"Kennt ihr Jerks?", fragten unsere Freunde. Wir verneinten, und als sie die Serie daraufhin mit  - zwar nicht ganz ernst gemeinten - aber immerhin doch sehr eindeutigen Warnhinweisen wie "vollkommen absurd", "ganz schön unter der Gürtellinie"  und "Fremdschämalarm" versahen, habe ich ehrlicherweise ich nie wieder an diese Unterhaltung gedacht. Bis vor kurzem.

Sieben Wochen sind nun schon vergangenen seit Corona meine zwei Kinder und mich zuhause hält und meinen Mann in seiner Praxis jeden Tag vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Sieben lange und sehr sorgenvolle Wochen. 

Die Erinnerung an diese perfekten Tage in den Marken, an die Gelassenheit, die glücklich spielenden Kinder, die Weite, das sorglose Zusammensein mit Freunden, die Freiheit, ist in dieser Zeit irgendwie zu meinem inneren Sehnsuchtsort geworden, zu meiner Kraftinsel. Dabei geht es in erster Linie aber gar nicht um den (zugegeben wunderschönen) Ort an sich, sondern vielmehr um den Zustand, in dem wir alle uns dort befanden.

Weil ich mich also immer wieder dort hin träume, fiel mir neulich auch der Tipp unserer Freunde wieder ein. "Jerks" sollte jetzt also doch eine Chance bekommen. 

Und was soll ich sagen? 

Während meinem Mann dabei die Tränen über die Backen laufen vor Lachen, greife ich immer wieder zum Smartphone -  weil ich es schlicht nicht aushalte, in der Situation zu bleiben. Die Absurdität, die Grausamkeit der improvisierten Geschichten von Christian Ulmen und Fahri Yardim sind oft kaum zu ertragen. Und damit passender denn je. Denn: Auch völlig Absurdes kann Realität werden, schneller, als wir alle es uns jemals hätten vorstellen können. 

Jerks - wenn auch manchmal auf nahezu brutale Art - lenkt einfach ab. Und genau das tut momentan verdammt gut.

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(Belinda Duvinage, Redakteurin)

Lernstoff nicht nur für die Kinder

Die Sendung mit der Maus 

Die Redaktion sieht fern

Fernsehen gehört nicht zu meinen abendlichen Lieblingsbeschäftigungen. Und ein Serien-Junkie bin ich auch nicht. Immer wieder habe ich es versucht, aber irgendwann bin ich immer ausgestiegen. Weil die irgendwie als von mir getesteten Serien von Staffel zu Staffel immer schwächer wurde. Weil ich mich über die vertane Zeit vor dem TV-Gerät geärgert habe oder weil ich am Ende wegen zu viel Grausamkeit oder Spannung nicht schlafen konnte. Oder - im Gegenzug - weil ich irgendwann gelangweilt war. Viel lieber gehe ich raus, treffe Menschen. Und weil das gerade nicht geht, veranstalte ich FaceTime-Calls mit Freunden, After-Work-Zoom-Konferenzen mit Kollegen oder übe Online-Yoga. 

Nur an Tagen, an denen das Arbeitspensum hoch, die Kinder besonders fordernd und ich zwischen Lagerkoller und Home-Office-Stress in den Seilen hänge, lasse auch ich mich dann mal einfach nur berieseln. Aber das, was ich dann schaue, ist kaum vorzeigbar. Nicht, dass es mir peinlich ist, Traumschiff hier zu nennen (abgesehen davon, dass ich auch hier nicht mehr einsteige, weil die Qualität spätestens seit Florian Silbereisen zum absoluten Fremdschämen ist) oder alle Folgen von Terra X oder Chef's Table. Aber Herzschmerz und Dokus als Corona-Trost? Ich weiß nicht...

