Aktuell sind unter anderem elf Serien-Projekte für TV Now geplant: Mit Constantin Film arbeitet der Streamingdienst an "Glauben" (Produzenten: Oliver Berben und Jan Ehlert), einem Crime-Drama. Dieses ist an den Justizskandal um die Wormser Prozesse angelehnt, die auf dem ersten Drehbuch von Ferdinand von Schirach ("Verbrechen", "Schuld", "Terror") basieren. Außerdem ist mit Constantin Film die Event-Serie "Wolfsburg" (AT) (Produzent: Oliver Berben und Jan Ehlert; Drehbuch Florian Oeller, "Nur eine Frau") in Arbeit; sie erzählt die Geschichte eines Entwicklungsingenieurs eines großen deutschen Automobilkonzerns rund um den späteren Abgasskandal.

Die UFA Fiction ist mit drei Projekten Teil der Offensive. Die Event-Serie "Der König von Palma" mit Titelheld Henning Baum ("Der letzte Bulle") ist von der wahren Geschichte einer Dortmunder Familie inspiriert, die auf Mallorca mit einem kleinen Biergarten einen kometenhaften Aufstieg erlebt.

Die Event-Serie "Disko Bochum", produziert von Benjamin Benedict, handelt von einer Bochumer Familie in den 70er Jahren und nimmt das Aufkommen der Diskobewegung in den Blick. Crime darf nicht fehlen: Die Serie "Die Zeugen" mit Alexandra Maria Lara in der Hauptrolle und Wissenschaftlerin Julia Shaw als Beraterin beschäftigt sich mit Zeugenaussagen rund um eine Kindesentführung und der Frage, ob man seinen Erinnerungen trauen kann.

Fortsetzung vom "Club der roten Bänder"

Von Bantry Bay kommt die Dramedy-Serie "Tonis Welt" mit Ivo Kortlang ("Club der roten Bänder"), Amber Bongard ("Ostwind") und Leonard Lansink ("Wilsberg") in den Hauptrollen. Hier wird die Geschichte des Paares Toni und Valerie aus der Vox-Serie "Club der roten Bänder" weitererzählt.

X Filme arbeitet außerdem an "Torstraße 1", einer Event-Serie von den Produzenten Uwe Urbas, Stefan Arndt und Michael Polle, die das Projekt gemeinsam mit Regisseurin Sherry Hormann ("Wüstenblume") und Autorin Conni Lubek ("Tempel") entwickeln. Basierend auf dem gleichnamigen Roman erzählt die Serie die Geschichte einer Liebe voller schicksalhafter Ereignisse ab dem Ende der 1920er Jahre in Berlin.

Yoko Higuchi-Zitzmann und Michael Lehmann (Letterbox Filmproduktion) produzieren für TV Now "Herzogpark", eine Dramedy-Serie, die das gleichnamige Münchner Nobelviertel in den Fokus rück. Als Beraterin ist hier Patricia Riekel an Bord, die als ehemalige Bunte-Chefredakteurin die Szene der Schönen und Reichen bestens kennt.

Riekel TV Now

Auch zwei Comedy-Serien sind Teil der Fiction-Offensive: "Tilo Neumann und das Universum" (Network Movie) mit "Stromberg"-Darsteller Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle handelt von Lehrer Tilo Neumann, der mit kosmisch-komischer Hilfe fürs Leben lernt. Klimawandel ist auch noch ein Thema: In "Mirella Schulze rettet die Welt" von Produzentin Nanni Erben (MadeFor) und Autor Ralf Husmann wird das Thema plötzlich in einer Familie akut, die damit bisher nicht das Geringste am Hut hatte.

Eine Milliarde Euro investiert

Keshet Tresor Fiction wird in Kürze außerdem mit den Dreharbeiten für "Unter Freunden stirbt man nicht" starten. Die Mini-Serie mit Iris Berben, Heiner Lauterbach, "Tatort" Wien-Kommissarin Adele Neuhauser, Walter Sittler ("Der Kommissar und das Meer") und Michael Wittenborn in den Hauptrollen erzählt die Geschichte von vier Freunden, die den Tod eines weiteren Freundes für mehrere Tage geheim halten müssen, damit dieser den Nobelpreis gewinnen kann.

"Wir glauben fest daran, dass Streaming in der Mitte der Gesellschaft ankommt - und für diese Zielgruppe Inhalte zu produzieren, ist seit Jahrzehnten die Kernkompetenz der Mediengruppe RTL", sagt Henning Tewes, Co-Geschäftsleiter TV Now. "In diese lokalen Inhalte investieren wir mit einer Milliarde Euro pro Jahr mehr als jeder globale Anbieter in den deutschen Markt. Demnächst dann eben auch noch zu einem größeren Anteil in die deutsche Fiction - da haben wir alle große Lust drauf!"


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde