungsexperten vor allem im Marketing gefragt

Wer sich die offenen Stellen genauer anschaut, stellt fest, dass die Nachfrage nach Digital-Spezialisten enorm angestiegen ist - insbesondere in Großkonzernen.

Text: Annette Mattgey

Gute Bewerbungschancen für Digital-Experten.
Gute Bewerbungschancen für Digital-Experten.

15 Millionen Stellenanzeigen der vergangenen zwei Jahre hat die Jobbörse Joblift unter die Lupe genommen. In dieser Zeit entstanden in deutschen Unternehmen rund 12.400 neue Stellen im Bereich digitale Transformation, ein großer Teil (28 Prozent) davon in der Marketing- und Medienbranche (ca. 3.500). Außerdem scheint es, als ob in größeren Firmen die Notwendigkeit der Digitalisierung stärker ins Bewusstsein der Chefs gedrungen ist: Fast drei Viertel dieser neuen Jobs wurden in Großunternehmen geschaffen.

Alleine in den vergangenen 12 Monaten stieg die Nachfrage nach Digitalisierungsfachkräften um 61 Prozent in dieser Branche.

Wie sieht es bei einzelnen Berufen aus?

Social Media Manager - rund 6.500 neue Stellen in den letzten zwei Jahren, 52 Prozent Wachstum in den letzten 12 Monaten im Vergleich zum Vorjahr. Auffällig hierbei der hohe Akademisierungsgrad: 90 Prozent der Stellen setzen einen Hochschulabschluss voraus

App Developer - speziell für diesen Beruf hat Joblift vor einigen Monaten eine eigene Analyse erstellt. Nach aktuellen Zahlen entstanden in den letzten 24 Monaten ab heute ca. 9.200 Jobs, Wachstum im letzten Jahr 19 Prozent.

Das größte Stellenwachstum verzeichneten IT-Fachleute mit entsprechendem Hintergrund, gleichzeitig stieg der Bedarf an digitalisierungserfahrenen Führungskräften, zum Beispiel Chief Digital Officer (CDOs), im letzten Jahr stark an.

Welche Unternehmen suchen besonders häufig?

Obwohl Konzerne mit mehr als 1.000 Angestellten unter 1 Prozent der deutschen Unternehmenslandschaft repräsentieren, entstehen 58 Prozent der mit digitaler Transformation befassten Stellen in Firmen dieser Größe. Zum Vergleich entstehen in kleinen Organisationen mit weniger als 50 Beschäftigten nur rund 18 Prozent dieser Jobs.

Dies spiegelt sich auch in den Top-3-Arbeitgebern wider: Auf Platz eins der meistausschreibenden Unternehmen findet sich die Deutsche Bahn mit 3 Prozent der Inserate, gefolgt von Daimler und Siemens mit je 2 Prozent der Stellenangebote. Die größte Nachfrage herrscht dabei in der Fertigungsindustrie (24 % der Stellen), der IT-Branche (19 %) und dem Dienstleistungssektor (15 %). 

Wirft man einen Blick auf die Spezialisierung der gesuchten Profile, so werden nach wie vor am meisten Beraterinnen und Berater mit dem Schwerpunkt Digitalisierung gesucht. Mit insgesamt 1.669 offenen Stellen wurden sie am häufigsten nachgefragt, der Bedarf stieg in den letzten zwölf Monaten sogar um 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. An zweiter Stelle mit 162 Prozent Wachstum, also einer Verzweieinhalbfachung der Gesuche, finden sich IT-Fachkräfte mit insgesamt 1.317 Inseraten in den letzten zwei Jahren. Mit 1.023 offenen Stellen rangieren die Managementpositionen auf Platz drei, der Bedarf nach Führungskräften im Bereich digitale Transformation stieg mit 45 Prozent jedoch am schwächsten.

Trotz der großen Nachfrage nach Beratung scheinen Unternehmen den Digitalisierungsprozess zunehmend als internen langfristigen Richtungswechsel zu verstehen, für den zusätzlich zu externer projektbezogener Hilfe auch IT- und Managementpositionen geschaffen werden. Insgesamt scheint der Bedarf nach interner Expertise gestiegen zu sein: Während in den 24 Monaten vor Februar 2017 nur 23 Stellen für Chief Digital Officer ausgeschrieben wurden, waren es seitdem in 16 Monaten bereits 162 neue Posten dieser Art. Außerdem gelten 22 Prozent der Inserate für digitale Transformation Senior-Profilen mit Erfahrung in diesem Bereich, nur 5 Prozent entfallen auf Junior-Positionen.

Joblift

Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".