Eine TV-Sache jedoch ist neu in meinem Leben. Krisenbedingt sendet der WDR um 11.30 Uhr jeden Tag eine neue Folge der "Sendung mit der Maus". Das ist die perfekte Zeit, das Mittagessen vorzubereiten und die Kinder für 25 Minuten mit einigermaßen qualitätsvollem TV-Niveau zu runter zu fahren und auch aus dem Küchenverkehr zu ziehen. Anfangs hat es mich viel Überwindung gekostet, den Fernsehkonsum der Kinder so hoch zu schrauben und wirklich jeden Tag eine Folge zu gewähren. Aber inzwischen genieße ich das tägliche Ritual. Denn Nudeln kochend, Salat putzend und Gemüse schnippelnd höre ich mit einem Ohr zu und lerne immer wieder Neues. Wie Reis angebaut wird. Wie die Erdbeeren in die Müslipackung kommen. Wie Salz gewonnen wird. 

Die Maus hat ich als Kind begleitet, wo wir sie sonntags im Bett meiner Eltern anschauen durften. Und jetzt begleitet sie meine Kinder. Und ich finde sie immer noch super. Diese Beständigkeit hat etwas sehr Tröstliches. Vor allem in Zeiten wie diesen.

(Lena Herrmann, Redakteurin)

Starte an einem anderen Tag

James Bond

Die Redaktion sieht fern

Er führt uns in zwei Stunden mindestens ebenso oft um die Welt. Die einsamen Strände, auf die er seine Füße setzte, sind heute zum Teil touristische Hotspots – sorry dafür. Sein Ski-Outfit hat sich in den letzten 58 Jahren ziemlich verändert und seine Uhren – nun: "Keiner kauft eine analoge Uhr, um die Zeit abzulesen".

"Bond, James Bond" - ich war schon auf der Welt, als dieser Satz zum ersten Mal über Sean Connerys Lippen kam. Doch ein neues Jahrzehnt musste anbrechen und es war viel Überzeugungsarbeit nötig, meinen Vater zu überreden, mich als Zehnjährige entgegen aller Empfehlungen der FSK mit in den letzten "echten" Bond Sean Connerys zu nehmen. Eine Vorliebe für Diamanten entwickelte ich bei diesem Besuch zwar nicht - aber eine für 007.

In meiner Teenagerzeit wurde Bond dann vom smarten Roger Moore verkörpert, der als Lord Brett Sinclair schon in "Die Zwei" mein Herz erobert hatte. Seine "Durchleucht" blieb uns bis in die Mitte der achtziger Jahre erhalten und eroberte zur allgemeinen Belustigung mit seinem "Beißer" sogar den Weltraum. Als er sich 1981 vor malerischen griechischen Landschaften in die langhaarige Melina Havelock verliebte, schenkte ich meine Zuneigung einem anderen, der meine Vorliebe für Bond bis heute teilt.

Dann wurde es ernster und Timothy Dalton verkörperte den smarten Geheimagenten. Das Maryam d'Abo das Beste an seinen Filmen war, halte ich für eine böse Unterstellung, kann das Argument aber nachvollziehen. Die sechs Jahre ohne Bond, die seinem letzten Abenteuer für Königin und Vaterland folgten, waren für Fans eine harte Zeit.

Und dann kam "Er". Durch seine Rolle als Remington Steele schon bestens bei mir eingeführt, setzte Pierce Brosnan mit dem Bungee Sprung vom Verzasca-Staudamm – sorry, es war natürlich die Chemiewaffenfabrik in Archangelsk - ein ordentliches Zeichen. 

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Mit Izabella Scorupco, Judy Dench und Famke Janssen standen ihm gleich drei starke Frauen zur Seite. Die Interpretation des Songs "Stand by your man" sowie der Satz "Jungs und ihre Spielzeuge" rangieren seither bei meinen Lieblingszitaten ganz weit oben. Leider verabschiedete sich dieser Bond im Jahr meines zehnten Hochzeitstages nach nur vier Filmen viel zu früh von Rolle und überließ das Feld dem "russischen Bösewicht".

