MA 2017 IP Audio II :
Immer mehr Radio wird gestreamt

Radio hängt im Netz laut MA 2017 IP Audio II den Streaminganbieter Spotify ab - aber nur im Verbund. Klar ist aber: Immer mehr wird gestreamt.

Mit immer mehr mobilen Geräten wird Radio zunehmend als Stream abgerufen.
Mit immer mehr mobilen Geräten wird Radio zunehmend als Stream abgerufen.

Die Nische blüht. So könnte die MA 2017 IP Audio II zusammengefasst werden. Im Netz werden gerne Spartensender gehört, die bestimmte Musikgeschmäcker bedienen. Dort ist der Zuwachs bei den am Mittwoch von der Agma veröffentlichten Nutzerzahlen am deutlichsten. 

Die Agma misst online inzwischen mehr als 258 Millionen Webradio-Sessions im Monat, wobei alle Angebote in Summe durchschnittlich auf rund 246,9 Millionen Hörstunden kommen. Der Leistungswert "Hörstunde", also die Angabe wie viele Stunden ein Online-Audio-Angebot im Durchschnitt gehört wird, wurde Ende 2016 eingeführt. Eine durchschnittliche Webradio-Session dauert bereits 57 Minuten. Diese Aussagen beziehen sich auf die Streamingabrufe des ersten Quartals 2017 über alle Empfangswege.

Alles in allem wird deutlich: Die Fans hören Radio heute anders. Während die klassische Radio-MA im März, die den klassischen Hörfunk-Weg UKW abbildet, für viele Wellen einen Hörerschwund registrierte, zeichnet sich bei der MA 2017 IP Audio II ein Plus ab, wie der Zuwachs um 3 Prozent innerhalb eines Quartals bei den eingangs erwähnten 258 Millionen Webradio-Sessions im Monat belegt.

Für das Mehr an Reichweite steht aber auch der Zuwachs an Gemessenen: Fürs 1. Quartal werden von der Agma 660 Channels ausgewiesen – Tendenz: weiterhin steigend. Ende 2016 waren es noch 634. Zu den Messteilnehmern zählen ferner User-Generated-Radios und Musik-Streamingdienste.

Wo es läuft

Noch einige Zahlen im Detail: Die größten Verlierer der MA Radio über UKW vom März gewinnen dafür bei der MA IP Audio. Sowohl Antenne Bayern als auch 1Live vom WDR sowie SWR 3, Bayern 3 und Hit-Radio FFH gehören zu den ausgewiesenen Marken, die im Netz zusätzliche Sessions auf sich vereinen. Die Hessen zählen übrigens zu den Anbietern mit dem größten prozentualen Plus im Netz: 47 Prozent mehr Sessions vereint der simulcast ins Netz gestreamte Sender FFH binnen Quartalsfrist auf sich.

Auch User Generated Content läuft (Radionomy mit plus 49 Prozent) und eben Spartenangebote wie BB Radio Fetenhits (plus 85 Prozent), Radio Teddy Softmix (plus 71 Prozent) oder auch Das Ding Chillout (plus 25 Prozent). Derart zugespitzt ist das Risiko aber auch größer: Zu den größten Verlierern im 1. Quartal zählen bei der Netz-MA (naturgemäß) die Online-Sender mit Weihnachtsmusik.

Spannend: Alle Wellen, die auch streamen, haben erstmals Audio-Dickschiff Spotify überholt. Der schwedische Musikstreaminganbieter hat um 5 Prozent auf 102,4 Millionen Webradiosessions im Monatsschnitt in den agma-Listen nachgegeben. Die Radioanbieter kommen im 1. Quartal mit einem Zuwachs in Höhe von 13 Prozent – auch dank zusätzlicher Channels –auf jetzt 118,4 Millionen Sessions. Allerdings stemmt Spotify die 100-Millionen-Sessions-Grenze im Alleingang.

Übrigens: Das vorliegende Webradio-Messquartal dient als Datenbasis und bildet eine der Säulen für die im Herbst erscheinende konvergente Radio/Audio-Reichweitenstudie MA Audio. Dort fließen auch die Ergebnisse der anstehenden klassischen Juli-Radio-MA vom 11. Juli ein, die fürs Radiojahr 2018 preisbildend sind. Nach der MA ist eben vor der MA. 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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