"All or Nothing" :
José Mourinho beklagt fehlende Klasse der Amazon-Doku

Der Trainer von Manchester United hat durchaus Gründe, den Marketingfilm von Amazon über den Stadtrivalen Manchester City zu kritisieren.

Text: Franz Scheele

Mourinhos Erzrivale Pep Guardiola ist der Star in der Amazon-Doku
Mourinhos Erzrivale Pep Guardiola ist der Star in der Amazon-Doku

Wenig begeistert zeigt sich José Mourinho, Trainer von Manchester United, über die Amazon-Dokumentation "All or Nothing", in der Lokalrivale Manchester City, der Meister der Premier League in der vergangenen Saison, und dessen Trainer Pep Guardiola porträtiert werden. Der Doku fehle es an Klasse und Respekt, so Mourinho.

"Wenn man ein reicher Club ist, kann man zwar Top-Spieler einkaufen, nicht aber Klasse", erklärte Mourinho laut der britischen Tageszeitung The Guardian. Zwar habe er sich die Doku noch gar nicht angeschaut, aber er wisse schon einiges darüber. "Ich komme in dem Film so häufig vor", so der United-Trainer weiter, "dass ich eigentlich Tantiemen einfordern könnte."

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Mourinho, der oftmals selbst durch seine Kritik an Spielern, Gegnern und insbesondere an Journalisten und Schiedsrichtern für Kontroversen sorgt, hatte offensichtlich aus seiner Umgebung erfahren, dass es in der Doku zahlreiche Szenen gibt, in der er sich abfällig über bestimmte Spieler äußert, die dann aber für den Erfolg von Manchester City entscheidend waren.  

Und hier hat Mourinho nicht ganz Unrecht: Denn der "Marketing-Film, in dem keine kritischen Fragen gestellt werden" (Süddeutsche Zeitung), zeigt beispielsweise eine Szene aus Mourinhos Zeit als Trainer beim Premier-League-Club Chelsea, in der er begründet, weshalb er Kevin De Bruyne, inzwischen einer der Top-Spieler von Manchester City, aussortierte.

Die Amazon-Doku "All or Nothing" lässt damit kaum eine Gelegenheit aus, in ihrem Porträt von Manchester City als eines "perfekten Fußballklubs" gleichzeitig einen Konkurrenten lächerlich zu machen.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.