Es dauerte eine Weile bis ich mich mit Daniel anfreundete. Der andere, der mit dem Zauberstab, genoß sofort meine vollste Sympathie und Zuneigung, aber mit Mister Craig dauerte es eine Weile. Zugegeben, die Filme sind brilliant, die Verfolgungsjagden spektakulär und die Handlung führt uns um die Welt, aber es hat seine Zeit gedauert und die silbernen Scheiben mussten sich nach all den Kinobesuchen einige Male drehen, bevor auch Daniel mein Herz eroberte.

Nun möchte ich ihn aber ebenso wenig missen wie den anderen, den mit dem Zauberstab.

Denn trotz all der Serien auf Netflix, den Filmen auf Amazon, den Dokumentationen in den Mediatheken, trotz meiner derzeitigen Lieblinge "Captain Picard" und dem "Mandalorian" fehlte mir doch etwas, als die Premiere vom 2. April auf den Herbst verschoben wurde. Corona hat viele Gesichter.

(Stephan, Judith Stephan, Chefin vom Dienst und im Geheimen Bond-Girl)

Die neuesten Platten

Optimal

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Mittwochs und samstags bin ich immer verabredet. Auch in Zeiten von Corona-Krise und Ausgangssperre. Denn dann sendet ein feiner, kleiner Plattenladen in München eine Live-Sendung. Bei "Home Order Optimal TV" stellt Geschäftsführer Christos via Livestream auf Facebook die neuesten Platten-Releases vor mit  kleinen Einführungen und Hörproben. Das ist allein schon ein Genuss. Dazu kann man sich noch prima via Secondscreen mit Freunden austauschen. Am besten noch mit einem kleinen Getränk in der Hand. Fast wie im richtigen Leben. Fast wie in der Bar.

(Katrin Otto, Redakteurin)

Vom Home Office fürs Home Office

Drinnen - Im Internet sind alle gleich

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So ein aufgezwungener Stubenarrest kann auf die Dauer arg fad werden. Alle Fenster sind picobello geputzt, der Kleiderschrank ist Marie-Kondo-mäßig aufgeräumt und das Bücherregal ausgemistet. In der Verzweiflung stöbere ich durch die Mediatheken und stoße völlig überraschend auf die topaktuelle ZDF-Serie "Drinnen – Im Internet sind alle gleich". Die ZDFNeo-Perle ist komplett im Home-Office entstanden – sie wurde remote produziert. Wie die W&V.

Im Mittelpunkt steht Charlotte (Lavinia Wilson), Mitte dreißig, zwei Kinder, scheidungswillig. Als das Virus ausbricht sind ihr Mann (Barnaby Metschurat) und die Kinder gerade aufs Land verreist, Charlotte bleibt allein in der Isolation. Sie arbeitet in einer Werbeagentur an einem Pitch für Adidas. Multitasking im Homeoffice mit Whatsapp-Nachrichten, Facetime-Call, Google-Hangout, Alexa und dann auch noch Tinder. Die 15 Folgen wurden mit einfachen Mitteln, aber qualitativ sehr hochwertig produziert. "Drinnen" ist lustig, spannend und hochaktuell. Dazu ein paar feine Pralinen! Besser geht’s nicht!!

(Lisa Priller-Gebhardt, Autorin)

Geschichten aus dem echten Leben

This Is Us 

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Ich habe die Zeit zuhause erstmal dafür genutzt, die dritte Staffel von "This Is Us" auf Amazon Prime "durch zu suchten". In der Serie geht es um das Paar Rebecca und Jack Pearson (mit Mandy Moore und Milo Ventimiglia meiner Meinung nach perfekt besetzt), das Drillinge erwartet. Bei der Geburt stirbt jedoch eines der Kinder und sie adoptieren einen kleinen Jungen, der am selben Tag geboren ist. Die Serie dreht sich im Folgenden um das Leben der Familie mit vielen Ups and Downs und überraschenden Entwicklungen. Es wird erfrischend lebensnah erzählt und mit Backflashs und Zeitsprüngen gespielt. Oft wird es dabei zwar sehr emotional, aber niemals zu kitschig. Und mir sind die einzelnen Charaktere inzwischen echt total ans Herz gewachsen. Kurz gesagt: anschauen!

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(Alessa Kästner, Redakteurin)

Eigentlich kein Serien-Junkie - oder doch?

The Mandalorian/Shameless/Elite/Haus des Geldes/Mad Men

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Eigentlich behaupte ich ja immer, ich wäre kein Serienjunkie. Ich habe weder Breaking Bad, noch Game of Thromes oder House of Cards gesehen. Oder zumindest nicht so richtig. Mein Freund hingegen ist der Inbegriff des Serienjunkies und sieht sich immer mehrere parallel an. Manche mit mir zusammen, andere, die mich weniger interessieren, alleine, während ich etwas anderes mache. Nun, da ich mal Bilanz ziehe, was ich mir die vergangenen Wochen so reingezogen hab, fällt mir auf, dass ich doch recht viel gucke. 

Erstens: The Mandalorian. Seit ich im November auf Instagram die ersten Memes mit Baby Yoda sah, konnte ich es kaum erwarten, dass Disney Plus zusammen mit der Star-Wars-Serie auch endlich in Deutschland startet. Fast pünktlich zum Beginn des Lockdowns war es dann so weit.

Zweitens: Shameless. Diese Serie über eine chaotische Asi-Familie begannen wir schon vor der Corona-Krise. Doch die Serie hat neun Staffeln und bei der letzten sind wir dank Corona nun endlich angelangt. Zugegeben: Die Story hat staffelweise immer wieder ihre Schwächen. Aber man gewinnt die Charaktere schnell so lieb, dass man einfach weitergucken muss. Egal was für einen Mist sich die Drehbuchautoren zwischenzeitlich auch ausgedacht haben. 

Drittens: Ok, jetzt wird es peinlich. Eine Serie, die ich mir allein angesehen habe, wenn wir nicht zusammen Mittagspause machen konnten: Elite. Es geht um reiche Teenager an einer spanischen Eliteschule, die sich in Intrigen, Sex und Mord verstricken. Ist genauso klischeehaft umgesetzt, wie es sich liest. Was mich trotzdem gecatcht hat, ist die Erzählweise aus Rück- und Vorblenden zu je drei verschiedenen Zeitpunkten und die wahnsinnig schööönen Schauspieler. 

Viertens: Elite hat leider nur drei Staffeln, also sah ich mich nach einem anderem Guilty Pleasure nur für mich alleine um und entschied mich für eine weitere spanische Serie mit teilweise derselben Besetzung (leider nicht meine Lieblinge): Haus des Geldes. Bisher bin ich zwar noch nicht so begeistert, da ich mir aber vorgenommen habe mein Spanisch aufzufrischen, gucke ich "La Casa de Papel" nun auf spanisch mit spanischem Untertitel. 

Nun ja, das sind meine Coronaserien. Zum Schluss möchte ich noch allen, die sie noch nicht gesehen haben, die Serie Mad Men ans Herz legen. Die Serie um New Yorker Werbeagenturen in den 50er und 60er Jahren ist ein absolutes Must für alle Werbungtreibenden und Journalisten aus unserem Bereich. Und bietet mit ihren sieben Staffeln genug Stoff, falls die Krise noch länger andauern sollte.

(Marina Rößer, Redakteurin)

Coming of Age und heile Welt

Sex Education/Elite/Dare me/Bauer sucht Frau

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Ich habe erst gezweifelt, ob ich bei dieser Ausgabe der W&V-Homeoffice-Storys mitmachen sollte. Denn ich kann mich nicht gerade mit einem Vorzeigefernsehgeschmack brüsten. Aber die Coronakrise entblößt überall so viel Privates und Unperfektes, dass auch ich mich outen will. Drei Serien, die ich zu Beginn begeistert geguckt habe, sind Sex Education, Elite und Dare me. Scheinbar habe ich Gefallen an Teenagerserien gefunden. Als Serienexperte sagt man Coming of Age. Dass man sich damit nicht unbedingt brüsten kann, merkte ich übrigens erst, als eine Kollegin, die ich nicht namentlich nennen will, meinte, es sei ihr sehr peinlich, aber sie schaut gern Elite. 

Damit ist meine Empfehlungsliste auch schon am Ende. Denn seitdem hat mich nichts mehr gepackt. Ich hab ein paar uninspirierte Filme gestreamt und Serien angefangen – aber nichts, was ich weiterempfehlen könnte. Wenn es hart auf hart kommt, bleibt nur eine Folge Brooklyn 99 mit dem wahnsinnig tollen Andy Samberg. Ich gucke immer nur eine am Stück. Denn leider habe ich nur noch fünf Folgen übrig. Ich muss also sparsam sein, denn wer weiß, wie lange die Kontaktsperre noch geht. 

Aber zum Glück hat RTL genau zur richtigen Zeit einen Klassiker neu aufgelegt: Bauer sucht Frau. Das ist es, was die Menschen inklusive mir brauchen: heile Welt in unsicheren Zeiten. Ja, die Bauern und ihre Frauen sind, so emanzipiert und aufgeklärt ich auch bin, mein Laster. 

Bevor Sie mich jetzt aber für komplett verrückt halten, muss ich zwei Sachen hinzufügen, um mein Ansehen zu wahren: Mein Fernsehkonsum ist zurückgegangen. Und ich lese gerade ein wahnsinnig wissenschaftliches und hochkompliziertes Buch. Vielleicht machen wir ja auch noch was über Bücher.

(Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion)

Von Löwen und Tigern

Lion King vs. Tiger King 

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Großkatzen sind bei uns eingezogen. Nicht in Echt, aber auf dem Bildschirm. Dabei spaltet sich das Lager in Löwen und Tiger. Löwen sind der Hit bei meinen zwei Jungs, seit sie den "König der Löwen" an Weihnachten gesehen haben. Als Fortsetzung dient eine 74-teilige (!!!) Serie, in der der Sohn Simbas (dessen Geschichte wird in König der Löwen erzählt) und seine Freunde in Gestalt eines Geparden, eines Nilpferds, eines Honigdachses und eines Reihers für Gerechtigkeit im geweihten Land kämpfen. So ist es bei uns zur Gewohnheit geworden, die Kinder vor dem Schlafengehen für eine halbe Stunde der "Garde der Löwen" zu überlassen. Ein Hoch auf Disney+. 

Wenn die lieben Kleinen dann in ihren Träumen Hyänen verjagen und Zebras retten, beginnt die Stunde der Tiger. Der Hype um die Dokuserie über "Großkatzen und ihre Raubtiere" ist groß. Die Machenschaften und Intrigen rund um den profilierungssüchtigen Vokuhila-tragenden Waffennarren Joseph Schreibvogel aka Joe Exotic aka Tiger King, der einen Privatzoo betreibt, und seine Gegenspielerin, die vermeintliche Tierschützerin Carole Baskin, erhitzt die Gemüter auf der ganzen Welt. Ich erwartete also einiges an Unterhaltung. Aber: Auch nach der letzten Folge konnte mich der Tiger King nicht überzeugen. 

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Gefühlt erzählt jede der sieben Episoden dasselbe: Carole Baskin gegen Joe Exotic. Erst weniger dann immer mehr brutal. Die dubiose Entourage des Tiger King bringt zwar etwas Abwechslung in die Geschichte, macht sie aber nicht wirklich kurzweiliger. Letztendlich kommt der immer gestörter werdende Exotic hinter Gitter, als er Baskin umbringen lassen will. Um die Tiere und die Unsinnigkeit deren Haltung und Vermarktung geht es nur am Rande. Schade, wenn man bedenkt, dass in den USA etwa 10000 Tiger leben, viele davon in legaler und illegaler Privathaltung, oft unter übelsten Bedingungen. Die Ikonisierung des Joe Exotic ist für mich jedenfalls ein Rätsel und ich frage mich, ob die Netflix-Doku auch ohne Corona zum Streaming-Hit geworden wäre… 

