Mehr Jugendschutz :
Europaparlament segnet neue EU-Videoregeln ab

Rundfunkanstalten aber auch Video-Plattformen wie Youtube oder Netflix müssen sich in der EU künftig an striktere Regeln bei Jugendschutz oder Werbung halten.

Text: W&V Redaktion

Das Europaparlament gibt grünes Licht für eine Reform der EU-Richtlinie für audiovisuelle Medien. Die betrifft auch Video-Plattformen wie Netflix und Youtube.
Das Europaparlament gibt grünes Licht für eine Reform der EU-Richtlinie für audiovisuelle Medien. Die betrifft auch Video-Plattformen wie Netflix und Youtube.

Video-Plattformen wie Youtube oder Netflix müssen sich in der EU künftig an striktere Regeln bei Jugendschutz oder Werbung halten. Das Europaparlament gab am Dienstag mit großer Mehrheit grünes Licht für eine entsprechende Reform der EU-Richtlinie für audiovisuelle Medien. Die überarbeiteten Vorschriften gelten wie bisher für Rundfunkanstalten, werden aber auf Online-Video-Dienste ausgeweitet - als Reaktion auf die veränderten Mediengewohnheiten. Zudem beschloss das EU-Parlament laut Handelsblattdass mindestens 30 Prozent aller Inhalte der Streaming-Dienste aus Europa stammen müssen.  

"Es ist uns gelungen, ein ausbalanciertes Regulierungsumfeld für den gesamten audiovisuellen Sektor zu schaffen", sagte die medienpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten, Petra Kammerevert, laut einer Mitteilung.

Den neuen Regeln zufolge müssen Online-Plattformen schnell reagieren, wenn Nutzer gefährliche oder anstößige Videos melden. Für solche Meldungen müssen die Webseiten leicht zu handhabende Mechanismen bereitstellen. Außerdem müssen die Plattformen Maßnahmen dazu ergreifen, Jugendliche und Kinder vor schädlicher Werbung zu schützen. Daneben sieht die Richtlinie etwas mehr Freiheit für Sender beim Werben vor. Statt wie bisher höchstens zwölf Minuten pro Stunde, dürfen die Rundfunkanstalten in der Zeit zwischen 18 und 24 Uhr 72 Minuten Werbung frei verteilen, dabei aber das Programm höchstens alle 30 Minuten unterbrechen.

Wenn formal noch die EU-Mitgliedstaaten zugestimmt haben, muss jedes Land die Vorgaben in eigene Gesetze gießen, die bis voraussichtlich Herbst 2020 in Kraft getreten sein müssen. (dpa/wuv)


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