Karriereportale :
"Headhunter entscheiden in 20 bis 30 Sekunden"

Der erste Eindruck zählt und für den hat man auf Xing und Linkedin höchstens eine halbe Minute Zeit. Headhunterin Katharina Wolff erklärt, worauf es ankommt und warum man ruhig die Kosten von zwei Bier im Monat in einen Premium-Account investieren sollte.

Text: Lisa Priller-Gebhardt

Katharina Wolff ist Geschäftsführerin der Personalagentur D-Level
Katharina Wolff ist Geschäftsführerin der Personalagentur D-Level

"Noch immer unterschätzen viele den Stellenwert eines gut geführten digitalen Jobprofils", sagt die Personalexpertin Katharina Wolff. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin der Agentur D-Level, einer HR-Beratung für die digitale Wirtschaft.

Frau Wolff, rund die Hälfte aller Berufstätigen nutzt kein Jobprofil. Ein Fehler?

Ein großer sogar! Um im Netz gefunden zu werden, sollte man nicht nur einen Basic-Eintrag, sondern einen regelmäßig gepflegten Account führen. Headhunter entscheiden in 20 bis 30 Sekunden, ob ein Profil interessant ist oder nicht. Mein Tipp: Machen Sie es dem Leser leicht, sich schnell einen guten Überblick zu verschaffen.

Welche Plattformen sollten bespielt werden?

Aktuell geht der Trend hin zu Linkedin. Das Portal ist sehr viel internationaler aufgestellt als Xing, außerdem sind viele Tools kostenlos nutzbar. Zusätzlich kann jeder Content produzieren, und ihn dort platzieren. Gute Inhalte dienen dem Personal-Branding am besten. Unabhängig davon ist Xing nach wie vor stark vertreten und die Mitgliedschaft erschwinglich. Die Kosten von zwei Bier im Monat kann man schon investieren. Außerdem kann es nicht schaden, bei Twitter und Instagram aktiv zu sein.

Viele beschreiben ihre Fähigkeiten sehr schwammig, um bei möglichst vielen Suchanfragen aufzutauchen. Ist das klug?

Nein, denn es werden gerade im digitalen Bereich fast nur noch Spezialisten gesucht. Die Generalisten sind in der Kommunikationsbranche nur noch selten gefragt.

Was sind die drei wichtigsten Punkte für die Karriereplanung?

Netzwerk, Netzwerk und Sichtbarkeit. Dabei sollten Netzwerke nicht nur online, sondern auch offline gepflegt werden.

In der W&V Nr.29, finden Sie weitere Tipps von Katharina Wolff, außerdem geben Spezialisten von Xing und Linkedin Tipps, wie Sie Ihr Profil aufwerten können. Hier geht's zur Einzelheft-Bestellung ...


Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.