(Katrin Ried, Redakteurin)

Küche, Kochen, Kommissar

Der Kommissar

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Ich gebe es ja offen und ehrlich zu: ne klassische "Glotze" gibt es bei uns seit Jahren nicht mehr. Und wir vermissen das Teil auch nicht. Schließlich gibt es genügend andere Möglichkeiten, sich zu informieren, aber auch Filme gleich welcher Art oder auch Sportübertragungen reinzuziehen. Dann halt, wenn Zeit dafür ist. Die wurde in den vergangenen Wochen gefühlt "mehr". Dank Home Office und dem Wegfallen von gut zwei Stunden allein für den Weg ins Büro und wieder retour. Wertvolle Minuten, die ich gern fürs Kochen nütze. Und mir dabei einen Film ansehe. Am Tablet. Sehr oft "Der Kommissar". Für alle jüngeren Zeitgenossen: Es war eine Fernseh-Krimireihe mit Top-Einschaltquoten. 

Am liebsten sehe ich mir die frühen Folgen an. Sie zeichnen so ein wunderbares Bild der Münchener Halbwelt der 60er Jahre. Eben so, wie es sich der brave Bürger daheim vorstellte. Und wagten sich nach und nach an die ganz heißen Themen der Zeit wie die Flower-Power-beseelten Hippies oder das Aufkommen der Drogen. Stets in Schwarzweiß und immer herrlich politisch unkorrekt. Da wird geraucht und gesoffen, als gäbe es kein Morgen mehr. Und es fallen Sprüche, die als frauendiskriminierend zu bezeichnen ein einziger Euphemismus wäre. Undenkbar heute. Dazu die teils skurrilen Charaktere und das Herz wärmende Darsteller wie Erik Ode als Kommissar, Fritz Wepper als Kriminalhauptmeiser und Günther Schramm als Inspektor. Außerdem: Den eher simpel gestrickten Dialogen kann Mann locker folgen, wenn er nebenbei Zwiebeln in Würfel schneidet oder schnell die Rouladen wickelt. Küche, Kochen, Kommissar – für mich ein perfekter Dreiklang. 

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Doch "Der Kommissar" ist mehr als nur kommode Berieselung während des Kochlöffelschwingens. Er ist auch ein Stück weit Kindheit. Denn meine Eltern hatten bis Anfang der 70er keinen Fernseher. Das einzig erreichbare Gerät stand bei der Oma im Wohnzimmer im ersten Stock. Zu ihr zog es mich fast magisch jeden Freitag, immer kurz vor Ende der Tagesschau. Um noch etwas zu plaudern, natürlich. Um Gute Nacht zu sagen – und um möglichst viel vom "verbotenen" Kommissar zu erhaschen. Allerdings ging das Kalkül nicht immer auf. Oft folgen unbequeme Minuten vor der Türe, den Blick durchs Schlüsselloch gerichtet, bis ich dann genervt ins Kinderzimmer schlich. 

Ich habe viel verpasst damals. Und jetzt hole ich eben nach. Nicht jeden Tag, aber schon etwas öfter. Wegen mir kann das mit dem Home Office ruhig noch etwas andauern. Ich bin gerüstet. Und gut versorgt. Denn 97 Folgen der einstigen Kultserie gibt es. Wenn auch nicht alle auf Youtube. Da fällt mir ein: Ich weiß noch gar nicht, was ich heute Abend koche?

