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Nach der Trennung von seiner Ehefrau Catherine (Rooney Mara) ist Theodore (Joaquin Phoenix) einsam. Um sich abzulenken, kauft er sich "OS1" – eine intuitive Sprachsteuerungs-Software, die auf künstlicher Intelligenz basiert. Er entscheidet sich bei der Installation für eine weibliche Stimme, woraufhin sich das Betriebssystem den Namen "Samantha" (Scarlett Johansson) gibt. Durch stundenlange Gespräche wird "Samantha" für Theodore schließlich immer realer, und schnell entwickelt sich zwischen den beiden nicht nur eine freundschaftliche, sondern sogar eine intime "Beziehung". Doch was zunächst beinahe nach echter Alternative zu zwischenmenschlichen (Liebes-)beziehungen aussieht, erweist sich bald als trügerische Illusion. Spike Jonze ("Being John Malkovich") trifft mit seinem dystopischen Zukunftsszenario den Nerv der Zeit. Denn angesichts von "Siri" und "Alexa" wirft das Drama nicht nur Fragen danach auf, was uns persönliche Daten und Privatsphäre gegenüber einem bequemeren Leben wert sind. Auch die Gefahr der zwischenmenschlichen Entfremdung durch künstliche Intelligenz, die Vereinsamung durch Technik, wird virtuos durchgespielt.

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2. Soziale Ungleichheit: Wir

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Die wohlhabende Familie Wilson (u.a. Lupita Nyong’o und Winston Duke) will doch eigentlich nur Urlaub machen. Gemeinsam mit der sogar noch etwas wohlhabenderen Familie Tyler (u.a. Elisabeth Moss und Tim Heidecker) reisen sie ins kalifornische Surferparadies Santa Cruz. Zwischen Strand, Vergnügungspark, Ferienhaus und Boot könnte alles so schön sein – stünden da nicht plötzlich vier vermeintlich Fremde in der Einfahrt der Wilsons, die sich schnell als exakte Doppelgänger der einzelnen Familienmitglieder herausstellen. In rote Overalls gekleidet und mit goldenen Scheren ausgestattet, sind sie gekommen, um sich ihr schönes Leben zu holen.

Nach "Get Out" übt Regisseur Jordan Peele in der Horrorkomödie "Wir" erneut harsche Gesellschaftskritik – statt um Rassismus geht es diesmal jedoch um soziale Ungleichheit. Ganz wie im berühmten Vers von Bertolt Brecht, "Wär‘ ich nicht arm, wärst du nicht reich", ist der Film eine Parabel auf das Verhältnis von Wohlstand und Elend, das unter der schillernden Oberfläche verborgen liegt.

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3. Flucht: The Human Flow

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Mit "The Human Flow" hat der chinesische Künstler Ai Weiwei eine bildgewaltige Collage über die globale Flüchtlingskrise geschaffen. Mit Aufnahmen aus über zwanzig Ländern wird nicht nur die Notsituation der 65 Millionen Menschen porträtiert, die sich derzeit weltweit auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Klimakatastrophen befinden. Immer wieder werden einzelne Schicksale in den Blick genommen, die die Masse an Fakten, Zahlen und Statistiken der Dokumentation nachempfindbarer werden lassen. Obwohl Ai Weiwei für seine Selbstdarstellung im Werk kritisiert wurde, steht doch der Appell an Mitgefühl und Menschlichkeit klar im Zentrum.

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4.  Populismus und Extremismus: Warum wir hassen

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In der sechsteiligen Serie ergründen Star-Regisseur Steven Spielberg und der Oscar-prämierte Dokumentarfilmer Alex Gibney den Hass, seine Wurzeln und seine Auswüchse. Im Zentrum stehen dabei vor allem Forschungsexperimente und Interviews mit Wissenschaftlern und Journalisten, mit Tätern und Opfern. Dabei kommt die Reihe zwar einerseits zu der beunruhigenden Einschätzung, dass Hass ein globales Phänomen sei, das sich in allen Bereichen des Lebens und allen Gesellschaften finden lasse. Andererseits kommen immer wieder Personen zu Wort, die es geschafft haben auszusteigen, die dem Hass den Rücken gekehrt haben. Mit der letzten Folge "Hoffnung" endet die Reihe schließlich auch auf einer ermutigenden Note. Obwohl sich die Doku-Serie hauptsächlich auf Beispiele aus den USA fokussiert, entsteht so ein wichtiges Gesamtwerk zu einem Phänomen, das aktuell gefährlichen Aufwind erfährt.

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5. Klimakrise: Unser Planet

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Mit großer visueller Wucht zeigt die achtteilige Serie die atemberaubende Schönheit von Flora und Fauna. Mehr als in "Planet Erde" und "Unser blauer Planet" betonen die Macher der BBC-Reihen in der Netflix-Produktion jedoch auch den Faktor Mensch – und wie durch die Rodung des Regenwaldes, zunehmende Wasser- und Luftverschmutzung, Monokulturen und Überfischung das globale Ökosystem immer weiter unter Druck gerät. Über vier Jahre hinweg wurde in 25 Ländern gefilmt – das Ergebnis ist eine ästhetisch ansprechende Doku-Serie, die zum Klimaschutz animiert.

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Autorin:

Arabella Wintermayr hat Politikwissenschaft studiert und arbeitet als freie Redakteurin beim Fernsehen. Ihre Leidenschaft gilt Filmen und Serien, die sich an die großen Fragen des Lebens und der Gesellschaft trauen.


Autor: W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.