(Peter Hammer, Redakteur)

Ein echtes Abenteuer

Abenteuer Diagnose

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Gesundheit ist momentan ein Thema, das alles beherrscht. Natürlich auch das TV-Programm. Dabei gibt es Gesundheitssendungen nicht erst seit gestern. Ein echtes Juwel, das ich seit Jahren immer gerne sehe (und auch den leicht hypochondrisch veranlagten Menschen in meiner Umgebung immer wieder empfehle), ist das NDR-Format "Abenteuer Diagnose". Die Beiträge, die meistens im Anschluss an das NDR-Magazin "Visite" laufen, sind fast immer ein echtes Highlight. Ehemalige Patienten erzählen dort, wie ihre meist sehr seltenen Krankheiten nach vielen Irrwegen und mysteriösen Symptomen diagnostiziert wurden.  Dabei lernt man wirklich Interessantes: Wer hätte etwa gewusst, dass Coturnismus eine lebensbedrohende Erkrankung ist, die nach dem Verzehr von Wachteln auftreten kann? Oder welchen Schaden das Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrom anrichten kann?

Das an sich ist ja schon mal ziemlich gut – aber nicht der eigentliche Clou. Der liegt in der Umsetzung der Fälle: Denn die Patienten kommen in den Beiträgen zwar selbst in Interview-Einsprengseln zu Wort. Parallel wird ihre Krankengeschichte jedoch filmisch nacherzählt – mit Schauspielern, die das wohl eher als Hobby betreiben. Ein bißchen wie die Beiträge im frühen "Aktenzeichen XY" ("Ist..da…jemand...? Aaaaargh!!!"). Nur halt mit Krankheit statt Verbrechen. 

Ich vermute stark, dass auch das Filmteam daran großen Spaß hat. Denn nur so lassen sich Momente erklären wie etwa in einem Beitrag über eine Patientin, bei deren Krankheit (hormonell bedingter Riesenwuchs war das, wenn ich mich recht erinnere) unter anderen das Symptom der starken Körperbehaarung auftritt. Filmisch bebildert wurde das mit einem Werwolf-artig bepelztem Arm, der in Großaufnahme eine Kühlschranktür öffnet. Schocker! Natürlich gibt es solche Knüller nicht in jeder Folge. Regelmäßiges Einschalten lohnt sich aber trotzdem. Man lernt ja immer wieder was dazu.

(Manuela Pauker, Redakteurin)

Sheldon Cooper, perfekter Talkshow-Gast 

The Big Bang Theory/Young Sheldon

Die Redaktion sieht fern

Abends schauen wir im Fernsehen oft italienische Politik-Talkshows an. Das ist manchmal durchaus amüsant: Es geht oft sehr chaotisch zu, alle reden durcheinander. Doch zurzeit haben wir ganz andere Bedürfnisse. Den ganzen Tag lang heißt es sowieso: Corona, Corona, Corona. 

Stattdessen unterhält uns jetzt Sheldon Cooper (The Big Bang Theory/Young Sheldon). 20 Minuten Sorglosigkeit – geliefert per Streaming-Dienst oder TV-Ausstrahlung. Sheldon achtet übrigens auch nicht so sehr auf die Kommentare der anderen und hat immer recht – damit wäre eigentlich der perfekte Gast für meine Traum-Politik-Talkshow. 

(Ulrike App, Redakteurin)

Mini-Serien statt Binge Watching

Mini-Serien und alte Fußballspiele

Die Redaktion sieht fern

Ich nutze Magenta-TV von der Deutschen Telekom. Das Angebot ist prima. Mehr brauche ich nicht. Am liebsten mag ich Mini-Serien. Für Binge Watching fehlt mir die Zeit, ich halte es irgendwie für verschwendete Lebenszeit. Selbst jetzt während der Quarantäne. Natürlich vermisse ich Fußball. Die Bundesliga- und Champions-League-Konferenzen gibt's bei der Telekom ja für 9,95 Euro obendrauf. Dafür hab ich bei FCBayern.TV vor kurzem das Europapokal-Finale der Landesmeister von 1974 gesehen. Zwischen Bayern München und Atletico Madrid. Das einzige Finale in der 65-jährigen Europapokal-Geschichte, bei dem ein Wiederholungsspiel nötig wurde. Auch als Nicht-Bayern-Fan: Eine tolle Zeitreise.

(Markus Weber, Redakteur)


Autor:

Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.